Tunnelsysteme in Österreich

I

Imandra

Gast
ich habe grade in meinem schlauen Buch einen Artikel über sogenannte "Zwergenlöcher" oder "Schrazellöcher" gefunden. Die soll es wohl in Österreich, Bayern, Tschechien und Frankreich geben. Man weiß bis heute nicht wozu diese Bauten angelegt wurden...

Ich habe hier einen kleinen Textausschnitt auf der unten genannten Seite findet ihr den Rest. Was denkt ihr darüber?

[...]Seit Jahrtausenden hat der Mensch aus den verschiedensten Gründen Höhlen gegraben. Er richtete sie für praktische Zwecke, aber auch für kultische Bedürfnisse ein. Ein Phänomen unter ihnen stellen die Erdställe dar. Sie sind häufig an die früheste bäuerliche Besiedelung gebunden, aber auch unter Kirchen, Friedhöfen und Hausbergen zu finden. Die Verbreitung reicht von Bayern, Österreich und Tschechien bis nach Frankreich. Im Bayerischen Wald, wo die Erdställe besonders gehäuft vorkommen, heißen sie Schrazellöcher, ansonsten nennt sie der Volksmund 'Erdweiblschlupf', 'Zwergloch', 'Alraunhöhle' usw. Fast immer sind im Zusammenhang dazu in der Bevölkerung Sagen über Zwerge und Hausgeister zu hören.
Über Deutung und Zeitstellung wird seit 150 Jahren gerätselt. Die neuere Forschung verweist die Erdställe ins frühe Mittelalter. [...]

http://www.erdstall.de/wassind.php

lg
imandra
 
E

excubitor

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Hi

hm ka was das wirklich sein könnte.
aber wahrscheinlich irgendwelche kultstätten, oder ein ort um sich vll in sicherheit zu
bringen wie schon im text erwähnt.hmm....

mfg
excubitor
 
M

Moonlight

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ich glaube auch das es Zufluchtsstätten waren. Aber man muss vor etwas wirklich angst haben, um in so ein kleines Loch zu kriechen. Ich hätte da mega Platzangst. Nur vor was hatten die Leute damals so angst? :gruebel:

Und vor allem war da ja immer nur Platz für einen Menschen, wenn es so eine große Bedrohung gewesen ist, was ist dann z.B. mit den Kindern passiert? Vielleicht gab es auch Familienerdlöcher?!
 

Error

neugierig
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also da im text steht das die endräume meist recht gut ausgebaut sind denke ich, dass es kulturellen aber auch schutzzwecken diente
 

nein

Dr. rer. anim. - RIP *1956-†2015
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soweit ich weiß hat es in vorchristlichen kulturen initationsriten für heranwachsende männer gegeben, wo selbige (vermutlich nach verabreichung psychoaktiver substanzen) in kleinen höhlen und vollkommener dunkelheit eingeschlossen wurden, um nach gewisser zeit als richtige männer sozusagen neu geboren zu werden.
 

sebius

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also ich gäb mal meinen senf dazu!

ich bin mir ziemlich sicher das die tunnelsystem teil der unterischdischen hallen der reptiloiden rasse sind auch wen so ein tunnel plötzlich zu ende ist verbirgt sich doch meistens eine tür. die ein mensch jedoch kaum zu öffnen vermag. solche tunnel gibt es auf der ganzen welt!

aber sagt mir ist etwas von einigen dieser tunnel bekannt das man dort einnige symbole gefunden hat oder ein besonderer geschmack nach schwefel? oder auch ein geräusch wie eine art lift?
 

nnd-relaxx

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hm.. vllt war das sowas wie eine grabungs stätte.. für bestimmte sachen .. oder vllt auch eine Opfergabe.. weil manche Völker vllt der Erde direkt mit Opfergaben dienen wollten...
auch eine Theorie..!
 

Zwirni

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Kätzchen

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Interessant, SEHR interessant! Dachte erst: naja, Kriege gabs schon immer. Und wo ist man da schon sicherer als dort wo man nicht gesehen oder von irgendwas getroffen wird? Aber da ist was das mich stutzig macht.
1. Was sind Lichtnischen
2. Egal welche Nischen wofür in einem Loch in das man sich bei Gefahr "verkriecht"? Zur Verschönerung wohl kaum
 

nein

Dr. rer. anim. - RIP *1956-†2015
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wenn so was im krieg benutzt wird, dann muss man damit rechnen, dass der feind einen eingang findet und reingeht.
nützlich wären da z.b. nieschen, in denen man einen hinterhalt legt?
so wie die vietkong seinerzeit fallgruben in ihre tunnels eingebaut haben.
 

viennatourer

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yop

Die Erdställe waren so angelegt,dass ein "reingehen" unmöglich war und ein ev.Eindringling wehrlos war,da er seine Hände bzw. Waffen nicht für Kampf benutzen konnte.

Die "Verstecktheorie" klingt für mich eigentlich plausibel,da es"damals (11/12 jhdt) genügend Gründe gab abzutauchen,wenn man zb.nicht zu den tobenden Kriegen oder auch Kreuzzügen zwangsverpflichtet werden wollte,vor marodierenden Banden oder dem eigenen Lehnsherren oder der aufkommenden Inquisition Schutz suchte.
Auch Klimaereignisse sind denkbar,so war 1076/77 der wahrscheinlich kälteste Winter des Jahrhunderts und strenge Winter gab es auch im beginnenden 12.jhdt .
Extreme Regenperioden im Sommer(über Jahre) ließen zwischen 1150 und 1170 und 1191 bis 1196 das Getreide verderben.
Tausende von Verzweifelten Menschen zogen auf der Suche nach Essbarem durch Europa.

Man müsste wohl die div. Chronologien(wenn es denn welche gibt) durchforsten um sich ein genaueres Bild zu machen.

Mehr über die Theorien, Kult oder Zufluchtstätten siehe....http://de.wikipedia.org/wiki/Erdstall
 

Rene

eingeweiht
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klingt sehr interessant! Sollte man jedoch die Hohle Erde Theorie anwenden und einen Eingang dazu vermuten. Würde es vlt. auch die Bäuerlichen Sagen welche erwähnt wurden erklären. Inwelche von Geistern und Stimmen die rede ist!

Was ich jedoch auch vermute vor allem wegen blünderungen und Überfällen früher könnten sie auch dazu gedient haben den Bestz darin zu verstecken. Imo wurden früher auch Fleisch und Gemüse in Erdlöchern gelagert!
 

wosaschasis

neugierig
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Ich glaube nicht, dass die erdställe als Versteck gedient haben!
Die meisten haben nur einen Eingang der gleichzeitig dann auch der Ausgang ist.
Die Gruppen die im Mittelalter die Gegend der Steiermark unsicher machten, hätten einfach vor dem Eingang ein Feuerchen entfacht und gewartet.
Die Idee mit der Fäkalgrube gaube ich auch nicht, ein Plumpsklo wäre weitaus zeitsparender zu errichten gewesen!
Als im Mittelalter errichtete Lagerräume sehe ich die Erdstäle auch nicht an, sie wurden vlt. von den ansässigen Personen im Mittelalter als Lager genutzt, sie wurden aber sicher nicht als Lager gebaut (viele Engstellen, die sog. Schlupfe...).
Meiner Meinung nach sind die Erdställe alte Kultplätze, gerade in dere Steiermark finden sich über den Ställen Lochsteine deren Löcher nach den erläufen der Erdställe ausgerichtet sind.
Oft finden sich auch Kirchen über Erdställen.
Viele Erdställe sind auch meterdick vermauert, fast so als hättn sich die Leute vor Dingen aus dem Stall gefürchtet.
Es stehen wirklich oft dicke Mauern da, obwohl man die Ställe ja auch einfach hätte zuschütten können.
Lest Euch mal das Buch Tore zur Unterwelt durch, das ist wirklich toll, aber selbst in diesem Buch kann über Entstehung und Zweck der Anlagen keine eindeutige Auskunft gegeben werden.
 

Morow

„archaic obsidian”
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Auch wenn bereits etwas eingestaubt, habe ich mir doch zwei-drei Theorien vorgestellt, wozu diese Tunnel genutzt wurden.

Mein klarer Favorit ist die Existenz von Reptiloiden. Als Verbindung zur Oberwelt. Die Luftnischen dienten dann dazu auszumachen, wie "spät" es war. Durch die Verschiebung der Erdplatten, sind gewiss viele,große Teile dieser System vernichtet worden.

Auch denkbar wäre es um die kleinen Kinder und "dürren" Frauen bei Gefahr zu verstecken. Sauerstoff wurde damals ggf nicht als Gas sondern nur die Luft wahrgenommen, sodass die Luftnischen der dürftigen Belüftung dienten.

Meine 3. Theorie ist ein wenig unstimmig. Da ich von Platzmangel ausgehe und die Menschen erste Keller gebaut haben, unterirdische Ställe, Lager oder Quellen an ihre Häuser angeschlossen haben, die mitlerweile schon längst versiegt sind.

Da seit dem OP lange nix mehr kam, hoffe ich das Thema noch einmal ins rollen zu kriegen. Denn einen Nutzen musste dieses weit verbreitete Phänomen doch haben...
 

Marrok

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@Amaranth

Die Theorie mit den Reptoiden bezweifle ich sehr, das Wort "Tunnelsystem" ist hier etwas falsch finde ich oder ich habe nicht genug Informationen dazu aber diese Erdställe oder "Zwergenlöcher" etc. sind keine richtigen Systeme sondern sind meist nur 1-3 Kammern welche durch kleine Durchgänge verbunden sind aber nicht in dem Ausmaß wie die Tunnelsysteme wie man sie sich bei den Reptoiden vorstellt.

Auch die Idee eines Verstecks ergibt irgendwie keinen Sinn, diese Ställe hatten nur einen Eingang, Angreifer brauchten nur warten bis die Leute wieder raus müssen und könnten dann einen nach dem anderen einfach töten.

Auch eine Lagerstelle ist suboptimal, es wäre meistens feucht, eventuell steht sogar Wasser in so einem Stall nach starken Regen. Es waren nur wenige Erdställe wirklich Wasserdicht glaube ich gelesen zu haben.


Mein FAZIT:
Soweit mir bekannt ist hat man eigentlich noch keine Ahnung wofür diese Erdställe gedacht waren, aber sie müssen schon ihre Begründung gehabt haben weil sie fast überall in Mittel- und Nordeuropa auftauchen und das Grundschema einigermaßen gleich bleibt vom Aufbau her. Ich würde echt gerne wissen was für Gründe es dafür gab, immerhin war das damals kein kleiner Aufwand um solche unterirrdischen Kammern zu bauen. Vielleicht waren es religiöse Gründe aber wieso sollte man es dann so schwer zugänglich machen? Aber ich habe mal im Internet gelesen (keine Ahnung ob das auch wirklich so war) dass viele Erställe zuerst genutzt wurden und dann aber wieder verschlossen wurden, die Leute wollten damals zu 100% sicher sein dass nichts mehr rein doer raus kam, zumindest kann man das anhand der Art wie sie die Erdställe verschlossen haben daraus schließen, die Frage ist nur ob das wirklich stimmt.
 

Zwirni

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In der Nähe vom Chiemsee gibt es unregelmäßig, immer nach einem Gewitter, plötzlich entstehende Krater in der Umgebung. Seit 1936 wurden über 100 davon gezählt. Wodurch sie entstehen ist völlig unbekannt - sie entstehen jedoch immer nach einem Gewitter und sind eindeutig regional begrenzt. Sie werden dort inzwischen Donnerloch genannt.
http://www.focus.de/wissen/natur/ge...e-mysterioesen-donnerloecher_aid_1143283.html

Vlt. ein Erdstall-"System", welches durch Endladungen in den Erdboden Stück für Stück zusammenbrechen? :oconfused:
 

Xephnock

suchend
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Jetzt grabe ich das Topic doch auch nochmal aus.
In Österreich gibt es nicht nur die besagten Erdställe sondern wirkliche Tunnelsysteme, die teilweise kilometerlang sind und auch heute stellenweise noch einigermaßen gut zugänglich.
Ich habe gerdae zu diesem Thema das Buch "Tore zur Unterwelt" (H. u. I. Kusch, Verlag V.F.Sammler) gelesen, welches sich mit genau diesem Phänomen in Österreich beschäftigt.
Wenn man sich für das Thema interessiert ist es sicherlich ganz gut, aber kein muss, die vielen Bilder machen neugierig und man erfährt viele Fakten über den ist-Zustand der Gänge und Erdställe.
Antworten auf Entstehungszeit, Nutzung oder Grund des Baus können die Autoren aber auch nicht liefern.
Wenn Interesse besteht kann ich gern mal etwas mehr dazu schreiben, aber jetzt ist es mir gerade zu spät, das Bett ruft :)
 
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