Türkei/Griechenland - kommt es zum Krieg?

Trinity

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Erdogan bekommt offenbar nicht genug... hat er es jetzt auf die Griechen abgesehen?
Wird spannend. Beides Natoländer und Griechenland ein EU Staat.

Was sagt der Natopakt im Angriffsfall dazu? Wer muss dann wem helfen?
Und was hätte das auf die Pakte zwischen EU und Türkei für Folgen?

So ala, wenn wir nicht in die EU können, annektieren wir halt einfach die EU?

https://derstandard.at/2000076769488/Erdogan-nimmt-die-Griechen-ins-Visier?ref=article
 

Prometheus94

T(r)ollhaus
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In türkischen Cafes redet man über 2023.

Erdogan hat das Volk auf seine Seite geschlagen, als er anfing über 2023 zu babbeln.

Wer nicht weiß, welche Euphorie dahinter steckt, 1923 würde die türkische Republik ausgerufen, die dem Vertrag von Lausanne folgte.

https://de.wikipedia.org/wiki/Vertrag_von_Lausanne

Bei diesem Vertrag wurde vereinbart, dass die Türkei speziell das Erdgas in Zypern nicht abbauen darf.

Der Vertrag wurde auf keine Zeit beschlossen, das bedeutet, er genieß 100 Jahre Gültigkeit.

Kein Vertrag darf nämlich länger als 100 Jahre gelten, das sei eine "weltliche" Generalklausel.

Im Jahre 2023 hat Türkei also eigene Ressourcen. Weil Zypern aber nicht nur den Türken sondern auch Griechen gehört, herrscht ein "kleiner" Konflikt.

Wenn Erdogan natürlich, im Jahre 2023 das Erdgas in großen Mengen verkauft, statt seinem Land damit "aufzuwärmen", und die Türken für Gas und Co. immer noch dieselben Preise zahlen müssen, wird ein Bürgerkrieg entstehen...genau das wird passieren, denn Erdogan interessiert das Volk nicht, er will sich mehrere Paläste bauen.

Damit er ohne das Parlament zu fragen Verträge schließen kann, musste er mehr Macht kriegen...absolute Mehrheit und das Grundgesetz verändern...was natürlich alles geschehen ist! Er hat sogar Wahlzettel ohne amtliche Erlaubnis als akzeptabel erklärt...quasi..." Ihr dürft ruhig eure Wahl fälschen"...bzw. " WIR werden eure Wahl FÄLSCHEN"!!!

http://www.sueddeutsche.de/politik/tuerkei-eine-weitere-huerde-faellt-1.3904013

Wie sagte Erdogan nach dem Putsch? " Dieser Putsch kam von Allah!"... natürlich, wenn man sagt, er war am Putsch beteiligt...ist man ein Verschwörungstheoretiker...klar..

But cui bono? Wem nützte der Putsch? Fetullah??? In jeder Linie...Erdogan!

Diese ganzen Leute, die Leute als Verschwörungstheoretiker diffamieren, tragen eine TEILSCHULD! Was zum Teufel bedeutet "Verschwörungstheoretiker"???

Die Russen sind sich dessen bewusst, damit Türkei nicht "ihre Kunden" stiehlt, bauen die Russen eine zweite Pipeline, die Nord Stream 2 genannt wird...
Mit Nord Stream 1 macht Gazprom sein Geld.

https://de.wikipedia.org/wiki/Nord_Stream

Verdammte Politiker...
 
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viennatourer

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Weil Zypern aber nicht nur den Türken sondern auch Griechen gehört,
Da solltest du noch mal nachblättern.
Zypern ist seit ´60 eine Republik und der türk."Regime-Status" Türkische Republik Nordzypern,ist seit ´83 illegal.

Tjo,Zypern hat aber auch neue ...Freunde/Stichwort -Mittelmeer-Gasfelder

Zypern-und-Israel-halten-gemeinsames-Manoever-ab

Da würden sich Erdo und seine Muslimbrüder wohl blutige Nasen holen.

Welchen Teil von Zypern würde er denn gerne angreifen?

Jenen wo er sowieso schon drin sitzt,oder den Teil wo die Briten in Akrotiri und Dhekelia ihre Militärbasen haben ?

Da hol´ ich doch schon mal Popcorn, & enjoy the show
 
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Prometheus94

T(r)ollhaus
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Ah ja...

Es wurde so oft von "legal" gesprochen in den türkischen Meiden, dass man die Lüge glaubt, sobald sie 1000 mal erzählt wurde...

Danke für die den Hinweis.
 

Helios

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Was sagt der Natopakt im Angriffsfall dazu? Wer muss dann wem helfen?
Und was hätte das auf die Pakte zwischen EU und Türkei für Folgen?
Auch wenn die Fragen schon etwas älter sind, möchte ich sie doch beantworten. Dem NATO-Vertrag nach muss egal in welcher Konstellation niemand irgendjemandem tatsächlich konkret helfen, da die Mittel dafür jedem Mitglied freigestellt sind. Darüber hinaus werden zwischenstaatliche Fragen der Mitglieder gar nicht direkt geregelt. Indirekt allerdings schon, da er bereits im ersten Artikel festlegt, dass jedes NATO-Mitglied seine Konflikte friedlich nach den Vorgaben der Vereinten Nationen zu lösen hat. Das störte in der Vergangenheit zwar nur bedingt, könnte in dem Fall aber relevant werden. Denn demnach würde bei einem Angriff die Türkei den Vertrag verletzen, während Griechenland ihrerseits den Bündnisfall ausrufen könnten. Wie die anderen Mitglieder dann reagieren, ist ihnen freigestellt, keine Unterstützung zu liefern dürfte allerdings eine schwere Beschädigung der NATO mit sich führen (was beim derzeitigen US-Präsidenten durchaus nicht unrealistisch wäre).

Realpolitisch ist die Lage deshalb recht kompliziert, denn eigentlich würde man vermuten, dass sowohl EU wie auch NATO auf eine friedliche Verhandlungslösung drängen, um die Fragen der Grenzziehung neu zu klären. Genauso denkt auch Erdogan, unterschätzt dabei aber sowohl seine eigene Verhandlungsposition wie auch den Willen Europas zur Verteidigung der eigenen Interessen. Letzteres wird gerade beim Brexit deutlich, der zeigt, dass die Laberdiplomatie der EU zwar konsensorientiert ist, aber eben doch harte Grenzen kennt. Und die EU wird in Anbetracht von stärker werdenden konservativen, rechten und radikalen Kräften in Europa keine Zugeständnisse gegenüber einem aggressiven muslimischen Staat machen (können), der unmittelbar die EU selbst bedroht, außer einer Rückkehr zum Status Quo.

Die Vereinbarungen zwischen Türkei und EU sind der vermeintliche Faustpfand, aus der Erdogan unter anderem seine starke Verhandlungsposition ableitet. Bloß sind die nichts mehr Wert, wenn die EU gezwungen ist, die Grenze zwischen Griechenland und der Türkei sowieso militärisch zu sichern.
 

Helios

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Und es geht wieder mal los:


Geht die aktuellen innenpolitische und wirtschaftliche Entwicklung der Türkei weiter wie bisher, spricht leider tatsächlich einiges dafür, dass es dort in Zukunft zur Eskalation kommt. Und dann steht so einiges auf dem Prüfstand, von der Position Europas bis hin zur Zukunft der NATO.
 

Helios

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Hier noch einmal die Situation etwas aufgearbeitet:

 

Yvannus

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Ist leider technisch nicht machbar, aber bei sowas wünsch ich mir regelmäßig, dass irgendjemand das Gas wie einen gigantischen Furz ablässt und beide nix davon haben.
Sollte es da weiter eskalieren wird es sicherlich die NATO schwer beschädigen, Europa hingegen könnte für sich in so einer Situation eine gemeinsame Position (man darf ja noch hoffen) finden und sich geschlossen zeigen.
 

Helios

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Wenn man jede umstrittene Ressource einfach allen verwehren könnte bzw. verwehrt hätte sähe die Welt anders und nicht unbedingt besser aus.

Der große Profiteur einer Eskalation ist Russland, das dadurch verstärkt westliche Organisationen und Strukturen zersetzen, die eigene Einflusssphäre vergrößern und zudem noch von den sich daraus ergebenen Ressourcenknappheiten profitieren kann. Die Frage ist halt, in wie weit die Türkei es wirklich eskalieren lassen möchte. Es geht nicht nur um die Ressourcen, sondern in einem größeren Maße auch um Machterhalt. Auch Erdogan hat letztlich wenig zu verlieren, mit seiner starken Rhetorik und dem militärischen Aufgebot gegen Griechenland bedient er seine Zielgruppe und profiliert sich als jemand, der zum Äußersten bereit ist, nur um im nächsten Schritt auf eine Verhandlungslösung zu drängen, mit der er schadlos aus der Eskalation heraus kommt und sich gleichzeitig als weltmännischer, friedlicher Führer darstellen kann. Damit das funktioniert, müssen aber alle Beteiligten "mitspielen", Griechenland, Frankreich, GB, die EU und natürlich auch Deutschland. Dieses "Mitspielen" entwickelt sich auf innenpolitischer Ebene allerdings immer mehr zu einem Gift, und schwächt auch Außenpolitisch die eigene Stellung. Das spielt sowohl Russland wie der Türkei perspektivisch in die Hände, bloß was die Alternative? Konfrontation, Krieg?
 

viennatourer

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Der Ton wird anscheinend schärfer,es soll bereits auf offizieller Seite der Türkei das "K"-Wort gefallen sein

Griechenland hatte angekündigt, seine Hoheitszone im – Italien zugewandten – Ionischen Meer von sechs auf zwölf Seemeilen ausdehnen zu wollen.
Wenn das kein Kriegsgrund ist, was denn sonst?" sagte Vizepräsident Fuat Oktay der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu zufolge.
tuerkei-ausdehnung-griechischer-hoheitszone-waere-kriegsgrund
 

Helios

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Nachdem der türkische Außenminister mal wieder das übliche Spielchen aus Beschwichtigung und Drohung gespielt hat zeigt sich das Europaparlament ungewöhnlich offen, direkt und vehement:

 
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