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Alt 26.09.2018, 12:36   #5
Helios
Inventar

 

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Zitat von Trinity Beitrag anzeigen
Frage: Was hat das in der internationalen Seenotrettung für Konsequenzen für die 10 Schiffe?

Wahrscheinlich wieder keine oder?
Die Schiffe sind dazu verpflichtet, Hilfe zu leisten, und die jeweiligen Registrierungsländer, eine verweigerte Hilfe nach internationalen Vorgaben zu sanktionieren (Strafen und ggf. auch Schadensersatz). Das Problem ist wie so häufig weniger die Theorie als die Praxis, denn erstmal muss man die entsprechenden Schiffe finden, und dann muss man den Besatzungen ein Fehlverhalten nachweisen. Ersteres ist vermutlich schon unmöglich, und letzteres im vorliegenden Fall zumindest nicht so einfach, wie es vielleicht klingt. Wir wissen nicht, unter welchen Wetterbedingungen und zu welcher Uhrzeit die Schiffe das Floß passierten, wir kennen die Distanzen nicht und auch nicht die Region, in der es die Begegnungen gab (solche Flöße gibt es da zu tausenden, und nicht wenige treiben auch verlassen umher) - von daher würde ich da kein vorschnelles Urteil fällen wollen. Wenn die Situation erkannt und wissentlich ignoriert wurde, dann wäre es ein verwerfliches Verhalten; es kann aber auch genauso gut einfach nur Pech gewesen sein.

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Zitat von Yvannus Beitrag anzeigen
Soweit ich das weiß, müsste man eigentlich die Schiffe einsehen können, die vorbeigefahren sind. Die senden ja ähnlich wie Flugzeuge ihre Position.
Grundsätzlich richtig, allerdings ist die AIS-Abdeckung per Satellit noch nicht flächendeckend verfügbar. Abseits der Küste kann daher durchaus noch eine Überwachung fehlen. Viel relevanter ist aber ein anderer Punkt: du hast nicht die Position des Floßes und auch nicht den genauen Zeitpunkt der jeweiligen Begegnung. Die Rekonstruktionsgenauigkeit des Weges wird eher nicht ausreichen, um da tatsächlich die richtigen Schiffe zu finden.

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Zitat von !Xabbu Beitrag anzeigen
Klingt zynisch, aber ich vermute dass aus rein profitablen Gründen das Floß „übersehen“ wurde.
Solche Menschen gibt es sicherlich überall - aber an eine Quote von 1:10 mag ich fast nicht glauben. Ich denke, die überwiegende Mehrheit der Seeleute, kulturübergreifend, würde im Falle einer erkannten Gefahr für Leib und Leben auch helfen; das ist sowas wie ein Ehrenkodex. Insofern halte ich es für wahrscheinlicher, dass die Mehrheit die Situation nicht erkannt oder falsch eingeschätzt hat.

Zitat:
Zitat von viennatourer Beitrag anzeigen
Auch ist es in der angegebenen Gegend mittlerweile so,dass zivile Schiffe auf Grund des erhöhten Flüchtlingsaufkommens per Boot (Rohingya anm.)
Das Ganze hat sich im Pazifik südlich der (bzw. in der südlichen) Philippinensee abgespielt, da gibt es nicht so viele Flüchtlinge und vermutlich keine Rohingya.

Zitat:
Einen Kostenersatz gibt es dafür sowieso nicht
Theoretisch schon, praktisch wird nur beim Verantwortlichen (also dem Chef des Fischers) kaum etwas zu holen sein, wenn man ihm überhaupt eine Schuld nachweisen kann.
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Once upon a time in the west...

Geändert von Helios (26.09.2018 um 12:43 Uhr)
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Trinity (26.09.2018)