Chaos in der Ukraine

Yvannus

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http://www.spiegel.de/politik/ausla...e-gruenden-neue-nationalkirche-a-1243941.html

Die Ukraine hat seine heute eine nationale orthodoxe Kirche. Bisher war man vor allem russisch-orthodox unterwegs, nun gibt es auch ukrainisch-orthodox.

Es ist aktuell ganz interessant wie politisch aktiv die Orthodoxe Kirche an sich unterwegs ist. Kyrill, Patriarch der russisch orthodoxen Kirche, ist ja Putins best buddy. Der Stand der Kirche geht da derweil soweit, dass sie Wahlempfehlungen ausspricht und vor allem antiwissenschaftlich unterwegs ist und gegen alles was nicht einer heterosexuellen Familien- und Lebensführung entspricht hetzt.

Ähnliches findet sich schon immer bei der serbisch-orthodoxen Kirche. Aber auch die rumänisch-orthodoxe Kirche ist auf dem Trip.

Bei den Ukrainern war heute natürlich auch der Präsident mit dabei und hat den Schulterschluss zwischen Politik und Religion vollzogen.

Man möchte kotzen, dass 2018 immer noch Religion so einen Einfluss hat und es nicht längst eine Märchenlektürekurs ist, den man maximal privat im Hinterzimmer betreibt.
 

Zwirni

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In den vergangenen Tagen hat Russland offenbar eine enorme Anzahl von Militär an die Grenze der Ukraine verlegt. Das Belegen viele Augenzeugen und Videos. Russland selbst behält sich bedeckt, die USA mahnen jedoch und erhöhen ihre Alarmstufe.
 

Helios

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Zur Zeit ist es ganz interessant, auf den einschlägigen Seiten (bspw. ADS-B-Exchange) die Flugbewegungen über der (Ost)Ukraine zu beobachten. Als Reaktion auf die russischen Verlegungen wurde der Flugbetrieb westlicher Aufklärungsflugzeuge intensiviert, die Briten kommen jeden Tag mit Fernaufklärern direkt von Basen im UK vorbei, die Amerikaner setzen vor allem Drohnen aus Südeuropa ein. Zur Zeit noch (und hoffentlich bleibt es dabei) kalter Krieg.
 

Helios

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War es Anfangs eine "Verstärkung" der Truppen, muss man inzwischen von einem regelrechten Aufmarsch sprechen. Entweder ist das eine Übung, bei der bewusst gegen bisherige Abläufe agiert wird um einen besonderen Ernst der Lage zu suggerieren und damit eine Drohkulisse gegen die Ukraine aufzubauen, oder es handelt sich tatsächlich um die Vorbereitung für eine großangelegte Offensive zur Eroberung der ostukrainischen Gebiete.


Die zuvor genannten Aufklärungsflüge wurden übrigens in den letzten Tagen weiter intensiviert, sowohl von Seiten der Ukraine wie auch der NATO - zudem natürlich auch von russischer Seite. Gleichzeitig wird in bekannter Art versucht, eine etwaige Schuld für einen Zwischenfall bzw. der Eskalation dem Westen in die Schuhe zu schieben.


Die Aussage im ersten Absatz ist übrigens falsch, die Schiffe werden dort nicht stationiert, sondern patrouillieren nur im Schwarzen Meer. Das ist in diesem Fall ein wichtiger Unterschied, weil kein Nichtanrainer dort eine dauerhafte Präsenz aufrecht erhalten darf und die maximale Verweildauer der Schiffe begrenzt ist.
 

Zwirni

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Die Russen ziehen sich zurück. Das soll aber bis Mai dauern.
 

Helios

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Auch wenn die Begriffe zynisch sind, aber aktuell gibt es wieder einmal diese "Spielchen" mit den Medien, dieses "Tänzchen" mit dem Gegner um die Provokation und Deutungshoheit von Ereignissen:


 

Zwirni

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Der russische FSB soll 3 ukrainische Agenten festgenommen haben. Einer hätte einen Bombenanschlag geplant.

Das entspannt die Situation nun nicht wirklich ..
 

Zwirni

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Der US-Geheimdienst sieht in dem aktuellen Aufmarsch von russischen Truppen die Vorbereitung auf einen möglichen Angriff auf die Urkaine. Die Ukraine fürchtet einen Angriff Ende Januar 2022 ..
 

Zwirni

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Russische Soldaten sollen die Abwehr von Luftangriffen geübt haben.

Es sind dort weiterhin zehntausende Soldaten vor Ort. Eine Entschärfung nehme ich bisher nicht wahr - weder verbal noch vor Ort.
 

Zwirni

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Betrifft zwar nicht die Ukraine, aber ich sehe dennoch einen Zusammenhang mit der Aggression Russlands gegenüber der Ukraine: in Kasachstan ist nach Verdopplung der Benzin-Preise die Bevölkerung gewaltsam gegen die Regierung vorgegangen. Die ließ das Militär zurück schießen.

Kommt euch das auch etwas merkwürdig vor? Der Gas-Preis für Europa durch Russland wurde ja auch schon erhöht. Könnte Russland auch dort diese Erhöhung beeinflusst haben um, ggfs. mit V-Leuten, die Bevölkerung zur Gewalt anzustacheln nur damit Russland letztlich als "starker Mann" auftreten kann und somit auch für die Ukraine eine Berechtigung für sich beanspruchen würde? Oder denke ich zu "geopolitisch" gerade ..
 

Yvannus

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Ich bin leider nicht so tief drin was Kasachstan betrifft.

Kasachstan hat ja aber zwischenzeitlich auch Russland um militärische Unterstützung gebeten bzgl. Wiederherstellung der Ordnung. Aus meiner Sicht dürfte das Putin aber nicht allzu sehr freuen, vor allem weil in Kasachstan ja wieder eine stark vom Islam und Personenkult um den Ex-Präsidenten, der ja jetzt sich irgendwie Oberführer nennt, besteht. Deswegen haben sie ja auch die Hauptstadt umbenannt.

Natürlich kann Russland mit den Gaspreisen spielen, ob man damit Kasachstan destabilisieren wollte, ich denke eher nicht. mag langfristig ein Ziel sein, aber vorher wird erstmal Ukraine und Belarus das Hauptthema sein, die dritte Front schadet da eher. Natürlich wird aus russischer Sicht Kasachstan aber nach wie vor zur russischen Einflusssphäre gezählt, immerhin eine Ex-Sowjetrepublik.

Was den Gaspreis betrifft, da ist ja Russland durchaus auch bisweilen bei den Ex-Sowjetrepubliken sehr sehr günstig gewesen im Gegenzug für entsprechende Gegenleistungen. Russland braucht aber auch Einnahmen und dabei sind die ganzen Bodenschätze halt der vorrangige Weg ranzukommen, viele andere Sachen produzieren Länder wie China billiger oder sind von Beschränkungen betroffen, was Import/Export betrifft.

Gleichzeitig geht es ja in Kasachstan stark darum, dass die örtlichen Machtcliquen sich bereichern, die Bevölkerung aber von vorne bis hinten ausgenommen wird. Dabei hat Kasachstan ja genug Bodenschätze und Möglichkeiten, allen zu mehr Wohlstand zu verhelfen. Und da ist Kasachstan ja auch recht ähnlich zum russischen Oligarchendschungel. Auch da kommen ja immer wieder die krassesten Betrügereien und Eskapaden ans Licht, während die Bevölkerung sich irgendwie durchschlagen muss. Denke, da macht sich Putin auch eher Sorgen, dass nach Belarus nun auch in Kasachstan die Bevölkerung keine Lust mehr auf Herrscherdynastien, Clans und Diktatoren hat und das ein weiteres Vorbild für Russland sein könnte.
 

Zwirni

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Gespräche zwischen den USA und Russland führten zu einer einzigen Zusicherung der Russen: sie würden die Ukraine nicht angreifen. Mehr nicht.
 

Zwirni

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Es scheint so als wäre die Angst vor Krieg ebenso wie die Möglichkeit für Krieg nie so groß gewesen wie heute. Aber hieß es das nicht früher auch schon öfter?

Die USA erwarten Sabotage-Akte Russlands die als Vorwand für einen Krieg gedeutet werden könnten.

Btw. wurden kurz vor der Meldung ukrainische Regierungswebseiten angegriffen ..

Die USA bereiten zudem schon Notfallmaßnahmen vor. Wenn Russland das Gas für Europa kappt könnten Notlieferungen notwendig sein:

Die OSZE, als einziges gemeinsames Organ in dem alle Beteiligten vertreten sind, hat gestern auch beraten - ohne Ergebnisse.
 
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