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Ohio: Diskussionen zu Zugbrand mit gefährlichen Materialien

Zwirni

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Am Freitag vor einer Woche entgleiste in East Palestine, Ohio, ein Zug der mit gefährlichen Chemikalien beladen war. Diese gerieten danach in Brand wodurch sich eine kilometerhohe Wolke bildete. Die Behörden evakuierten die Umgebung großräumig, auch da Experten die übrigen Chemikalien ablassen wollten um sie nicht ebenfalls verbrennen zu lassen.

In Deutschland führte das zu einer einfachen und faktenbasierten Schlagzeile:

In den USA ist die Diskussion jedoch so völlig anders als wir es uns hierzulande vorstellen könnten. In den sozialen Medien geht es gerade heiß her was Fake-News dazu angeht.
Dort gehen offenbar viele davon aus, dass es sich um eine Atomexplosion handelt und das Gebiet auf Jahrzehnte atomar verseucht wäre. Man zeigt Fotos aus dem All und aus Flugzeugen in denen man die Rauchwolke sehen soll. Die Behörden würden das vertuschen wollen, hätten daher sogar einen Journalisten verhaftet der darüber berichten wollte (verhaftet wurde einer, aber aus anderen Gründen ..).

Zugunglücke habe in den USA leider eine traurige Vergangenheit und auch hier gibt es einen riesengroßen "Zufall". 1985 gab es in Indiana eines bei dem 4000 Menschen starben. Das Ereignis wurde 2022 verfilmt - in East Palestine, Ohio, nur wenige hundert Meter vom jetzigen Unglücksort entfernt. Einige Anwohner beteiligten sich an den Dreharbeiten und wurden jetzt angesichts der echten Katastrophe daran erinnert.

Der Zugverkehr in den USA ist, anders als in Europa, bzgl. Sicherheit kaum gesteuert. Sicherheitsmechanismen einzubauen ist schon seit Jahrzehnten ein Anliegen, aber die Zug-Lobby setzt sich immer wieder dagegen durch - zuletzt erfolgreich unter der Trump-Administration. Unter Biden kam das Thema wieder auf und wurde erst vor wenigen Wochen heftig diskutiert - auch hier hab die Zug-Lobby dagegen argumentiert ..

Es gibt Tage da fragt man sich wie die USA überhaupt überleben können ..
 
Zugunglücke habe in den USA leider eine traurige Vergangenheit und auch hier gibt es einen riesengroßen "Zufall". 1985 gab es in Indiana eines bei dem 4000 Menschen starben.

Nicht 1985, sondern 1984, nicht Indiana, sondern Indien, und es war kein Zugunglück, sondern ein Chemieunfall. Die genaue Opferzahl konnte nicht bestimmt werden, 3.800 sind gesichert, staatliche Schätzungen gehen von 15.000 Menschen aus. Zudem gab es hunderttausende Verletzte bzw. Beeinträchtigte durch Spätfolgen. Eine wirklich schlimme Katastrophe:

Es wurde allerdings nicht dieses Ereignis verfilmt, sondern ein zum Teil sehr satirischer, zum Teil auch sehr düsterer Roman ("Weißes Rauschen", lohnt sich zu lesen), in dem es zu einer Katastrophe kommt, für die der Autor Don DeLillo Berichte über den indischen Unfall verarbeitet hat.
 
In den sozialen Netzwerk überschlagen sich die Berichte zu den Folgen des Zugunglücks. Vieles muss man aber auch als pure Panikmache abhaken. Z.B. dass es inzwischen 3 Zugunglücke mit nahezu identischem chemischen Material gab. Was bedenklich macht sind jedoch Berichte (inkl. Fotos und Videos) über verendete Tiere in der direkten wie auch weiteren Umgebung. Aus Kanada gibt es auch Berichte über zunehmende Kopfschmerzen und Übelkeit seit rund 7 Tagen.

Einer der wenigen deutschen Artikel dazu:

Natürlich wird auch kritisiert wieso das Unglück in den Medien hierzulande "totgeschwiegene" wird. Ich vermute die Journalisten hier wollen echte Nachrichten und nicht Gerüchten nachjagen. Daher kostet es derzeit einfach viel Zeit die Wahrheit hinter all diesen Gerüchten aufzudecken ..
 
Langsam scheint das Thema doch auch in Deutschland anzukommen. In den USA ist das Unglück von Ohio inzwischen zu einer großen politischen Kontroverse mit wenig Fakten und vielen Mutmaßungen geworden. Wirklich neues habe ich daher auch nicht finden können, außer dass die Bewohner von East Palestine inzwischen in ihre Häuser zurückkehren und dem Alltag nachgehen können - dabei aber vielfach über Gesundheitsbeschwerden klagen. Die Frage ist offen, ob man das Trinkwasser vor Ort überhaupt nutzen kann.
 
Die USA lernen weiterhin nicht dazu und verzichten auf riskante Transporte. Und die Modernisierung scheint auch kaum voran zu kommen (ok, ist nicht viel Zeit vergangen ..). In Montana ist ein mit Gefahrgut beladener Zug beim Zusammenbruch einer Brücke in den Yellowstone-Fluß gestürzt. Die Trinkwasserversorgung vor Ort wurde unterbrochen.
 
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