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Baum der Erkenntnis schlecht?

infosammler

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Ja eh :) ganz einfach ausgedrückt bzw die erkenntnisreichste erkenntnis vom baum der erkenntnis, war die erkenntnis das eva und adam sich fortpflanzen konnten.

Also muss man davon ausgehen, das es ihnen strikt undersagt war sich fortzupflanzen!

Wenn das stimmt und in der bibel galt auch das essen als sünde, dann hatte "gott" ihnen nicht erzählt, das sie sich fortpflanzen konnten. Folglicherweise wollte gott nicht, das sie sich vermehren. Was wiederrum bedeutet, das er sie nicht erschaffen hat um die welt zu besiedeln, aber weshalb dann?

Er schaffte sie laut bibel auch nach seinem, und in älteren aussagen, nach ihren abbildern.
 
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Zornwind

neugierig
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Das der Baum der Erkenntnis letztlich ein Bezug auf die Entdeckung der Sexualität ist, hat bk1 ja schon geschrieben und deckt sich auch mit der Übersetzung aus dem Hebräischen. Laut Text ja die Erkenntnis, dass der Mensch nackt ist und Scham entwickelt.

Ob man dies nun als Erkenntnis von Gut und Böse deuten sollte.. naja, weiß ja nicht.

Aber das erschiene mir immer noch wahrscheinlicher als hieraus eine Erkenntnis des Menschen über die Möglichkeit der Fortpflanzung zu machen, und dies in einem Gen-Labor Außerirdischer.

Gehen wir aber doch mal aus, dass der Baum eine Metapher für die Fortpflanzungsmöglichkeit ist, die dem Menschen von der Schlange verraten wird (und dass das Luzi ist/war ist eine Interpretation der christlichen Kirche... da der Name Luzi ja ehemals nur die Venus bezeichnete und erst in von der christlichen Kirche zu dem bekannten Teufelsbild gebastelt wurde).

Der Mensch erkannte es also... gut, aber warum schmeißt Gott die beiden dann raus? Er will nicht, dass die sich im Labor fortpflanzen, lässt sie das aber außerhalb fröhlich machen?
Nehmen wir dann noch die Geschichte um Lilith mit dazu, wird die Frage noch drägender, da demnach ja bereits ein Vorläufermodell von Eva vorhanden war, das Gott austauschen konnte. Warum also nicht das ganze nochmal machen?

Und für mich noch wichtiger... wenn die Schöpfungsgeschichte in dieser Form richtig ist, dass haben also die KReationisten recht?
Oder ebenso provokant könnte man fragen.. warum hat Gott drei Versionen einer ihn verehrenden Religion erschaffen?

Wenn ich also letztlich den Baum der Erkenntnis nicht als psychologisches Konstrukt der Menschen selbst sehe, dann muss ich auch den Rest der Bibel (bzw. Tora, Bibel und Koran) erklären und in dieses Konstrukt einbeziehen.
Und meiner Meinung nach wird das spätestens bei der Bibel dann schwer, wenn man die Apokryphen hinzuzieht und sich fragt, warum wurden die aussortiert.

Und ganz wichtig: Ich will hier niemandem bzgl. seiner Religion auf die Füße treten und werde sicherlich nicht behaupten, ich weiß was richtig ist.
 

Wolf

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Vielleicht hat der "Schöpfer" neue Wesen erschaffen, nur wir wissen nichts davon, weil wir ja aus dem "Labor" geflohen sind. Wenn wir die Theorie dazu nehmen, das der "Schöpfer" nur alle paar tausend Jahre vorbei kommt, hatte er noch keine Zeit uns einzufangen und wir sind jetzt zuviele, ähnlich wie Tiere die wir teilweise als Plagegeister/Schädlinge sehen (Ratten, Mäuse, Insekten)
 

nein

Dr. rer. anim. - RIP *1956-†2015
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die klassische interpretation war, dass der baum der erkenntniss die bewusstwerdung des menschen symbolisiert, also den schritt vom tier zum denkenden wesen.
dabei verliert er/sie die unschuld des unbewussten, instinkt getriebenen handelns und entwickelt dafür zweifel, scham und solches.

aber es gibt auch ganz andere interpretationen, z.b., der mensch hat sich mit den reptiloiden (die schlange) eingelassen und dabei einen abstieg in die materialität gemacht.
 

infosammler

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Vielleicht war es uns durch "gott" nicht bestimmt eine entwicklung zu erlangen. Die höher entwickelten haben unsere gene mit ihren gemischt und es kamen fortpflanzungsfähige und entwicklungspotenzielle wesen heraus.
Der "gott" wollte es aber nicht und sperrte sie in abteilungen von eden (bezirke), weil sie es trotzdem konnten.

@zornwind

Ich denke mal gut und böse ist der oberbegriff von allen dualitäten. Somit erkannten sie was gut und böse ist, was hell und dunkel, schön und hässlich, bis hin zu MANN und FRAU! Aber daraus schliießt sich auch, das gut im böse ist und böse in gut, eine einheit, ying yang. Deshalb heißt es auch, eva wurde aus adam geschaffen, weil ein teil adams schon immer eva war und eva einen teil von adam in sich trägt!
Also ergibt der baum der erkenntnis von gut und böse sinn!

Woher willst du wissen das luzi vor thausenden von jahren, der name der venus war? Versteh ich jetzt nicht.
Ich denke es gab vor adam u eva "menschen".

Ich stell mir das so vor. Gott erschafft! 2 menschen. Sie gelangen durch den "apfel" zur erkenntnis, das sie sich fortpflanzen können. Gott ist sauer und vertreibt sie!
So, warum erschafft gott 2 menschen, die die gabe haben sich fortzupflanzen, wenn er es nicht will?
Warum erschafft gott den baum, wenn dessen früchte sie fruchtbar machen?
Warum vertreibt er sie, wenn er allmächtig ist und es ohnehin wissen hätte müssen, das sie von der frucht naschen?

Es passt nicht zusammen, der gott der bibel, der alles erschaffen hat kann nicht der gott sein, der adam und eva aus eden vertrieb. (auf die bibel bezogen)

In der erkenntnis ist alles enthalten, außer erfahrungen zu sammeln.
 

klein_pegasus

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Evtl. ist Gott nicht als Herrscher zu sehen sondern als Vater.
Überleg mal, ein Vater sagt auch zu seiner Tochter das sie sich nicht mit Jungs treffen oder gar Sex haben darf, obwohl er weis das es geschehen wird.
Das rausschmeißen aus dem Paradies ist wie das Erwachsen werden. Einmal in den Apfel gebissen gibt es nun mal kein zurück mehr.
Soll heissen, einmal Erwachsen geworden (Sex, von zu Hause ausgezogen, eigenes Geld verdient,...) kann man auch nicht mehr zurück in die heile Welt der Kindheit.
 

infosammler

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Ja schon. Aber das bsp ergibt für mich keinen sinn, wenn man gott mit einem vater vergleicht. Warum sollte gott sauersein, das adam und eva sex hatten? Warum ist der baum überhaupt in der nähe der beiden? Warum wurde der baum nicht immer bewacht?

Natûrlich könnte, das auch alles eine probe gewesen sein, aber selbst diesen ausgang hätte gott gewusst, also hätte er sie schon nach dem ersten tag der erschaffung bestrafen müssen bzw erst garnicht erschaffen. Oder es ist einfach so gewollt, das sie vertrieben wurden.

Ja auch ein vater weiß das, aber gott müsste genau wissen, wann, wie, mit wem, wie lange, wieoft :)

Die kindheit kann man sich immer bewahren!

Ich weiß nicht ob ich an gott der bibel glaube, ich glaube das gott überall ist, auch in dem gott, der adam und eva erschuff und verbahnte :)
 

Zornwind

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Zu der Sache Luzi = Morgenstern:

Lucifer heißt nichts anderes als Lichtträger/bringer und ist die lateinische Form des griechischen Phosphoros, das die Bezeichnung für den Morgenstern war.
In der Bibel siehe hierzu Jesaja 14,12 wo vom Sturz des Morgensterns die Rede ist. Diese Stelle ist im übrigen eine der Grundlage der Entwicklung des Teufelsbildes im christlichen Glauben. Ob man jetzt die Venus und Merkur (der auch z.T. als Morgenstern gedeutet wurde, wenn auch seltener) als "Teufelsplaneten" sehen will, muss jeder selbst wissen - aber die Hölle im traditionellen Bild ist ja gerade ein nettes Örtchen im Vergleich zur Venus.

(Und ja ich hatte das im ersten Post sehr verkürzt, aber diese Thematik ist ja eigentlich auch OT)
 

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Inventar
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@ Bk1 - kann schon sein, dass dieses Wort Geschlechtsverkehr bedeutet, doch denke ich tut das beim Baum der Erkentniss wenig zur Sache.

Das bringt uns hier zu falschen Schlüssen... siehe:
Folglicherweise wollte gott nicht, das sie sich vermehren.
Das ist auch falsch, Gott sprach eindeutig "Seid fruchtbar und mehret euch...."
1.Mose, 1.Kapitel . (Luther 1912) Vers:22
Auch der Schluss, dass Adam und Eva nicht wussten das sie Essen konnten ist ein trugschluss, Gott sagte Eindeutig, was Adam und Eva zu essen haben.
3.Mose, Kapitel 25, Vers 6
 

infosammler

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Sorry ausdrucksfehler, meinte das essen vom baum der erkenntnis und nicht das essen ansicht.

Er wollte nicht das sie sich vermehren. Als eva das paradis verließ, war sie bereits schwanger und gott erschien ihr und strafte sie mit schmerzen bei der geburt. Dein becken soll fast zu schmal sein usw usv.
Passt dann wohl nicht zusammen. Weil jegliche aussagen von anderen stammen.

Ich denke, das der gott, der in eden lebte einfach der der gott ist, den die bibel verkaufen will, deshalb auch diese ungerheimtheiten. außerdem finde ich es auch seltsam, das anfangs die rede von einem rachegott ist und erst später wird gott immer mehr vermenschlicht.

Also ist der baum der erkenntnis nicht schlecht und auch nicht gut.
 

klein_pegasus

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@infosammler, ich meinte damit das gott wusste und es auch wollte das seine "kinder" sich vermehren. darum hat er ihn erschaffen, den baum. das verbot war einfach nur das es adam und eva "selber" entscheiden konnten wann.

das ganze mit dem paradies ist für mich eher als metapher zu sehen.
die halbe bibel ist meiner meinung nach metaphorisch.
es ist eine bildliche darstellung von ereignissen die sich die menschen damals nicht erklären konnten. z.b. wo kommen wir her, wie ist die erde entstande, sonne, mond und sterne.
(hat sogar schon unser schulpfarrer gesagt: die bibel kann und sollte man nicht wörtlich nehmen, sondern das geschriebene an seine lage anpassen und verstehen wofür die symbolik steht.)

Dies ist einfach nur meine Meinung, natürlich kann es sein das ich mich irre, es sollte sich keiner dadurch angegriffen fühlen. glaube ist halt immer ein schwiriges thema, da KEINER es wissen kann.
 

infosammler

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Ein paradies, das sich eden nannte, eingeteilt in bezirke und flûsse, umgebeb von einer mauer und einem tor.
Adam und eva wurden au@erhalb von eden erschaffen. 7 tage dauerte die erschaffung, nach 7 tagen brachten SIE adam nach eden. Dann erschafften sie eva, dauerte auch sieben tage, erst dann kam eva nach eden.


Um selber zu entscheiden, hätten sie wissen müssen, was es bedeutet die frucht zu essen. Gott hatte mit dem tot gedroht, falls sie davon kosten.

Nimm die bibel eh nicht ernst, bin immun gegen religionen :)
Und ich spekulier hier nur :) wie es mir am wahrsfheinlichsten erscheint.
 

klein_pegasus

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@infosammler, dann sind wir ja in bezug auf religion der selben meinung :o).

um die bibel so zu deuten wie es geschrieben steht, kenn ich sie zu wenig, darum hab ich es eher, mit der bildlichkeit solcher theman, und kann mich nicht auf das wörtlich geschriebene beziehen. (aber mitreden muss ich :orolleyes:)

aber da ja niemand weiss was richtig ist könnt ich ja evtl., auch recht haben. ^^
 

infosammler

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Türlich, den das gegenteil der wahrheit ist genauso wahr :)

Hab die bibel auch nicht gelesen, habs auch nicht vor. Vielleicht irgendwann mak, aber ich seh die bibel als das was sie ist, ein buch mit geschichten. Teils wahre, teils erfundene. Die bücher die nicht aufgenommen wurden, funde ich interessant, weil ich gern wissen würde warum.

Wäre das gleiche, wenn ich eine biografie mache und schlechte, unvorteilhafte kapitel einfach weg lasse.
 

andraste

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Also, manche haben ja bereits die richtige Richtung angeschlagen, das mit dem Baum der Erkenntnis zu erklären.

Auch wenn das natürlich etwas verquer ist im Nachfolgenden, so könnt ihr die These, Gott habe nicht gewollt, dass Adam und Eva Sex haben und sich vermehren komplett verwerfen, denn dafür bedarf es auch keiner großartigen Interpretation. Dafür müsst ihr nur ein paar Stellen weiter vor schauen im
Buch Genesis Kapitel 1 Psalm 104
denn dort heißt es:

[1.27] Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Weib.
[1.28] Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan und herrschet über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über alles Getier, das auf Erden kriecht.


Das schließt ja aus, dass die Fortpflanzung an sich unerwünscht wäre. Die Metapher Gott als Vater zu sehen, die ist sehr gut für die Erklärung. Der Vater will, dass das Kind die Unschuld nicht verliert. Es ist weniger die Handlung, die die Unschuld verlieren lässt, als eben das Wissen, sprich die Erkenntnis darum. Ein einfaches Beispiel hierfür findet ihr in den Doktorspielen von Kindern. Obwohl das ja sexuelle Handlungen sind, ist das kein Verlust der Unschuld. Dieser Verlust ist erst dann gegeben, wenn sich die Kinder der Schamhaftigkeit bewusst werden.

Der Gott des alten Testamentes ist ja auch nicht gerade als der antiautoritäre bekannt, um bei der Metapher des Vaters zu bleiben - wobei das ja schon mehr als eine Metapher ist, da in denen auf das Judentum basierenden Religionen Gott als Vater oftmals bezeichnet wird, vor allem natürlich bei den Christen. Wir erkennen Gott als unseren Übervater an.

Der Gott des alten Testamentes wollte jedenfalls die Unschuld seiner Kinder für immer bewahren, so wie es ja auch viele Väter gerne möchten. Auch hier kann man die Metapher weiter verwenden, denn das Verlieren der Unschuld kann man gleich setzen damit, dass ein Kind erwachsen geworden ist und dann muss es eben das Elternhaus verlassen. Natürlich ist das bei den Menschen, vor allem der heutigen Zeit, nicht mehr derart streng gelebt, aber es ist und bleibt der allgemeine Kreislauf des Lebens und ist immer noch das, was als normal und wünschenswert angesehen wird, dass die Kinder eben ihr eigenes Leben dann leben, ihre eigenen Familien gründen und nicht mehr unter dem direkten Schutz des Vaters stehen. Das darf man jetzt auch nicht so interpretieren, dass die Väter den Schutz vollkommen entzögen, oder dass die Liebe zu dem Kind entschwindet - sondern die Eltern ziehen sich einfach zurück und stupsen die Kinder in die Welt hinaus. Das erfolgte hier eben durch Verweis aus dem Paradies. Dies ist nicht grausam, sondern der ganz normale und gesunde Kreislauf.
Der Vater befindet sich also in einem Zwiespalt. Einerseits möchte er den Status Quo des unschuldigen Kindes aufrecht erhalten, weshalb auch immer etwas Zorn mitschwingt, wird das Kind erwachsen, andererseits weiß er, dass das nicht richtig so ist und will, dass sein Kind ein eigenes und gesundes Leben führt, wofür es eben selbst die Verantwortung übernehmen muss.
Der Vater kümmert sich natürlich weiterhin um das Kind, wenn es in Not ist, hält die schützende Hand darüber, so wie auch Gott es tut, aber er übernimmt nicht mehr dessen Verantwortung.

Auch seitens des Kindes führt diese Erkenntnis, das Erwachsenwerden zu einem Bruch. Kinder eines guten Elternhauses sehen in ihrer Unschuld die Eltern als allmächtig und allwissend an. Irgendwann aber findet das Kind heraus, dass dem nicht so ist, dass auch die eigenen Eltern Fehler haben und machen und es macht sich erst einmal eine Enttäuschung breit und aus dieser heraus auch eine Ablehnung gegenüber den Eltern - welche ja in der Pubertät dann ihren Höhepunkt erhält. Ich denke, das brauche ich nicht näher erläutern, wir waren alle mal Teenys.^^

Aber nicht nur die sexuelle Scham spielt eine Rolle. Das erste, wenn ein Kind lernt, dass die Eltern auch fehlerhaft sind, dass nicht jede Aussage und Anweisung von ihnen richtig sein muss, ist, dass das Kind beginnt die Eltern zu hinterfragen. Mit dem „Warum“ beginnt der Verlust der Unschuld.

Und nun beziehen wir das nur auf Gott. Gott ist aber nicht fehlerhaft wie der menschliche Vater und ihm die Frage nach dem Warum zu stellen, ist eine Sünde und wie gesagt, der Gott des alten Testamentes war schon immer eher ein strafender und rachsüchtiger. Mit dem Biss in die Frucht (btw. es war kein Apfel), sprach Eva sozusagen das erste Mal diese Frage aus und mit dem Warum begann der Sündenfall.

Dass die Sünde auch darin bestand, dass sie eigene Entscheidungen trafen, das ist nicht korrekt. Gott gab den Menschen von Beginn an und bewusst die Fähigkeit selbst zu entscheiden. Ohne diese Wahl könnte der Mensch ja auch nicht richtig oder falsch handeln und das richtige Handeln, die Entscheidung für Gott, ist das Fundament aller Religionen. Ohne freie Wahl kein Glaube und ohne Glaube keine Religion. Könnte der Mensch nicht selbst entschieden, wäre die Tatsache, dass man nicht vom Baum der Erkenntnis isst, ohne jeden Belang.

Den Baum der Erkenntnis also mit Bösem gleichzusetzen, ist nicht ganz richtig. Der Baum selbst und dessen Früchte gelten nicht als Böse, aber das, was sich daraus ergibt.

Dementsprechend ist die Frage, warum nicht wie bei Lilith Eva einfach ausgetauscht wurde, von einem Denkfehler geleitet.
Gott hat Lilith nicht verjagt, weil er verärgert war. Bei der Geschichte um Lilith geht es viel mehr um den guten alten Sexismus. Es war Adam, der Gott darum bat, weil Lilith sich diesem nicht unterordnete. Lilith dient in erster Linie den Männern, zu veranschaulichen, dass die Frau dem Manne untertan zu sein hat.

Auch die Rolle Satans sollte man bei dieser Frage eher außer Acht lassen, denn das ergäbe eine Menge weiterer Fragestellungen, die bei dieser Frage keine Rolle spielen und eigentlich eines eigenen Threads dann bedürften.
In kurz sei dazu nur gesagt, dass es nicht belegt ist, wer Satan wirklich ist. Dass Luzifer jener Engel ist, ist nur eine These. Bei der Benennung von Luzifer kann man lediglich zwei Bibelstellen heran ziehen und diese sind bei weitem nicht eindeutig. Denn je nachdem, wie man es übersetzt und in welchen Kontext man es setzt, kommen verschiedene Interpretationsmöglichkeiten zu tragen. In der Offenbarung des Johannes übrigens, wird Luzifer mit Jesus selbst gleichgesetzt, denn dieser nennt sich dort Lichtbringer.
Selbst die Frage ob Satan als der Teufel und Widersacher Gottes gleichzusetzen ist, konnte bis heute nicht wirklich geklärt werden. Satan ist ursprünglich, vor allem auch heute noch im Judentum so vertreten, kein böser Engel, sondern viel mehr der göttliche Staatsanwalt.

Für den Satan/Teufel kommen auch noch andere Engel, wie Samael (welcher eigentlich sogar nahe liegender ist) in Frage. Die Wortbedeutung von Satan selbst lautet Ankläger als auch Widersacher. Jeder Ankläger ist auch ein Widersacher, von daher, wie gesagt, das wäre alles noch einmal ein Thema für sich selbst.


Ich hoffe, ich habe das jetzt einigermaßen nachvollziehbar erklärt. Ansonsten, ich bin ja noch da. Das Thema des Sündenfalles ist einfach ein sehr umfangreiches, dem man hier gar nicht so einfach gerecht werden kann.

Ach so, vielleicht erwähnenswert,ich selbst bin gläubige Christin, aber ich glaube dabei an Gott und Jesus und weder der eine noch der andere haben die Bibel geschrieben. Von daher, auch wenn ich mich gerne damit auseinandersetze, ist dies nicht damit gleichzusetzen, dass ich das was Bibel und Kirche (Menschen) vorsetzen, einfach so als wahr hinnähme. Allerdings, vielleicht bin ich zu erwachsen dafür, ziehe ich nicht den Umkehrschluss, dass alles, was jene sagen, falsch sei und bei weitem sehe ich auch nicht jeden Kirchenmenschen als Heuchler an.
Von daher, auch wenn mein Wortlaut dies mitunter impliziert, bedeuten meine Erklärungen nicht, dass das Zwangsläufig mein Glaube ist.
 

infosammler

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Und die frage ist welcher gott. Wenn es zwiespältig daher kommt, warum nicht das naheliegendste... es gab mehr.
 

andraste

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Das ist doch eine ganz andere Frage und besitzt im Bezug zu der Frage danach, was am Baum der Erkenntnis nun schlecht sein soll, keinerlei Relevanz. Der einzie Gott, der hier relevant ist, ist der der Juden.
 

Nono

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Habe mich heute spontan gefragt, ob der Baum der Erkenntis wirklich was Schlechtes war und warum Gott ihn verboten hat.
Ich hab mich mal gefragt, ob ich, wenn ich Gottes Job hätte, diesen Baum nicht einfach gefällt und vergraben hätte.
Wenigstens zu einen Baum der Weisheit veredeln hätt man ihn ja können, mit viel göttlicher Liebe. Oder halt garnicht erst entstehen lassen. Aber wer versteht schon Götter ^^
War dann wohl Absicht. Vielleicht weiss man das Paradies erst dann zu schätzen, wenn man der Hölle mal einen Besuch abstattet. Für gewöhnlich ist das so. Garnicht mal so unmenschlich der liebe Gott ;-)
 

infosammler

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Das paradies is die erde und @undraste ich finde das es um es zu verstehen alles in erfahrung gebracht werden muss, eben auch wer in "gemacht" hat, damit absicht erkennt.
(Vorallem wenn man bedenkt, dass das ja alles übernommen wurde)
 

andraste

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Ach, ich glaube, jetzt weiß ich, was du mit zwiespältig meinst, infosammler. Nur ne, an der Geschichte des Sündenfalles ist nichts zwiespältig bzw. paradox, es kann nur so anmuten, was sich aber eben daraus ergibt, dass es ein sehr facettenreiches Thema ist und man schon abstrakt denken können muss, um das zu erfassen (nein, das soll nicht heißen, ich dächte, jemand hier könne es nicht).

Davon abgesehen bin ich kein Freund davon, die eigene Logik in nicht beweisbaren Dingen derart zu setzen, als besäße sie eine Allgemeingültigkeit und noch weniger bin ich ein Freund davon, selbst die Voraussetzungen für eine Logik anzugeben, worauf man die Logik dann anwendet und das am Ende dann so verkauft, als seien diese Voraussetzungen nicht von einem selbst bestimmt - aber auch das ist ein anderes Thema. Wobei das wäre wirklich einen Thread wert, mal gucken, die Tage.- ganz gleich, ob es der Realität entspricht oder nicht.
Auch bei mir selbst nicht, weshalb ich ja auch darauf hinwies, dass ich nicht sage, dass das alles wahr ist. Dass ich Indikative verwende, gründet einfach darauf, dass es hier nicht darum geht, ob der Inhalt der Bibel der Wahrheit entspricht oder nicht und ich deshalb, was auch verständlicher dann ist, hierbei einfach von der Annahme ausgehe in meiner Erklärung, dass es wahr ist. So wie man eben auch in vielen Wissenschaftlichen Thesen Dinge zu Beginn als gegeben voraussetzt

Ich bin abgeschweift und wollte auch damit, jetzt niemanden etwas unterstellen.

Als ich schrieb „verquer“, damit meinte ich nicht, dass die Handlungen Gottes paradox seien, sondern dass es eben nicht ganz so einfach zu erklären ist.
Dass die Sünde eben nicht im Sex selbst liegt, sondern darin, ob der Mensch darin die Sünde erkennt. Ist eben nicht für jeden so einfach zu verstehen, dass die Handlung selbst weniger wiegt, als die Kenntnis (auch das sollte kein Seitenhieb sein). Wie eben bei dem Beispiel mit den Doktorspielen.

Auch ist das Verhalten Gottes nicht schizophren, was ja auf mehrere Götter hinwiese und was du wohl auch meinst. Dann wäre jeder liebende Vater ein Schizo.
Ein Vater möchte nicht, dass sein Kind erwachsen wird. Ein Vater möchte, dass sein Kind immer klein und unschuldig bleibt, sodass er es für immer beschützen kann.
Bei einem unschuldigen Kind liegt die Verantwortung eben beim Vater, für dessen Wohl und Leben. Er (be)hütet es, er führt es und er schützt es vor allem Unding und das Kind schaut dankbar zum allmächtigen Vater auf.
Natürlich entspricht es nicht der Realität, dass man seine Kinder wirklich vor allem schützen kann, aber das blendet der Vater aus. So lange das Kind eben noch klein und unschuldig ist, kann der Vater ihm den größtmöglichen Schutz geben und welcher liebende Vater wollte nicht, dass er sein Kind für immer vor allem beschützen kann?

Nun weiß aber auch der liebende Vater, dass es nicht richtig ist und dass das Kind erwachsen werden muss und er es auch loslassen muss. Er muss für die Freiheit des Kindes den Schutz dessen sehr weit aufgeben.

Hier ist eben der besagte Zwiespalt des Vaters zu finden, dass sein Wunsch einerseits ist, dass er das Kind für immer vor allem schützen kann, wozu auch durchaus gehört, dass er dessen Entscheidungen fällt, aber auf der anderen Seite will er nur das Beste für das Kind und das bedeutet eben auch loszulassen, auf dass das Kind sich von diesem elterlichen Schutz befreien muss.

Da haben wir doch auch das wunderbare Beispiel zum Fall der Mauer. Die Menschen der damaligen DDR waren zwar nicht frei, aber sehr behütet durch den Staat. Eine Sorge um Arbeitslosigkeit gab es nicht, aber es gab eben auch keine großen Freiheiten. Schutz ist eben sehr, sehr oft mit Einschränkung der Freiheit verbunden.
Und das ist der Grund, wieso so manche der Bürger der ehemaligen DDR sich die Mauer wieder wünschen, da sie damals keine Existenzängste kannten.

Ebenso bedeutet es eine Verletzung für den Vater, dass das Kind sich seines Schutzes auch von sich aus entzieht, denn das fühlt sich eben für ihn an, als entzöge es Liebe. Es ist eine Ablehnung und das ist Fakt - die Ablehnung ist weder boshaft noch sonst wie gegen den selbst Vater gerichtet, nichts desto Trotz ist es eine Ablehnung. Das ist nichts Bewusstes seitens des Vaters, jedenfalls nicht, wenn wir vom normalen und gesunden Rahmen ausgehen, aber diese Ablehnung ist verletzend.

Mit dem Sündenfall kehrte eben auch die Ablehnung des Vaters und seiner Fürsorge ein. Der Vater und seine Regeln wurden hinterfragt und nicht mehr als Gesetzbarkeit hingenommen. Das verletzte den Vater und es folgte die Vertreibung aus dem Paradies, welche aber dennoch richtig für das Kind war. Es ist eben nichts anderes, als wenn der Vogel das Küken aus dem Nest stößt. Eine Handlung, die grausam erscheint, aber dennoch zum Besten des Kindes ist.

Von daher trifft es nono genau, dass es ein sehr menschliches Verhalten ist. Es war an der Zeit, dass die Kinder das Elternhaus verlassen und auf eigenen Beinen stehen. Bis zu diesem Zeitpunkt nämlich hatte Gott alle Verantwortung für das Leben der Menschen getragen, welche für ihn eben noch kleine Kinder waren.

Auch verläuft es nicht immer ganz freundlich bei den Menschen, wenn die Eltern die erwachsenen Kindern, die es von selbst nicht auf die Kette bekommen, des Hauses verweisen. Das ergibt sich meistens eben dann, wenn das Kind viel länger als gut für es selbst ist, unter den Flügeln der Eltern lebt, sodass es eben manchmal auch unsanfter von statten geht.
Womit ich nicht sage, dass es bei allen perfekt und richtig von statten geht, das wäre ja zu schön. Die Menschen sind eben nicht perfekt, fehlerfrei, so gesund und liebend wie sie sein sollten.

Wie gesagt, vor allem ist das eine Metapher für Vater (Eltern) und Kinder - vieles in der Bibel sind Metaphern des Lebens. Auch schreibe ich meistens vom Vater, weil ich mich hier auf die klassische Rollenverteilung, wie eben vor zweitausend Jahren noch gelebt, beziehe, wo der Vater jener ist, der den Schutz der Kinder vor allem gewährt bzw. den Schutz der Familie.

Wenn man sich das Ganze also genauer betrachtet, dann ist da kein Widerspruch zu finden - nicht dass die Bibel an sich widerspruchsfrei wäre. Nur allein in der Schöpfungsgeschichte und Sündenfall kann ich nicht ausmachen, was nun, zudem wie deklariert zwangsläufig, für mehrere Götter sprechen soll. Und es spielt auch keine Rolle, wie ich bereits sagte, wenn es um die Frage nach dem Baum der Erkenntnis geht. In diesem Kontext ist JHW als Gott vorauszusetzen.

Die Frage nach Gott selbst, wäre eine, vielleicht ganz interessante welche, für sich selbst.


Ach jo, genau @nono
jop, genau, prinzipiell könnte diese Frage aufkommen, wieso dieser Baum überhaupt erst zugänglich war für den Menschen, wenn er doch nicht erlaubt, gar böse war. Aber im Hinblick darauf, dass der freie Wille für Gott und den Glauben eben eine extrem große Rolle spielt, beantwortet sich diese Frage dann von selbst. Ich denke, das hast du gemeint, oder nicht?


edit: @Infosammler
Jetzt mal davon abgesehen, dass das Paradies nicht die Erde ist, ist die Frage hier nicht nach dem Paradies, sondern allein nach dem Baum der Erkenntnis. Einzig nach diesem und in der Fragestellung auf die Bibel so bezogen. Die Verfasser der Bibel gehen von einem Gott JHW aus. Hier geht es also nicht darum, die Weltenordnung, unter der Voraussetzung, dass Gott existenz ist, zu verstehen, sondern einzig darum, was das Schlechte an der Erkenntnis sein soll. Von daher ist es nicht nur nicht relevant, ob es nun einen oder mehrere Götter gibt, sondern zur Beantwortung dieser Frage sogar hinderlich und irre führend.
Um die Frage nach dem Baum der Erkenntnis zu beantworten müssen wir von der Annahme ausgehen, deshalb besagte Indikative, dass das was in der Bibel steht als wahr vorauszusetzen ist und dies führte zu JHW.

Die Fragen die du stellst stehen in keinem Kontext zur Ausgangsfrage, sind wie gesagt ein ganz anderes Thema - oder mit anderen Worten, bezieht sich die Frage auf die Bibel, dann sollte es die Antwort auch tun.
 
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