Mögliche Ursachen für unerwartete Wahrnehmungen

E

erdbeerblond

Gast
Theorien zur Erklärung von:
- unerklärlichen Zeitverlusten
- dem Aufwachen an ungewöhnlichen Schlaforten
- Entführungserlebnissen an sich
- dem Sehen von sehr großen Spinnen/Insekten


Einleitung

In Alienopfer-Berichten werden manchmal unerklärliche Zeitverluste erwähnt. Sie sehen auf die Uhr und es ist 14 Uhr; schauen, ihrer Einschätzung nach, in 30min wieder nach der Uhrzeit, doch zu ihrer Überraschung sind 3h um. Eine irritierende Situation...

Meines Wissens wurden ursächliche rationelle Erklärungen gebracht, wie z.B. "Uhr falsch abgelesen" oder "schlechtes Zeitgefühl" oder "Uhr defekt" etc.

Eine der gängigsten Fragen ist die, ob Drogen im Spiel sein könnten. Von der Tabuisierung und Stigmatisierung dieses Themas und der größtenteiligen Verneinung von Seiten der Antwortenden abgesehen, befasste ich mich mit der Möglichkeit eines unwissentlichen bzw. versehentlichen Drogenkonsums, sowie die Unwissenheit von Nebenwirkungen gebräuchlicher Medikamente.
Kann man sich überhaupt versehentlich unter Einfluss eines Halluzinogens setzen und wie wahrscheinlich ist das?

Amüsiert und angeregt durch die Entdeckung, dass für das Sehen von Schloßgeistern häufig eingeatmete, halluzinogene Kleinstpilze ursächlich waren, begann ich meine pharmakologische Suche in den Weiten des Internets. Was ich dort alles herausgefunden habe, will ich nicht als ultimative, allein gültige Erklärung fehlinterpretiert sehen.


1. Substanz: Butyro-1,4-lacton

Grundinfos

Der Wirkstoff nennt sich "Butyro-1,4-lacton" bzw. Gamma-Butyrolacton (GBL) und ist das Lacton der Gamma-Hydroxybuttersäure (GHB). Es wird hauptsächlich als Lösungsmittel in der Industrie und als Ausgangsstoff zur Herstellung von Pharmazeutika und Chemikalien eingesetzt.

Das Butyro-1,4-lacton ist ein weit verbreitetes Lösungsmittel in der Industrie. Es wird als Reinigungsmitttel, Farb- und Graffitienetferner verwendet und ist als Weichmacher in Weich-PVC-Folien enthalten. Nach langer Diskussion wurde GBL, neben dem GHB, dem BtmG unterstellt. Weil es aber für die Industrie unersätzlich ist, gab es ein großes Tumult, mit der Folge, dass man die Chemikalie binnen sehr kurzer Zeit aus dem BtmG entfernte, und wie zuvor, lediglich durch das Monitoring überwacht wird.

Daneben dient es als Vorläuferstoff des sehr einfach herstellbaren Betäubungsmittel GHB.

Pharmakokinetik

GBL wird im Blut durch das Enzym "1,4-Lactonase" zu GHB hydrolysiert. Die Plasmahalbwertszeit von GBL beträgt auf Grund rascher Metabolisierung zu GHB weniger als 60 Sekunden, d. h. drei Minuten nach der Einnahme von GBL sind im Körper noch etwa 3 % des Gamma-Butyrolactons vorhanden.

GBL wird fast komplett zu GHB umgewandelt, letzteres ist maximal 12 Stunden via GC-MS (Kopplung eines Gaschromatographen (GC) mit einem Massenspektrometer (MS)) im Urin nachweisbar und wird primär durch Alkoholdehydrogenase (ADH) / Aldehyddehydrogenasen (ALDH) im Körper zu Bernsteinsäure metabolisiert, welche ihrerseits in den Citratzyklus übergeht.
Als Abbauprodukte bleiben letztlich nur Kohlenstoffdioxid und Wasser. Zu sehr geringen Teilen entstehen auch Metabolite durch β-Oxidation, welche renal ausgeschieden werden.

Wirkung durch orale Einnahme von GBL

Je nach Dosis variiert die Wirkung erheblich. Man kann hier sogar von Plateaus sprechen.

sehr geringe Mengen (ca. 0,5 - 1ml):
Mit der Aktivierung des GHB-Rezeptors wird Glutamat, der wichtigste erregende Neurotransmitter, freigesetzt und das putscht auf, belebt, aktiviert und motiviert zu körperlichen und geistigen Aktivitäten.

geringe Mengen (ca. 1ml - 1,5ml):
Hier induziert GBL einen Rausch, der partiell dem Alkoholrausch ähnelt. Weitere mögliche Wirkungen sind Euphorie, Schwindel, Übelkeit, Somnolenz und Mydriasis. Ferner kann es angstlösend, antidepressiv und aphrodisierend sein. Starke Entspannung der Muskeln und manchmal auch Kopfschmerzen wurden beobachtet. Auch Herz-Kreislaufprobleme, insbesondere bei etwas zu hoch gewählter Dosis oder starker subjektiver Empfindlichkeit, können sich ergeben, da GBL auf die Katecholamin-Rezeptoren im Gehirn wirkt.

mittlere Mengen (1,5ml - 2ml):
Diese Dosis bewirkt eine Aktivierung des GABA B-Rezeptors, der zu der sedativen Wirkung führt. Es ist dem Wirkungsbild von sedativen Benzodiazepinen sehr ähnlich, da sie an den gleichen Rezeptor andocken. Präzise ausgedrückt heißt das, dass man nach Einnahme dieser Menge mit einer schlafanstoßenden Wirkung rechnen kann, wenn das erwünscht ist. Ebenso gut könnte man aber auch wenig anspruchsvollen Tätigkeiten, wie fernsehen, Musik hören etc., nachgehen, ohne gegen den Schlaf ankämpfen zu müssen.

hohe Mengen (2 - 2,5ml):
Hier verhält sich das GBL narkotisch, ähnlich schlaferzwingend wie z.B. Barbiturate.
Man spricht auch von einem "Komaschlaf", was ggf. missverständlich ist, denn Atmung, Herztätigkeit etc. bleiben aktiv.

Interessante Entdeckung:
Wiederholt las ich in sog. Tripberichten, dass die narkotisierende Wirkung binnen 1sec unbemerkt einsetzen kann, so dass die Leute, quasi inmitten der gerade ausgeführten Tätigkeit, von einem Augenblick zum anderen, einschliefen; sogar im Stehen. Aufgrund dessen erwachten sie in kuriosesten Körperhaltungen und Schlaforten.

Überdosis / letale Dosis (> 2,5ml):
Hier kommt es oft zu Bewußtlosigkeit, Atemstillstand etc. -> Intensivstation.

Obige Mengenangaben sind, aus der Vielzahl von Erfahrungsberichten, ungefähre Durchschnittswerte, da dies von Person zu Person sehr zu variieren scheint. Deswegen dürfen sie nicht als verbindlich angesehen werden.

Weitere interessante Entdeckung:
Beim Gebrauch dieser Substanz kommt es gelegentlich vor, dass man nicht merkt, dass man geschlafen hat. Man schläft also gewollt oder ungewollt ein, wacht wieder auf, ist sich aber dieser Vorgänge nicht bewußt und vielmehr der festen Überzeugung die ganze Zeit wach gewesen zu sein.

Diese eigenartige Nebenwirkung scheint nicht mit der Konsumhäufigkeit zusammen zu hängen.

Drogenwirkung ohne Drogeneinnahme:

Beim GBL existieren zwei körpereigene Pedanten.

1.
Bei einer sehr geringen GBL-Dosis entsteht der aufputschende Effekt deshalb, weil durch die Aktivierung des GHB-Rezeptors (auch Glutamatrezeptor genannt), das neurotoxische Glutamat freigesetzt wird.
Der Körper produziert auch selbst Glutamat. Führt man sich GBL zu, dann wird das endogene Glutamat zunächst nicht abgebaut bzw. bleibt länger im Körper.
Hinzu kommt das, durch GHB-Aktivierung entstandene, exogene Glutamat; wobei "exogen", so ausgedrückt, nicht richtig ist, da es natürlich eine vom Körper hergestellte Substanz ist. Der Organismus wurde lediglich dazu "angestiftet".
So kommt eins zum anderen und der User "sieht" sich von Glutamat überschwemmt.

2.
GBL wird dosisunabhängig im Körper zu GHB (Gamma-Hydroxy-Buttersäure) metabolisiert; diese ist dem körpereigenen Neurotransmitter "Gamma-Amino-Buttersäure" sehr ähnlich. Deshalb docken, sowohl GHB als auch GABA-Neurotransmitter, an die gleichen Rezeptoren an. Wird GBL in größeren Mengen eingenommen, wird eine Aktivierung des GABA-B-Rezeptors bewirkt, die zur sedierenden Wirkung führt. Es passiert nahezu das selbe, wie wenn sich der Körper auf den nächtlichen Schlaf einstellt.

Die Wirkung von GHB auf die Dopaminfreisetzung ist zweiphasig: Niedrige Konzentrationen stimulieren die Dopaminfreisetzung über den GHB-Rezeptor und höhere hemmen die Freisetzung über den GABA-B-Rezeptor. Sowohl die Hemmung als auch die Ausschüttung von Dopamin wird durch Opioid-Antagonisten wie Naloxon und Naltrexon verhindert. GBL kann auch je nach Dosis wie ein Neuroleptikum wirken, weil, wie eben erwähnt, durch die Aktivierung der GABA-B-Rezeptoren die Dopaminausschüttung gehemmt wird, was dem Hauptwirkmechanismus von Neuroleptika entspricht.

Noch eine kuriose Entdeckung:

In diversen Erfahrungs- und insbesondere in Langzeitberichten wurde häufig von extrem realen Träumen erzählt. Der Erwachte war sich ungewöhnlich lange nicht darüber im Klaren, ob er geträumt hatte oder nicht. Oft war er sich der Realität des Traumes so sicher, dass er mit entsprechenden Aktionen reagierte. So hat sich vielleicht im Traum die Mutter vom Balkon gestürzt, wurden alle bekannten Leute darüber in Kenntnis gesetzt etc.

GBL wurde in den Drogeninformationsseiten nie als halluzinogene Substanz bezeichnet, obwohl bei einem bestimmten Konsummuster Halluzinationen keineswegs untypisch sind. Ganz im Gegenteil, es wurden von so real wirkenden Trugbilder berichtet, die keines der Sinnesorgane unberührt ließen; sogar Schmerzen etc. sollen empfunden worden sein.


2. a) Substanz: Diphenhydramin

Definition:
Diphenhydramin (kurz DPH oder auch DHM) ist ein Arzneistoff aus der Klasse der Antihistaminika, der früher zur Therapie von Allergien verwendet wurde, wegen seiner stark sedativen Wirkung aber heute nur noch gegen Schlaflosigkeit und bei Übelkeit eingesetzt wird. In den USA ist es weiterhin ein weitverbreitetes Mittel, um allergische Reaktionen insbesondere bei Heuschnupfen abzumildern, und ist unter dem Markennamen Benadryl® sowie als Generikum erhältlich. Diphenhydramin ist darüber hinaus ein Bestandteil der fixen Arzneistoffkombination Dimenhydrinat. Die Abgabe von Diphenhydramin unterliegt in Deutschland, Österreich und der Schweiz der Apothekenpflicht.

Wirkmechanismus:
Diphenhydramin hemmt als Antagonist die Wirkung von Histamin an H1-Rezeptoren. Auf Grund dieser Wirkung können bei einer therapeutischen Dosierung von 25–50 mg antiallergische, antiemetische und sedierende Effekte beobachtet werden. Diphenhydramin zeigt ebenfalls eine hohe Affinität zu Muscarin-Rezeptoren. Die Plasmahalbwertszeit beträgt 5–6 Stunden.

Diphenhydramin als Halluzinogen:
Bei missbräuchlicher Einnahme von Diphenhydramin in größeren Mengen treten oben genannte Nebenwirkungen auf. In Dosierungen ab 100 bis 200mg wirkt Diphenhydramin außerdem halluzinogen. Der Rausch ähnelt in seinen Effekten dem von Nachtschattengewächsen (Atropin, Hyoscyamin etc.). Die missbräuchliche Einnahme kann zu sogenannten Horrortrips führen. Bei sehr hohen Dosierungen kann unter Umständen totaler Realitätsverlust eintreten.


2. b) Substanz: Dimenhydrinat


Definition:
Dimenhydrinat ist ein hydrophiles, apothekenpflichtiges (als Injektionslösung verschreibungspflichtiges) Antihistaminikum. Es ist ein Salz aus Diphenhydramin und 8-Chlor-theophylli

Indikation:
Es wirkt auf das zentrale Nervensystem und wird gerne zur Vorbeugung und Behandlung von Übelkeit und Erbrechen bei der sogenannten Reisekrankheit (Kinetose) angewandt.

Nebenwirkungen:
Während des Kauens von Dimenhydrinat-Präparaten kann es zu vorübergehendem Taubheitsgefühl im Mundbereich kommen. In Abhängigkeit von der individuellen Empfindlichkeit und der eingenommenen Dosis kann es u. a. zu Schläfrigkeit und Benommenheit kommen. Als sogenannte anticholinerge Begleiterscheinungen können Mundtrockenheit, Erhöhung der Herzschlagfolge, Gefühl einer verstopften Nase, Sehstörungen, Erhöhung des Augeninnendrucks und Störungen beim Wasserlassen kommen. Patienten mit angeborenem Long-QT-Syndrom sollten auf eine Einnahme verzichten, da das QT-Intervall im EKG durch Dimenhydrinat bei entsprechender Veranlagung gefährlich verlängert werden kann.

Da sich Dimenhydrinat im Körper zu Diphenhydramin und 8-Chlor-theophyllin zersetzt, wirkt es ab einer Dosis von 200 bis 400mg (d.h. doppelt so viel wie bei Diphenhydramin), identisch halluzinogen und delirant wie Diphenhydramin. In der Drogenszene wird es als DMH bezeichnet und auf die gleiche Weise wie Diphenhydramin benutzt.

Die charakteristisch-halluzinogene Wirkung beider Wirkstoffe:
Grundsätzlich sind alle Formen und Ausprägungen von Halluzinationen möglich, allerdings hat sich bei der Auswertung vieler Tripberichte gezeigt, dass die meisten Personen Insekten und insbesondere Spinnen halluzinierten. Circa die Hälfte der Leute erzählen von massenhaft vielen, kleinen Spinnen, gleicher bzw. ähnlicher Größe. Nur die Wände allein bzw. alle Räume sollen schier spinnenüberwuchert ausgesehen haben. Die andere Hälfte hingegen berichtete von unterschiedlich großen und auch von 2-3m hohe Spinnen. Auffallend war, dass manche die Spinnen bzw. Insekten als besonders realistisch beschrieben hatten, sie hätten sogar perfekte Schatten der Tiere erkennen können. Aufgrund ihres präzisen Aussehen konnten die Halluzination kaum von der Realität auseinander gehalten werden. Durch die sedierende Wirkung der beiden Stoffe, befanden sie sich in einem halbschlafähnlichen Zustand und nicht wenige vergaßen, dass sie Drogen genommen hatten.

Dimenhydrinat ist der Wirkstoff der meisten Medikamente gegen Übelkeit und auch Diphenhydramin zählt zu einem der am häufigsten benutzten Schlafmitteln.
Ein Zäpfchen Vomex enthält bereits 150mg Dimenhydrinat. Wenn eine etwas schwerere Form von Übelkeit, wie z.B. bei Brechdurchfall, vorliegt, ist die halluzinogene Dosis verhältnismäßig schnell erreicht.
Gleichlautend zu den Halbmond-Tabletten mit je 50mg Diphenhydramin, könnte bei häufiger auftretenden Schlafproblemen mit steigender Toleranzausbildung die halluzinogene Schwellendosis entsprechend erreicht werden.
Meine Vermutung liegt darin, dass diese beiden Substanzen von einer weit größeren Anzahl von Menschen benutzt werden, wohingegen die meisten der Leute die halluzinogene Nebenwirkung weder kennen, noch vermuten, so dass sie womöglich eine besonders realistisch aussehende Riesenspinnenhalluzination nicht mit dem benutzten Medikament in Zusammenhang bringen würden. Sie haben auch keinen Anlass dazu, denn das halluzinogene "Delirium" weist gewöhnlich keine weiteren Symptome als Müdigkeit auf.

Auch Dextromethorphan ist ein rezeptfrei erhältliches Medikament, welches gegen unproduktiven Husten recht breite Verwendung findet und in höherer Dosis halluzinogen wirkt, was wahrscheinlich nur einer Minderheit von Patienten bekannt ist.
Diese Substanz wird auch in Kombination mit Dimenhydrinat bzw. Diphenhydramin in nichtmedizinischer Absicht eingenommen.

LG
erdbeerblond
 

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Dr. rer. anim. - RIP *1956-†2015
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nicht zu vergessen, was in der suche nach spukursachen schon als mögliche ursache für ungewöhnliche wahrnehmungen entlarvt wurde:
tiefe töne, wie sie auch z.b. durch resonanzen in gebäuden, an denen der wind vorbeizieht, entstehen können.
infraschall wird z.b. auch in der filmvertonung eingesetzt, weil das beunruhigt bzw angstzustände hervorrufen kann.
und wer angst hat, sieht in jedem schatten was.
 
E

erdbeerblond

Gast
...Welche Erfahrungen habt ihr denn mit bestimmten Pilzen? ...

Aufgrund dieser Frage aus einem anderen Thread, beschäftigte ich mich mit der Frage, inwieweit die Einnahme von psilocybinhaltigen Pilzen, Erlebnisse (Entführung, "med." Untersuchung, was auch immer...) mit Aliens, insbesondere in Verbindung mit Greys, erklären könnte.

Hierzu kurz zur Einführung die Definition lt. Wikipedia:

"Psilocybin ist ein Indolalkaloid aus der Gruppe der Tryptamine, welches in einigen Pilz-Arten vorkommt, insbesondere der Gattung Psilocybe (P. azurescens, P. tampanensis, P. cubensis, P. cyanescens, P. mexicana, u.a.); diese werden unter dem Begriff halluzinogene Pilze zusammengefasst. Der Konsum von Psilocybin bewirkt Halluzinationen, die denen von LSD ähneln, in der Regel jedoch kürzer und weniger intensiv sind. Für diese Wirkung verantwortlich ist das Hydrolyse-Produkt Psilocin."


Das Phänomen der Mikropsie

Das Essen von psychoaktiven Pilzen beschert, bei völligem körperlichen und seelischen Wohlbefinden, eine ausgeprägte Mikropsie.

Sehstörungen verschiedener Art zählen zum Wirkungsbild aller bekannten Halluzinogene: Makropsie, Mikropsie, Farbensehen, Diplopie, Neblig- oder Dunkelsehen - solch fremde, manchmal lustige, bisweilen aber bedrohliche Phänomene entreißen den Berauschten seinerbekannten, gesicherten Umgebung und werfen ihn in eine psychedelische Wunderwelt, in der gewohnte Dimensionen und Standpunkte nichts mehr gelten: Es ist die Welt der Wichtel und Riesen, der goldenen Wälder und lebenden Felstrolle... oder vielleicht auch die Welt der Greys?

Nun kommt es zwar auch unter dem Einfluß der Solanaceen zu allerlei Sehstörungen, bisweilen auch zur Mikropsie; doch verläuft der Nachtschattenrausch normalerweise recht turbulent oder ist zumindest, auch wenn der Berauschte schläft oder bewußtlos ist, von Unruhe geprägt. Attribute wie lustig, spaßig, friedlich, gemütlich, geborgen oder heimelig, sind diesem psychotropen Prinzip selbst dann fremd, wenn die Grundstimmung des Rausches euphorisch ist. Dazu sind die verschiedenen, häufig anzutreffenden, psilocybinhaltige Pilze viel besser geeignet.

Hieronymus Bock hat sie gekannt: "Wachsen nicht", so fragt er eher rhetorisch, "auch Schwemme auf den Mistheuffen?"
(Anm. 47, S 331)

Er zählt diese Schmutzfinken in seinem Kreutterbuch von 1577 zu der großen Familie jener "Schwemme, die da nit in Küchen dienen." Auch "auf den Strodächern / an altem holtz vnnd Beumen", so berichtet er, seien sie zu finden, doch mehr erfahren wir nicht von ihm: "wer will", resigniert er, "oder kan die alle erzölen oder beschreiben?"
(Anm. 47, S 331)

Niemand könne dies, erklärt er, und in der Tat ist es wohl der unüberschaubaren Vielfalt dieser Schnitzlinge, Kremplinge, Stummelfüßchen, Kahlköpfe, Mistlinge und wie sie alle heißen, zuzuschreiben, dass in ihrer Mitte einige hochwirksame psychedelische Zauberpilze den scharfen Augen der Mykologen bis vor einigen Jahrzehnten sich entziehen konnten.
So ist ggf. nicht jedem klar, welch potente Halluzinogene der Landwirt auf seinem Düngerhaufen heranzieht, die auch auf gut gedüngten Wiesen, in modernen Fichtennadeln, auf faulenden Baumstümpfen etc. zu finden sind.

Es ist also durchaus möglich, dass, vor allem beim herbstlichen Pilzesammeln, solche psychoaktive Pilze zusammen mit den anderen, in den Pilztopf hineingeraten. Je nachdem, wie viele Zauberpilze in Relation zu den Steinpilzen etc. enthalten sind und wieviele davon verspeist werden, könnte es zu einem Kollektivrauscherlebnis kommen.

Aus dem vielfältigen Wirkungsspektrum des Psilocybins interessiert hier vor allem die verblüffende Veränderung der gewohnten Dimensionen, die unter ihrem Einfluß häufig auftritt: Die Kerze, die zum Greifen nahe auf dem Tisch steht, erscheint Lichtjahre weit wie ein Stern, dafür können dem Berauschten entfernte Dinge unangenehm nah auf den Pelz rücken. Völlig normal gewachsene Personen werden plötzlich zu langbeinigen Riesen, oder sie erscheinen merkwürdig klein und ggf. auch verwachsen - werden eben zu Zwergen, wie in den Märchen oder vielleicht auch zu Greys.


Das Psilocybe-Syndom

Hin und wieder liest man sowohl von sehr kleinen Besuchern, als auch von sehr großen, die alle zusammen oder mit zeitlichem Abstand ins Schlafzimmer erscheinen.

Das Widerspruch zur Mikropsie liegt in der Dynamik der Psilocybinwirkung begründet: unter dem Einfluss des Pilzhalluzinogens ist alles in Bewegung, die räumlichen Formen längen sich und drängen sich zusammen, wie es das drogenveränderte Hirn gerade für richtig erachtet. Solche Dimensionsveränderungen sind nicht immer, wie das Zwergenphänomen, auf die Netzhaut des Berauschten projizierte Assoziationen, sondern scheinen sich diesen auch manchmal entgegenzustellen; wenn etwa in einem euphorischem Rauschzustand plötzlich gemeine Monster dem Boden entsteigen.

Zusammenfassend möchte ich festhalten, dass man durch die mikropsischen Wirkung in gewöhnlichen Menschen Kleinwüchsige oder auch Greys sieht, allerdings ist der Psilocybinrausch in den meisten Fällen nicht angsterzeugend. Wenn man jedoch nicht damit rechnet, könnte es zu einem sog. Horrortrip kommen, in welchem die gemeinen kleinen Zwerge unter Umständen unangenehm werden.
Das umsomehr, wenn es sich beim Zufallsberauschten um eine Person handelt, die sich mit Greys etc. beschäftigt(e), denn die Halluzinogene arbeiten nicht aus dem Leeren heraus. Sie benötigen eine (Horror-) Vorstellung, an der sie weiterarbeiten können.

LG
erdbeerblond
 
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TeKKniX

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so jetz oute ich mich ma ....

kann dir einige persönliche Erfahrungen berichten ....

also ich wahr über einen sehr langem Zeitraum ma "Konsument vom gesetzgeber nicht erlaubter Substanzen" .....

GHB (och gerne Vergewaltigungsdroge genannt) und de janzen abarten die es davon gibt .... setz dich in einen Zustand den ich imma "runterbrummen" nannte ....

du vergiftes dich eigentlich und wenn du es übertreibst fällst du in eine Art Nakose (habs bei ein Mädel ma jesehen >>> ABARTIG ! ! ! ) .... also ähnlich des einschlafen bei extremer Müdigkeit .... da hat man keine Haluz odda sieht geister vor sich rumspringen .... also du Toxt dich einfach runter mehr nicht ...

jetz zu den Psychedelischen Substanzen wie Pilze LSD ....

also aus eigene Erfahrungen (eher weniger) und Berichten von mir nahe stehenden Leuten .... erlebt ma eher ne "Laser-show fürm inneren Auge" oder schiebt andere Optiken und hat kaum solch klare difinierten Bilder/Geschichten ....
kenn keinen der nach solchen tripps solche erlebnisse hatt und alle können sich an den "Flug" erinnern .. obwohl manchma selbst keine Konrolle über sich teilweise nich da wahren >>> hab ma 14stunden zu 160-180bpm durchgefeiert ....

so und jetz zum selbstschutz:
hoffen das jetz nich alle die Moralkeule rausholen und meinen Lebensstyl/einstellung Torpedieren .... ihr werdet sie nicht ändern .... bin nicht der Junkie/Opfer der sich alles rin Pfeifft und weg ballert ....

jehe mit den 2-3 Substanzen die ich ab und an MAL konsumiere verantwortungsvoll um .... setze diese Gezielt ein um meinen Verstand zu beeinflussen bzw. meine Gefühle zu lenken .... bin kein Fan von den dir angesprochen substanzen genauso wie vun nen alk-raus (bier schmeckt mir trotzden) da dieses meine Motorik und Wahrnehmung doch beeinflussen ....

hoffe doch dir ein pa brauchbare Antworten für dich gegeben zu haben

p.s.: hab auch noch nie jemanden persönlich jehört das er diese sogenannten "Horror-tripps" hatte
wir vermuten es lang an der "Reinheit/Qualität" des LSD der 60er/70er Jahren ....
empfehle trotzdem keinen es zu probieren da ich selbs deswegen shcizo jeworden bin ....
 
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TeKKniX

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bei aktuellen schlechten und negativen psychischen Zustand wird dich ein Tripp sehr schaden da er diese stark verstärkt und zum negativen beeinflusst ....
Flashbacks nach jahren und so weiter sind keine seltenheit dann und manche kommen nie wieder runter (kenn EINEN der war ma 1'er schüler und ist jetz nur noch Gemüse vom köpf her) ....

dieses sind persönliche Erfahrungen und keine medizinische Fakten wie sie bei Wiki und co stehen .... :owink:

nochmals empfehle ich niemanden es einfach so ma auszuprobieren ....
 

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Dr. rer. anim. - RIP *1956-†2015
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lsd aber auch thc können bei jemanden, der psychotische neigungen hat, den ersten schub auslösen.
nix neues, steht auch in wikipedia.
und gbh und gbl sind in ihrer wirkung stark dosisabhängig, wie erdbeerblond schon geschrieben hat.
 
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erdbeerblond

Gast
so jetz oute ich mich ma ....
kann dir einige persönliche Erfahrungen berichten ....

Das finde ich außerordentlich mutig von dir. Vielen lieben Dank für die beiden interessanten und aufschlußreichen Berichte. Solche Erfahrungen aus erster bzw. zweiter Hand schätze ich sehr, denn sie sind wesentlich informativer und präzisier, als z.B. Durchschnittsaussagen auf medizinisch orientierten Seiten.

Wenn eine Substanz auf 65% der Leute sedierend wirkt und es sich hierbei größtenteils um Patienten handelt, welche das Medikament anhand von ca. fünf Einzelgaben kennen, dann kann das beim Verallgemeinern irreführend sein. Und genau das tun offenbar (und hoffentlich nur "meine") Ärzte, wenn man sich nach dem Wirkungsspektrum erkundigt.

GHB (och gerne Vergewaltigungsdroge genannt) und de janzen abarten die es davon gibt .... setz dich in einen Zustand den ich imma "runterbrummen" nannte ....

Vergewaltigungsdroge: Der Aggregatzustand von GHB ist pulvrig, oder? Vermutlich ist es genauso wasserlöslich wie GBL, doch würde der salzige Geschmack beim Trinken nicht auffallen? Für einen narkotischen Effekt braucht man eine sehr hohe Dosis, weil diese Substanz als solche eingenommen schwächer wirkt, als durch Enzyme im Körper metabolisiertes GBL zu GHB.

Was meinst du mit Abarten? Mir ist nur GBL (s. o.) bekannt.

du vergiftes dich eigentlich und wenn du es übertreibst fällst du in eine Art Nakose (habs bei ein Mädel ma jesehen >>> ABARTIG ! ! ! ) .... also ähnlich des einschlafen bei extremer Müdigkeit .... da hat man keine Haluz odda sieht geister vor sich rumspringen .... also du Toxt dich einfach runter mehr nicht ...

Das folgende habe ich dem nächstbesten Langzeitbericht entnommen, den ich jetzt beim Suchen gefunden habe:

"Wirkung:
  • ähnlich dem Alkoholrausch, Schwindelgefühl induzierend
  • entspannend, aphrodisierend, sedierend, euphorisierend
  • stimmungsaufhellend, angstlösend, entaktogen, sozial öffnend
  • antidepressiv, starker Rededrang, gesteigertes Kuschelbedürfnis, Enthemmung
  • sensibilisierter Tastsinn, leichte Halluzinationen können auftreten, verstärktes Farbsehen


Nebenwirkungen:
  • Befindlichkeitsstörungen/Nausea: Brechreiz, «flaues Gefühl» in der Magengegend
  • Psychische Auffälligkeiten: Bewusstseinstrübung, depressive und ängstliche Symptome, psychomotorische Unruhe, v. a. optische Halluzinationen, Akoasmen und Konfabulationen
  • Neurologische Symptome: Desorientiertheit, Tremor, Parästhesien, Anfälle, Ataxie, Störungen der Artikulation
  • vegetative Symptomatik: Tachykardie, Hypertonie, Schwitzen, Schlafstörungen, gastrointestinale Störungen"

jetz zu den Psychedelischen Substanzen wie Pilze LSD ....
also aus eigene Erfahrungen (eher weniger) und Berichten von mir nahe stehenden Leuten .... erlebt ma eher ne "Laser-show fürm inneren Auge" oder schiebt andere Optiken und hat kaum solch klare difinierten Bilder/Geschichten ....

Doch, durch Pilze sind mMn. bestimmt einige der Märchen bzw. Teile davon entstanden. Vergleich doch mal die Märchen "Schneewittchen" (Psilocybin) und "Das tapfere Schneiderlein" (Fliegenpilz). Achte dabei beim ersten Märchen auf das erste Drittel und beim zweiten erzähle ich dir etwa über die Musverkäuferin:

Die Geschichte beginnt mit einer Verschleierung. Der Schneider verschleiert nichts; verschleiert ist die Drogenhändlerin, welche mit ihrem "Mus" offenkundig den Anlaß für die anschließende Veränderung des Meisters gibt, und es verschleiern die Erzähler, die aus der mittelalterlichen Dealerin eine schlichte Bäuerin machen.

Es fällt mir schwer zu glauben, die Mushändlerin stimuliere des Schneiders Wandlung allein dadurch, dass sie mit irgendwelchem süßen Brotaufstrich den Fliegen ein Objekt der Begierde und also dem Schneider den Anlaß zu seiner Heldentat gebe; dazu ist die folgende Entwicklung zu dramatisch. Die Frau brachte stärkeren Stoff.

Die sog. fahrenden Verkäufer waren die eigentlichen Apotheker und Drogenhändler des Volkes. Wenn nun so eine wandernde Krämersfrau mit dem gewissen Augenzwinkern: "Gut Mus feil" rief, so war daraus durchaus nicht zu entnehmen, hier werde der gute hessische Zwetschgenhonig angeboten; tief im Rückenkorb, versteckt vielleicht zwischen wirklichem Pflaumenmus, wurden pharmakologisch hochwirksame Latwergen, Tränke, Pulver und Salben bereitgehalten, und genauso wie ein einigermaßen aufmerksamer Mensch unserer Tage, welchem bestimmte Leute in bestimmten Tanzlokalen, Gras oder Shit anböten, ggf. auch einen Afghanen, wird nur ausnahmsweise jemand darauf kommen, man biete hier Viehfutter, Dung bzw. Rassehunde zum Verkauf an. So wußte auch der Schneider, als er die fahrende Frau zu sich herwinkte, dass hier tatsächlich kostbareres als schnöder Brotaufstrich zu erwerben war.

Für uns liegt der Schlüssel in der Sprachgeschichte: Mus, Latwerge und Electuarium bezeichnen ein und dieselbe Beschaffenheit, jene nämlich, wie z.B. das Pflaumenmus sie hat - welches daher auch Latwerge genannt wurde. Die ursprüngliche Bedeutung von Latwerge ist aber "Pharmakon, das man im Munde zergehen läßt"; eine Latwerge war ein dickflüssiger Arzneisaft und viele Heilmittel und Rauschdrogen wurden als Latwerge oder Mus zubereitet, auch der opiumhaltige Theriak, der Verkaufschlager der Wanderdoktoren und Jahrmarktskrämer und manchmal auch die Flugkomposition der Hexen: electuarium satanicum, Teufelsmus also, nannte man eine der mächtigsten Blocksbergdrogen.

(Jacob und Wilhelm Grimm: Das tapfere Schneiderlein, wie Anm. 1, Bd. I S. 127. Vgl. Gerhard Wahrig: Deutsches Wörterbuch. München: Mosaik Verlag, 1988. S. 818)

so und jetz zum selbstschutz:
hoffen das jetz nich alle die Moralkeule rausholen...

Ich tue es jedenfalls nicht :owink:

LG
erdbeerblond
 

TeKKniX

neugierig
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also sind so unsere erfahrung ....

hab mich mit diesen substanzen kaum auseinander gesetz da ich diese ja kaum konsumiert habe ...

bin eher von antidepressive und aufputschende Mittel nen Fan jewesen ....

also es wird dir ne Flüssigkeit als "Liquid Extasy" angeboten obwohl kommplett nüx mit MDMA MDA und ähnliches zu tun hat ....
dadurch is für den OTTO-normal-Konsumenten nicht zu erkennen was es is und wie hoch die dosis der Lösung is ....
schmeKKt total %$§/? dit Zeug ähnlich wie Sulfate also Salze wie du schon sagtest .... hab mia nen lecka becks mit versaut ... pur kriegst dit wat wir die 2-3mal hatten nich so locker runter ....
aber bei Cocktail und starken alk schmeckst du es schon schwieriger herraus ....

wenn dich mit auseinander setz guck ma bei MDMA nach gerade bei Mischkonsum mit übertriebener dosis kann beim "runterkommen" nach weiß ich 3Tage wach zu krassen Haluz würde eher sagen träume kommen wo die zeit weg is ... so habs ich paar mal erlebt ....

@[nein] da hast du recht ..... hab selbst bunte blätter zu dem thema in die hand von Ärzten gedrückt bekommen ....
aber die manchen dort dagestellen "symthome" sind auch nur spinnerein von den Konsumenten um nen selbstschutz gegenüber dem Gesetzgeber zu gewährleisten ... da man ja gegen das gesetz verstöst ... so hab ich es und auch viele bekannte gemacht .....
liebers Klappa als Knast ;) .... is nen altes und leichtes spiel ....

allgm. spielt imma die Psyche ne Rolle .. weil die durch den Konsum beeinträchtigt wird ....
hab als Jugendlich ab und an ma manche zu Absturz jequatscht ....
 
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