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Alt 25.09.2018, 19:12   #1
Trinity
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Standard 49 Tage auf hoher See auf Floß überlebt

Ein 18jähriger Indonesier hat schier Übermenschliches geleistet.
Er hat 49 Tage über 2000 km von seinem Heimathafen weg auf offener See auf seinem Holzhausbootfloß überlebt, nachdem er beim Fischen damit in einen Sturm geraten war.

Als ihm das Gas ausging, zündete er kleine Holzstücke seines Bootes an und briet kleine Fische.
Das Meerwasser filterte er durch seine Kleidung, um es trinkbar zu machen.

ca ZEHN Schiffe sollen an ihm vorbeigefahren sein in dieser Zeit und seine Notrufe ignoriert haben...

Nun wurde er endlich gerettet...

http://www.heute.at/welt/news/story/...r-See-40741518

Frage: Was hat das in der internationalen Seenotrettung für Konsequenzen für die 10 Schiffe?

Wahrscheinlich wieder keine oder?
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Alt 25.09.2018, 19:44   #2
Yvannus
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Soweit ich das weiß, müsste man eigentlich die Schiffe einsehen können, die vorbeigefahren sind. Die senden ja ähnlich wie Flugzeuge ihre Position. Andererseits, nur weil man es könnte... wird halt keiner tun.
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Alt 25.09.2018, 22:13   #3
!Xabbu
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Wahrscheinlich ist der Aufwand nicht unerheblich, einen Riesenkahn abzubremsen und zu wenden (der „Bremsweg“ liegt bei ca. 5 km). Auch der Zeitverlust durch das Wenden, Aufnehmen des Schiffbrüchigen und wieder Kurs aufnehmen kostet den Reedereien vermutlich mehr Geld als ihnen ein Menschenleben wert ist.

Klingt zynisch, aber ich vermute dass aus rein profitablen Gründen das Floß „übersehen“ wurde.
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Es ist nicht Deine Schuld, dass die Welt ist, wie sie ist. Es wär nur Deine Schuld, wenn sie so bleibt.

(Die Ärzte)
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viennatourer (26.09.2018)
Alt 26.09.2018, 09:07   #4
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Zitat:
Soweit ich das weiß, müsste man eigentlich die Schiffe einsehen können, die vorbeigefahren sind.
Kann sogar jeder einsehen,es nennt sich MarineTraffic.
Allerdings bräuchte es da zum Abgleich auch die Daten vom "Floß",von dem ich allerdings nicht annehme,dass es über einen GPS-Tracker verfügte,ansonsten hätte man ihn ja jederzeit orten können.
Er hatte wahrscheinlich sogar noch Glück im Unglück,dass ein Frachter -nachts- nicht einfach über ihn drüber fuhr,
wenn er die Schiffahrtsrouten kreuzte.

Auch ist es in der angegebenen Gegend mittlerweile so,dass zivile Schiffe auf Grund des erhöhten Flüchtlingsaufkommens per Boot(Rohingya anm.) gar nicht mehr anhalten um Menschen aufzunehmen um sie in Häfen zu bringen die ihnen von zuständigen Leitstellen vorgeschrieben werden und womöglich weitab ihrer Route liegen.
Einen Kostenersatz gibt es dafür sowieso nicht und "just in time" ist dann auch dahin.
Wie xabbu richtig anmerkte...."profitable Gründe".
Der Kapitän des Schiffes hat halt einfach menschlich gehandelt.

Diese Praxis des -was geht mich an- wird übrigens mittlerweile auch vor Afrikas Küsten genauso gehandhabt,die Gründe sind ja bekannt.
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Geändert von viennatourer (27.09.2018 um 08:36 Uhr)
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Trinity (26.09.2018)
Alt 26.09.2018, 12:36   #5
Helios
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Zitat:
Zitat von Trinity Beitrag anzeigen
Frage: Was hat das in der internationalen Seenotrettung für Konsequenzen für die 10 Schiffe?

Wahrscheinlich wieder keine oder?
Die Schiffe sind dazu verpflichtet, Hilfe zu leisten, und die jeweiligen Registrierungsländer, eine verweigerte Hilfe nach internationalen Vorgaben zu sanktionieren (Strafen und ggf. auch Schadensersatz). Das Problem ist wie so häufig weniger die Theorie als die Praxis, denn erstmal muss man die entsprechenden Schiffe finden, und dann muss man den Besatzungen ein Fehlverhalten nachweisen. Ersteres ist vermutlich schon unmöglich, und letzteres im vorliegenden Fall zumindest nicht so einfach, wie es vielleicht klingt. Wir wissen nicht, unter welchen Wetterbedingungen und zu welcher Uhrzeit die Schiffe das Floß passierten, wir kennen die Distanzen nicht und auch nicht die Region, in der es die Begegnungen gab (solche Flöße gibt es da zu tausenden, und nicht wenige treiben auch verlassen umher) - von daher würde ich da kein vorschnelles Urteil fällen wollen. Wenn die Situation erkannt und wissentlich ignoriert wurde, dann wäre es ein verwerfliches Verhalten; es kann aber auch genauso gut einfach nur Pech gewesen sein.

Zitat:
Zitat von Yvannus Beitrag anzeigen
Soweit ich das weiß, müsste man eigentlich die Schiffe einsehen können, die vorbeigefahren sind. Die senden ja ähnlich wie Flugzeuge ihre Position.
Grundsätzlich richtig, allerdings ist die AIS-Abdeckung per Satellit noch nicht flächendeckend verfügbar. Abseits der Küste kann daher durchaus noch eine Überwachung fehlen. Viel relevanter ist aber ein anderer Punkt: du hast nicht die Position des Floßes und auch nicht den genauen Zeitpunkt der jeweiligen Begegnung. Die Rekonstruktionsgenauigkeit des Weges wird eher nicht ausreichen, um da tatsächlich die richtigen Schiffe zu finden.

Zitat:
Zitat von !Xabbu Beitrag anzeigen
Klingt zynisch, aber ich vermute dass aus rein profitablen Gründen das Floß „übersehen“ wurde.
Solche Menschen gibt es sicherlich überall - aber an eine Quote von 1:10 mag ich fast nicht glauben. Ich denke, die überwiegende Mehrheit der Seeleute, kulturübergreifend, würde im Falle einer erkannten Gefahr für Leib und Leben auch helfen; das ist sowas wie ein Ehrenkodex. Insofern halte ich es für wahrscheinlicher, dass die Mehrheit die Situation nicht erkannt oder falsch eingeschätzt hat.

Zitat:
Zitat von viennatourer Beitrag anzeigen
Auch ist es in der angegebenen Gegend mittlerweile so,dass zivile Schiffe auf Grund des erhöhten Flüchtlingsaufkommens per Boot (Rohingya anm.)
Das Ganze hat sich im Pazifik südlich der (bzw. in der südlichen) Philippinensee abgespielt, da gibt es nicht so viele Flüchtlinge und vermutlich keine Rohingya.

Zitat:
Einen Kostenersatz gibt es dafür sowieso nicht
Theoretisch schon, praktisch wird nur beim Verantwortlichen (also dem Chef des Fischers) kaum etwas zu holen sein, wenn man ihm überhaupt eine Schuld nachweisen kann.
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Geändert von Helios (26.09.2018 um 12:43 Uhr)
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Trinity (26.09.2018)
Alt 26.09.2018, 17:35   #6
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Meinte mal gelesen zu haben,dass Seenotrettung(Personen) eine Hilfeleistung darstellt die kostenfrei ist und von einer Bergung(Schleppen,Umladen, etc.) unterschieden wird.
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Geändert von viennatourer (26.09.2018 um 17:54 Uhr)
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Alt 26.09.2018, 20:00   #7
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Zitat:
Zitat von viennatourer Beitrag anzeigen
Meinte mal gelesen zu haben,dass Seenotrettung(Personen) eine Hilfeleistung darstellt die kostenfrei ist und von einer Bergung(Schleppen,Umladen, etc.) unterschieden wird.
Das gilt für einige staatliche Rettungsdienste, so zum Beispiel für die DGzRS, die im Auftrag des deutschen Staates den vorgeschriebenen Such- und Rettungsdienst betreibt. Kostenfreiheit ist allerdings nicht vorgeschrieben, und andere Staaten können da durchaus entsprechende Kosten in Rechnung stellen - was meistens die entsprechenden Versicherung dann übernehmen.

Wenn es aber um die "private" Rettung durch andere Schiffe geht, so haben deren Reeder durchaus die Möglichkeit, entstandene Kosten in Rechnung zu stellen (was zwischen Unternehmen durchaus auch üblich ist). Bloß wie gesagt, das ist die Theorie, wie es bei Privatpersonen und in der Praxis aussieht ist dann ein anderes Thema.
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Alt 26.09.2018, 23:02   #8
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Danke für eure ausführlichen Antworten!
Das ist doch zum Kotzen.

Also gehen wir mal vom schlimmsten Fall aus, dass sie ihn ignoriert haben.
Von einem Schiff weiß man das laut Nachrichten ganz genau. Da hat sich jemand gemeldet und das zugegeben.

Aber was mich stört, es ist so wie in der EU, in der Menschenrechtskommission/UNO, etc... wenn was passiert oder sich jemand an irgendwas nicht hält, gibts eigentlich eh für keinen Konsequenzen, weil das eigentlich gar nicht wirklich vorgesehen ist, was zu tun, wenn eins der Mitglieder sich weigert.

Außer halt Sanktionen... Ich könnt schon nichtmal mehr aufzählen, wer jetzt mit wem noch Handel treiben darf und wer nicht. Jedenfalls werden diese ganzen Agreements, Associations, Unions, Organisations immer absurder... und nicht mehr Wert als das Papier auf dem sie stehen.

Wenn da die USA einfach die MRK verlassen kann oder Klimaschutzabkommen nimmer eingehalten werden, aus der EU ausgetreten wird, da wird Dublin verweigert, dort verweigert man überhaupt jegliche Zahlung, die mit Flüchtlingen zu tun hat...

Frustrierend.
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