Novartis verlost teures Medikament

Trinity

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Novartis hat beschlossen, dass 100 Dosen/Einheiten ein 2mio Euro teuren Medikaments gegen Spinale Muskelathrophie Typ 1 VERLOST werden soll.
Die Kinder sollen erst medizinisch begutachtet werden und dann entscheidet der Zufall, wer es bekommt.
Kritiker sind empört, die Lotterie des Lebens, argumentieren sie... die Firma kontert: besser ein paar bekommen das Medikament, als keiner bekommt das Medikament, man könne nicht alle Erkrankten damit versorgen....

 

!Xabbu

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Auf die Frage, warum das Medikament so teuer sei, antwortet Novartis: "Der Preis spiegelt den Wert wider, den diese Behandlung für Patienten und das Gesundheitssystem hat, als auch die sehr geringe Zahl von Patienten."
Das ist menschenverachtend. Das Medikament kostet in der Herstellung inklusive Einbeziehung der Entwicklungskosten wahrscheinlich wenige Tausend Euro.
 

infosammler

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Ok zuerst dachte ich, echt teuer was ist da drin. Aber nach dem Statement , dass der Preis aus wirtschaftlichen Gründen zustande kommt ist das eigentlich verarsche an den Kranken. Welcher normale Mensch kann sich ein Medikament für 2 Millionen Euro leisten.

Norvatis boikottieren und das Medikament analysieren und billiger oder gratis vergeben.

Ich hoffe trotzdem dass das eine Geste um Aufmerksamkeit für die Krankheit zu erregen, ist.
Wie damals als jmd ein Baby versteigern wollte.
 

viennatourer

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eine Geste um Aufmerksamkeit für die Krankheit zu erregen, ist.
Schon,wohl aber auch,dass sich die EU-Zulassungsbehörden endlich bewegen.
Hier ist,so meine Vermutung; im Hintergrund schon wieder mal -verd(r)eckter- Lobbyismus und Profitgier zu Ungunsten kranker Kinder am laufen.
Das Pharmaunternehmen Novartis tritt in Konkurrenz zu dem Mittel Spinraza des US-Biotechnologieunternehmens Biogen.
Vielleicht hat man ja auch nur Angst,dass der Pharmariese NOVARTIS für einige Konkurrenten in Europa -zu mächtig- werden könnte.
Sie boten ja auch an,das Mittel um 10€ vorläufig zu vertreiben und mit den Kassen eine spätere Nachzahlung zu vereinbaren.

Bisher wird SMA in Deutschland mit einem Medikament-Spinraza- behandelt, das regelmäßig (alle 4 Monate) neu injiziert werden muss,
schlägt im ersten Behandlungsjahr mit 750.000 Dollar zu Buche und in der Folge mit 375.000 Dollar pro Jahr.
Dadurch entstehen jährlich Kosten von knapp 300.000 Euro – ein Leben lang.
Nebenwirkungen- Erbrechen sowie Kopf- und Rückenschmerzen -quelle-
Zolgensma, das ebenfalls als Gentherapie wirkt, soll hingegen in den meisten Fällen eine einzige Anwendung reichen, um die Krankheit komplett zu heilen.
....... forderten viele Eltern, deren Kinder an SMA leiden, die neue Medizin schnell herauszugeben.
Doch wie in vielen weiteren Ländern steckt Zolgensma auch in der EU noch im Zulassungsverfahren.

Solange ein Medikament nicht zugelassen ist, kann es von der Krankenversicherung aber nicht bezahlt werden. Und um das Medikament in der Zwischenzeit privat zu kaufen, ist es mit zwei Millionen Euro für die meisten viel zu teuer.
-quelle-
Von daher finde ich es in Ordnung,dass es verschenkt/verlost wird.
 

Yvannus

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Da würde mich mal konkret interessieren, was die Entwicklung von so einem MIttel kostet. Nehme schon an, dass das nicht günstig ist, allein die Kosten für die Forschung mit allem was dazugehört. Wenn man dann noch bedenkt, dass so ein Konzern dann vllt 5 Projekte hat von denen nur eins bis zu diesem Punkt der Wirksamkeit gelangt.
 

viennatourer

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Ich denke der Preis errechnet sich neben den Entwicklungskosten und den Kosten für die(internationalen) Zulassungen auch aus dem Bedarf (in dem Fall wenige Patienten,gegenüber einem "Massenprodukt" mit millionenfacher Verkaufsmöglichkeit) und der "relativ" kurzen Zeit(20Jahre) des Patentschutzes auf das Produkt.
Für Umsatzstarke Produkte(die auch schon mal Milliarden in der Entwicklung kosten können)wird bei großen Pharma Konzern das
erreichen des "break-even-Point" mit ungefähr 2 Jahren angegeben.
Wenn man nun ein Produkt auf einige zehntausend Patienten(eins von 8.000 Kindern anm.) und vorgegebenen Zeitraum(20J) runterrechnet,
sind die Kosten beim Medikament natürlich ungleich höher, um die Gewinnzone zu erreichen.
Wie du auch richtig schreibst werden von den Konzernen in marktfähige Produkte natürlich auch jene Kosten von -fails-eingerechnet,
die trotz Entwicklung/Zulassungsausgaben keine Zulassung erhalten haben.
 

Yvannus

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Ja, ich fänds halt mal spannend zu sehen wie man auf so Preise kommt und wieviel so ne Entwicklung kostet. Will denen net mal Wucher unterstellen, als Unternehmen, dass am Markt tätig ist und seine Aktionäre bedienen muss, wird das schon passen.

Spontan würd ich ja sagen, man müsste die Säcke dazu zwingen, das Medikament kostenlos zur Verfügung zu stellen, vermutlich wird dann aber auch in Zukunft nix mehr entwickelt. Ka wo da der Hebel ist.
 

viennatourer

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1 von 5 000 bis 10 000
Das ganze ist oft über Jahrzehnte(Schnitt 13,5 Jahre) "a zaache Gschicht" bis so eine endgültige Zulassung vorliegt und wenn´s ganz blöd läuft
ist auch noch ein Konkurrent schneller oder billiger.
Von 5.000 bis 10.000 Substanzen, die nach dem Screening hergestellt und untersucht werden, kommen im Durchschnitt nur neun in ersten Studien mit Menschen zur Erprobung, und nur eine erreicht tatsächlich später den Markt
Hier , gibts nähere Einblicke wie sowas abläuft.
 
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