Greenpeace Presserklärungen

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Presseerklaerung

Mehrheit haelt Stromversorgung auch ohne Atomkraft fuer gesichert
Neue Greenpeace-Umfrage belegt: Angstmache der Energiekonzerne ist
gescheitert

Hamburg, 4. 2. 2009 - Eine deutliche Mehrheit von 59 Prozent der
Bundesbuerger sieht keine Gefaehrdung der Energieversorgung durch den
Atomausstieg. Das ist das Ergebnis einer im Auftrag von Greenpeace
durchgefuehrten repraesentativen Umfrage, die die Umweltorganisation
anlaesslich der Wintertagung des Deutschen Atomforums veroeffentlicht hat.
Nur eine Minderheit von 27 Prozent haelt eine Gefaehrdung der
Energieversorgung fuer moeglich. Sogar 49 Prozent der Befragten, die sich
als CDU-Waehler bezeichnen, glauben trotz des Atomausstiegs nicht an eine
drohende Stromluecke.

"Die Angstmache des Atomforums und der Energiekonzerne hat nicht
funktioniert", sagt Greenpeace-Atomexperte Tobias Muenchmeyer. "Sie haben
mit einer gross angelegten Kampagne versucht, die Tatsachen zu verdrehen
und behaupten, ohne Atomkraft wuerden die Lichter ausgehen. Doch die
Menschen haben verstanden: Atomkraft schadet Deutschland. Wir brauchen sie
nicht mehr."

Die Versorgung mit Strom ist in Deutschland sicherer denn je: Im Jahr 2008
wurde mit 22 Terrawattstunden ein neuer Rekordueberschuss beim Export von
Strom erzielt. Dafuer haetten neben den seit eineinhalb Jahren
stillstehenden Atomkraftwerken in Kruemmel und Brunsbuettel drei weitere
Atommeiler sofort stillgelegt werden koennen: Neckarwestheim I, Biblis A
und Isar 1. Daher fordert Greenpeace, so schnell wie moeglich alle
Atomkraftwerke abzuschalten und die Laufzeiten nicht zu verlaengern.

Das Deutsche Atomforum bemueht sich als Lobbyorganisation der
Stromkonzerne zusammen mit den Unionsparteien seit dem Jahr 2006 darum,
die oeffentliche Meinung zugunsten der Atomenergie zu drehen. Sie bemueht
immer neue Scheinargumente, um den Atomausstieg nach der Bundestagswahl
rueckgaengig zu machen.

"Die wollen lediglich mit verlaengerten Laufzeiten ihrer Atomkraftwerke
den Stromkunden noch mehr Geld aus der Tasche ziehen", erklaert
Muenchmeyer. Eine Verlaengerung der Laufzeiten fuer die alten, steuerlich
abgeschriebenen Atomkraftwerke wuerde den Energiekonzernen Zusatzgewinne
von etwa einer Million Euro pro Tag und Atommeiler bescheren.

Das Meinungsforschungsinstitut Consultic hat in der repraesentativen
Umfrage 1009 Bundesbuergern folgende Frage gestellt: " Glauben Sie, dass
durch die Beibehaltung des gesetzlich verankerten Atomausstieges in
Deutschland die Stromversorgung gefaehrdet ist"" Die Auswertung der
Antworten nach Wahl-Praeferenz ergibt folgendes Ergebnis: CDU/CSU: 41
Pozent "Ja", 49 Prozent "Nein"; SPD: 30 Prozent "Ja", 62 Prozent "Nein";
FDP: 38 Prozent "Ja", 58 Prozent "Nein"; Gruene: 8 Prozent "Ja", 89
Prozent "Nein"; Die Linke: 33 Prozent "Ja", 62 Prozent "Nein".

Presseerklaerung

Greenpeace veroeffentlicht interaktive Deutschlandkarte zu Gen-Mais 2009
Gutachten zeigt: Es mangelt an Kontrollen beim Anbau von Gen-Mais

Hamburg, 05. 02. 2009 - Seit heute ist der Anbau von Gen-Mais etwas
transparenter. Auf einer interaktiven Deutschlandkarte kann man ab sofort
nachsehen, wo in Deutschland Gen-Mais angebaut werden soll. Die Karte ist
auf der Seite www.greenpeace.de/gen-mais-karte zu finden. Die
Gen-Mais-Dcker in Bayern lassen sich mit Google-Maps sogar bis auf das
Flurstueck genau anzeigen. Brandenburgs Dcker sollen folgen. Grundlage
fuer die Karten sind die im Standortregister des Bundesamtes fuer
Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) veroeffentlichten
Daten. Doch die Genauigkeit der Angaben hat derzeit Grenzen. Ein von
Greenpeace in Auftrag gegebenes juristisches Gutachten kommt zu dem
Schluss, dass die Angaben im Standortregister nur mangelhaft in den
meisten Bundeslaendern kontrolliert werden.

"Auch dieses Jahr wird wieder riskanter Gen-Mais in Deutschland angebaut.
Und das obwohl Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner versprochen hat,
negative Folgen von Gen-Pflanzen fuer Umwelt und Gesundheit zu
verhindern?, sagt Stephanie Toewe, Gentechnik-Expertin von Greenpeace.
"Die Kontrollen in Deutschland zum Anbau von Gen-Pflanzen sind ein Witz.?
Aktuelle Studien belegen, dass von Gen-Mais Gefahren fuer die Umwelt
ausgehen. Zahlreiche europaeische Laender haben deshalb den Anbau des
Maises gestoppt. ?Landwirtschaftsministerin Aigner muss sich daran ein
Beispiel nehmen und auch in Deutschland den Gen-Mais verbieten?, fordert
Toewe.

Derzeit sind 3568 Hektar fuer den Anbau von Gentechnik angemeldet - 500
Hektar weniger als im vergangenen Jahr. Bezogen auf die Gesamtanbauflaeche
von Mais sind das derzeit 0,17 Prozent der Flaeche. Dieser Anteil wird
voraussichtlich noch geringer ausfallen. So sind in den vergangenen Jahren
zunaechst angemeldete Flaechen spaeter wieder abgemeldet worden.
"Oekologisch war der Gen-Mais schon immer ein Desaster. Jetzt scheint er
auch oekonomisch ein Flop zu werden", sagt Toewe.

Ein von Greenpeace in Auftrag gegebenes Rechtsgutachten macht deutlich,
dass der Anbau zudem kaum ueberwacht wird. Jedes Bundesland kontrolliert
nach eigenen Massstaeben. Einheitliche Regeln zur bundesweiten
Ueberwachung gibt es nicht. Nicht erfasst wird in den meisten
Bundeslaendern, ob ein Landwirt illegal Gen-Mais anbaut, er seine Nachbarn
nicht wie vorgeschrieben informiert oder die Abstaende zu benachbarten
Maisflaechen nicht eingehalten werden. Oft reagieren die Behoerden nur auf
Anzeigen von Dritten. Felder, auf denen Gen-Mais angebaut werden soll,
muessen bis drei Monate vor der Aussaat gemeldet werden.

Dndert ein Bauer seine Plaene und will doch keine Gentechnik auf den
angemeldeten Acker bringen, muss er dies dem Bundesamt unverzueglich
mitteilen. "Genau hier liegt der Hase im Pfeffer. Viele Gen-Bauern halten
sich nicht an die Meldefristen und machen, was sie wollen.
Landwirtschaftsminsterin Aigner muss handeln und die Einhaltung der
Vorschriften staerker kontrollieren lassen?, so Toewe.


Presseerklaerung vom 6. Februar 2009
Agrarministerin Aigner vernachlaessigt Umwelt und Verbraucher
Greenpeace zieht Fazit nach 100 Tagen Amtszeit

Agrarministerin Aigner vernachlaessigt Umwelt und Verbraucher
Greenpeace zieht Fazit nach 100 Tagen Amtszeit

Hamburg, 6. 2. 2009 - Keines der draengenden Umwelt- und Verbraucherthemen
hat Landwirtschafts- und Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) bislang
in Angriff genommen. Agrargifte, Gentechnik, Verbraucher- und Klimaschutz:
Die Ministerin, die am Samstag 100 Tage im Amt ist, hat bei der Loesung
dieser Probleme bislang keine Initiative gezeigt, so das Fazit von
Greenpeace.

"Bisher wirkt Ministerin Aigner eher wie das Sprachrohr der Interessen von
Agrarlobby und Bauernverband, denn wie eine umweltbewusste
Verbraucherministerin", sagt Barbara Kamradt, Leiterin des
Landwirtschaftsbereichs von Greenpeace. "Ihre Kollegen in anderen
EU-Laendern verbieten den Anbau von Gen-Mais oder setzen sich fuer
gentechnikfreie Regionen ein. Doch Aigner geht diesen Schritt nicht und
ignoriert neue wissenschaftliche Indizien fuer die Gefaehrlichkeit von
Gen-Mais. Auch in Sachen Agrargifte schlaegt sie sich eher auf die Seite
der Chemielobby und vernachlaessigt die Interessen der Verbraucher."

Aigners eigene Behoerde, das Bundesamt fuer fuer Verbraucherschutz und
Lebensmittelsicherheit, hat erst im Oktober vor zu hohen
Pestizidbelastungen in Obst und Gemuese gewarnt. Doch die Ministerin hat
nicht, wie von Bundestag und EU gefordert, das nationale
Pestizidreduktionsprogramm nachgebessert. Auf europaeischer Ebene hat
Deutschland gerade zusammen mit anderen EU-Laendern ein besseres
EU-Pestizidrecht verhindert.

Auch in anderen Bereichen des Verbraucherschutzes fehlt es an Initiative.
So haben Recherchen von Greenpeace gezeigt hat, dass das neue
Verbraucherinformationsgesetz voellig untauglich ist und dringend
ueberarbeitet werden muss. Doch die Ministerin hat nichts unternommen.

Beim Klimaschutz hat Aigner bislang versagt und setzt sich sogar fuer die
Subventionierung des Dieselverbrauchs in der Landwirtschaft ein. "Durch
die Subventionierung wuerden Landwirte, die verschwenderisch mit
Dieselkraftstoff umgehen, besonders belohnt. Das ist klimapolitischer
Unfug", erklaert Kamradt.

Quelle: http://www.greenpeace.de/
 

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Buerokratie behindert Abstimmung gegen Braunkohle-Tagebau
Greenpeace veroeffentlicht Emnid-Umfrage zum Volksbegehren in Brandenburg

Hamburg/Brandenburg, 9. 2. 2009 - Bis zu 70 Prozent der Brandenburger
haetten sich unter einfacheren Teilnahmebedingungen am Volksbegehren gegen
den weiteren Abbau klimaschaedlicher Braunkohle im dem Bundesland
beteiligt. Das ist das Ergebnis einer repraesentativen Umfrage des
Meinungsforschungsinstituts Emnid unter 519 Brandenburgern im Auftrag von
Greenpeace. Erst 20 Prozent der volljaehrigen Brandenburger haben bisher
bei ihren Meldebehoerden abgestimmt oder wollen dies noch bis zum Ende der
Abstimmung am Montagabend tun. Wegen des hohen Anteiles an
Braunkohle-Strom hat Brandenburg im bundesdeutschen Vergleich den
hoechsten Pro-Kopf-Ausstoss an Treibhausgasen.

"In der Umfrage sprechen sich neun von zehn Brandenburgern fuer mehr
Klimaschutz aus", sagt Joerg Feddern, Energieexperte von Greenpeace. "Die
so genannte Volksabstimmung zeigt vor allem, dass die Huerden fuer die
Teilnahme viel zu hoch sind und nicht die Meinung der Bevoelkerung
erfassen kann. Mit solchen Einschraenkungen wird der Buerger nicht
beteiligt, sondern verhoehnt."

Beteiligen duerfen sich Buerger ueber 18 Jahre, die ihren Wohnsitz seit
mindestens einem Monat in Brandenburg haben. Unterschreiben kann nur, wer
einen Behoerdengang zu wenig buergerfreundlichen Oeffnungszeiten in Kauf
nimmt. Fuer die meisten Abstimmungswilligen ist das angesichts der
Entfernungen zu aufwaendig oder teilweise nicht zu leisten. Wer den Weg
auf sich nimmt, muss vor der Abstimmung nicht nur ein Ausweisdokument
vorlegen, sondern muss noch seine Ueberpruefung abwarten.

"Egal wie das Volksbegehren ausgeht, nach dieser Umfrage ist klar: Eine
deutliche Mehrheit in Brandenburg will den Klimaschutz und ist gegen die
Braunkohlefoerderung", erklaert Feddern. Brandenburg stoesst pro Kopf
ueber 20 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr aus, mehr als doppelt so viel wie im
Bundesdurchschnitt. Allein die beiden Braunkohlekraftwerke Jaenschwalde
und Schwarze Pumpe erzeugen jaehrlich 36 Millionen Tonnen Kohlendioxid.
Das sind etwa zehn Prozent der Emissionen der Energieerzeugung in
Deutschland.

An dem Volksbegehren muessen sich 80.000 Brandenburger beteiligen, damit
es Folgen hat. Dann muss sich der Landtag mit einem Gesetzesentwurf zum
mittelfristigen Ausstieg aus der Braunkohlefoerderung in Brandenburg
beschaeftigen.

Quelle: http://www.greenpeace.de/
 

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Medienmitteilung 18. Februar 2009
Basel (CH)/Grenzach-Wyhlen (D). Eklat bei der Sanierung der
Chemiemuelldeponie Hirschacker in Sueddeutschland: Roche bricht eine
Sanierungs-Vereinbarung mit Greenpeace und will giftigen Chemiemuell nicht
mehr weiter ausgraben. Zudem: 17.000 Tonnen Aushubmaterial, das im Rahmen
der chaotischen Hirschacker-Sanierung bisher ausgegraben wurde, landete
illegal auf Deponien. Entsorgt wurde es unter anderem auf einen
zukuenftigen Golfplatz in Mainz (Hessen). Dies sind die brisanten
Erkenntnisse einer Maengel-Studie zur Sanierung der Chemiemuelldeponie
Hirschacker, die Greenpeace heute an einer Pressekonferenz
veroeffentlichte. Greenpeace fordert, dass das illegal abgelagerte
Hirschacker-Aushubmaterial wieder ausgegraben wird und die
Hirschacker-Sanierung gemaess den Abmachungen mit Roche sauber weitergeht.

Der Gesundheitskonzern Roche ist einer der groessten Hersteller von
Anti-Krebsmittel und erzielte 2008 einen Reingewinn von 10 Milliarden
Schweizer Franken. Bei der Chemiemuelldeponie Hirschacker aber will Roche
Tausende von Tonnen krebserregenden Chemiemuell liegen lassen, den die
Firma zum Teil selber dort abgelagert hat. Dies entgegen der
Vereinbarungen, welche Roche unter anderem mit Greenpeace getroffen hat.
Die Vereinbarung wurde Greenpeace von Roche, dem Landratsamt Loerrach und
dem Ingenieurbuero HPC vorgeschlagen und regelt verbindlich: Werden beim
Aushub an den jeweiligen Grubenraender Chemikalien ueber einem
wissenschaftlich festgelegten Grenzwert festgestellt, muessen diese je
ausgegraben werden. Greenpeace hatte den Vorschlag mit diesem
schrittweisen Vorgehen als Kompromiss akzeptiert. Letzten Montag wurde
aber klar: Roche will sich nicht an die Abmachungen halten. Dieser
Wortbruch wiegt schwer. Er ist auch ein Ausdruck des fehlenden Willens,
die chaotischen Zustaende bei der Hirschacker-Sanierung in den Griff zu
kriegen und das Deponie-Problem tatsaechlich zu loesen.

Im Auftrag von Greenpeace verfasste der Altlasten-Experte Dr. Martin
Forter eine akribische Maengel-Studie. Diese haelt unter anderem fest,
dass das Projekt von Anfang an auf realitaetsfernen Annahmen basierte.
Obwohl bekannt war, dass in der Deponie eine grosse Vielfalt von giftigen
Abfallstoffen aus der Nitro- und Chlorchemie der Basler Chemie der
1950er-Jahre abgelagert wurde, beschraenkten sich die
Projektverantwortlichen lediglich auf die Stoffgruppe der
Leichtfluechtigen Halogenierten Kohlenwasserstoffe (LHKW). Es erfolgten
Ausschreibungen, die erst im Nachhinein bewilligt wurden. Es wurde mit dem
Aushub begonnen, noch bevor das Abfallentsorgungskonzept stand. Wegen
schlechter Planung musste ein Baustopp eingelegt werden, die Kosten
explodierten unnoetigerweise um ueber 100Prozent auf mehr als 10 Millionen
Euro - ohne das Problem wirklich zu loesen.

Doch damit nicht genug: 17.000 Tonnen Aushubmaterial aus der
Chemiemuelldeponie Hirschacker wurden mit Kenntnis des Landratsamts
Loerrach illegal entsorgt: Schon im September 2008 verweigerte das
Regierungspraesidium Freiburg das Ablagern von Hirschacker-Aushub in einer
Deponie bei Freiburg. Der Grund: Das Material sei zu wenig bekannt und
falsch beprobt worden. Das Umweltministerium Baden-Wuerttemberg
bestaetigte im Oktober 2008 in einem Schreiben, das Greenpeace vorliegt,
sinngemaess: Was bei der Chemiemuelldeponie Hirschacker ausgegraben wurde,
ist fuer eine Abfallentsorgung ungenuegend identifiziert resp. deklariert
und kann somit nicht auf anderen Deponien entsorgt werden. Doch die
Projektverantwortlichen ignorierten die rechtlich verbindlichen Vorgaben
und machten weiter: Von September bis Dezember 2008 wurden so 17.000
Tonnen belastetes Material illegal entsorgt, wie aus den Unterlagen
entnommen werden muss. Beliefert wurde vor allem die Deponie Budenheim in
Mainz (Hessen), die in einen Golfplatz umgewandelt werden soll. Pikantes
Detail: Der Golfplatz wird von der Baufirma gebaut, die beim Hirschacker
den Aushub macht.

Roche scheint aus ihrer Vergangenheit nicht gelernt zu haben: Schon einmal
hat Roche die Kontrolle ueber ihren Giftmuell verloren und dabei ihre
Glaubwuerdigkeit eingebuesst. War es nach Seveso ein Schweinestall in der
Normandie, ist es heute ein Golfplatz in Hessen, wo unkontrolliert und
illegal Giftmuell entsorgt wurde.

Greenpeace fordert, dass Roche die illegale Entsorgung von
Hirschacker-Muell korrigiert. Roche muss ebenso den Wortbruch rueckgaengig
machen und den Hirschacker gemaess Abmachungen sauber und korrekt
weitersanieren. Innerhalb einer Wochenfrist soll Roche das bisher
Vereinbarte schriftlich bestaetigen und die Sanierungskosten uebernehmen.
Greenpeace ersucht die Grossaktionaere, beim Roche-Management zu
intervenieren, einen Imageverlust zu vermeiden und die Kosten zu
uebernehmen, auch zum Schutze des Trinkwassers der Gemeinde Grenzach und
der Hardwasser AG auf der anderen Rheinseite.

Die Deponie Hirschacker wurde von 1957 bis 1965 mit bis zu 100.000 Tonnen
Chemieabfaellen aufgefuellt. Seit ueber zwei Jahren engagiert sich
Greenpeace fuer eine saubere und dauerhafte Sanierung der auslaufenden
Deponie.

Quelle: http://www.greenpeace.de/
 

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Hamburg, 23. 2. 2009 -
Mehr als 70 Prozent der Radioaktivitaet im maroden
Salzbergwerk Asse II stammen von atomaren Abfaellen aus Atomkraftwerken
der vier grossen Energiekonzerne EnBW, RWE, Vattenfall und E.on. Dies geht
aus einem Inventarbericht des Atommuells hervor, den Greenpeace
ausgewertet hat. Diese Zahlen widerlegen die bisherige Darstellung der
Atomindustrie, Atommuell aus privatwirtschaftlicher Quelle sei nur in
geringen Mengen in die Asse verklappt worden. Mehr als 70 Prozent der vom
Forschungszentrum Karlsruhe stammenden Radioaktivitaet kommt demnach aus
dem Atomreaktor Obrigheim und ist vom Energiekonzern EnBW zu verantworten.
EnBW hat mit rund 63 Prozent an der Gesamtradioaktivitaet in der Asse den
weitaus groessten Anteil strahlenden Atommuells in die Schachtanlage
verbracht. Die Abfaelle aus RWE-Kraftwerken liegen bei fast sechs Prozent.

"EnBW und Co. tricksen und taeuschen. Jahrelang haben die Energiekonzerne
von der billigen Atommuellkippe Asse profitiert und wollen den
Steuerzahler nun allein die Zeche zahlen lassen", sagt Heinz Smital,
Atomexperte von Greenpeace. "Ob die Sanierung der Asse 2,5 Milliarden Euro
oder viel mehr kosten wird, kann heute noch niemand sagen. Zwei Drittel
der Kosten sollten jedoch nach dem Verursacherprinzip die Energieversorger
uebernehmen."

Den Greenpeace vorliegenden Inventarbericht der Asse hat das
GSF-Forschungszentrum fuer Umwelt und Gesundheit, Vorgaenger des heutigen
Helmholtz Zentrum Muenchen, im Jahr 2002 erstellen lassen. Er gibt
Aufschluss ueber Ort, Ausmass und Zusammensetzung der vorhandenen
Radioaktivitaet. Zudem informiert er ausfuehrlich ueber die Herkunft des
Atommuells.

Nur knapp sechs Prozent der Radioaktivitaet in der Asse wurden aus
Forschungsreaktoren, oeffentlichen Einrichtungen und der Laborforschung
angeliefert. Der Rest stammt aus Versuchsreaktoren und der
Nuklearindustrie.

Der Bundestag hat erst im Januar eine Novelle des Atomgesetzes
verabschiedet, nach der nun der Steuerzahler fuer viele Milliarden Euro
Sanierungskosten der Asse aufkommen muss. "Diese ungerechten und
wettbewerbsverzerrenden Privilegien der Atomindustrie gehoeren
abgeschafft", fordert Heinz Smital.

Quelle: http://www.greenpeace.de/
 

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Hamburg, 26. 2. 2009

Brandenburg ueberwacht den Anbau von Gen-Mais
nicht ausreichend. Im Bundesland mit der groessten geplanten Anbauflaeche
in Deutschland ist jeder neunte Standort mit falschen Angaben im
staatlichen Standortregister angemeldet. Zu diesem Ergebnis kommt
Greenpeace durch den Abgleich der Anmeldedaten mit der genauen Lage der
Äcker, die ab heute auf seiner interaktiven Karte im Internet
festzustellen ist. Dort zeigt Greenpeace ueber Google Maps ( nach den
bereits recherchierbaren Feldern in Bayern auch die geplanten
Anbauflaechen in Brandenburg. Dort sollen laut Register 1652 Hektar mit
dem umstrittenen Gen-Mais MON810 bestellt werden.

"Die Behoerden sind mit der Ueberwachung des Gen-Mais-Anbaus bereits auf
geringer Flaeche ueberfordert", sagt Stephanie Toewe, Greenpeace
Gentechnik-Expertin. "Gen-Pflanzen sind schon riskant genug, nachlaessige
Behoerden verschaerfen das Problem. Wir brauchen keine Gen-Pflanzen auf
dem Acker. Sie sind eine Gefahr fuer unsere Umwelt und nicht
kontrollierbar."

Zustaendig fuer die Ueberwachung in Brandenburg ist das Landesamt fuer
Verbraucherschutz, Landwirtschaft und Flurneuordnung. Greenpeace hat dem
Amt in einem Schreiben die Maengel angezeigt und eine Korrektur gefordert.
In Bayern ist auch ein Standort fehlerhaft angemeldet worden.

Die Ueberwachung der Umweltschaeden durch den Gen-Mais-Anbau funktioniert
ebenfalls nicht. Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse (CSU) hat
vergangene Woche in einem Interview angekuendigt, die Ergebnisse des
sogenannten Ueberwachungsplans des Saatgut-Konzerns Monsanto zum Anbau
2008 zu pruefen und gegebenenfalls den Anbau von Gen-Mais noch vor der
diesjaehrigen Aussaat zu verbieten. Greenpeace haelt den Ueberwachungsplan
fuer ungeeignet, die Umweltrisiken zu erfassen. Der Gen-Mais selbst
produziert ein Insektengift. Die Auswirkungen auf Bodenorganismen werden
nicht kontrolliert, die auf Schmetterlinge und Wasserorganismen nur
unzureichend. Erst im Januar 2009 hat das Bundesamt fuer Naturschutz (BfN)
den Ueberwachungsplan erneut kritisiert.

Zahlreiche Studien zeigen bereits die Gefahren von Gen-Mais. "Aigner darf
den Schlingerkurs von ihrem Vorgaenger Seehofer nicht fortsetzen. Sie muss
jetzt ein Anbaustopp verhaengen, bevor der Gen-Mais im Boden ist", fordert
Toewe. "Oesterreich, Frankreich, Ungarn, Polen und Griechenland haben
vorgemacht wie es geht. Dort ist der Anbau von Gen-Mais untersagt.

Quelle: http://www.greenpeace.de/
 

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Muenchen, 6. 3. 2009 - Greenpeace-Kletterer protestieren heute am Gebaeude
der Hypo Real Estate Bank in Muenchen fuer mehr Investitionen in den
weltweiten Klimaschutz. "Waere die Welt eine Bank, haettet ihr sie laengst
gerettet!" ist auf einem fuenf mal sechs Meter grossen Banner zu lesen.
Die Umweltschuetzer kritisieren damit, dass die Bundesregierung Milliarden
Euro zur Rettung von Banken zahlt, aber viel zu wenig fuer den Klimaschutz
investiert. Greenpeace fordert die Regierung auf, international mehr
Verantwortung zu uebernehmen und mehr Geld fuer Klimaschutzprojekte in
Entwicklungslaendern bereit zu stellen.

"Ohne mit der Wimper zu zucken, zahlt der Staat den Banken zig Milliarden,
aber knausert beim Klimaschutz", sagt Greenpeace-Klimaexperte Karsten
Smid. "Schon ein Bruchteil dieses Geldes wuerde ausreichen, den
CO2-Ausstoss in Entwicklungslaendern drastisch zu reduzieren. Deutschland
und die EU haben die Verantwortung, auch international mehr fuer den
Klimaschutz zu tun, wollen diesen Laendern jedoch keine konkreten Zusagen
machen." Vor allem die Entwicklungslaender leiden unter dem mehrheitlich
von den Industrienationen verursachten Klimawandel.

Allein zur Unterstuetzung der Hypo Real Estate wurden in Deutschland
bislang 102 Milliarden Euro staatliche Beihilfen und Garantien
bereitgestellt. Zum Vergleich: Nach Berechnungen von Greenpeace muessten
von allen Industriestaaten gemeinsam jaehrlich rund 110 Milliarden Euro
aufgebracht werden, um den weltweiten CO2-Ausstoss wirksam zu begrenzen,
Technologien fuer den Klimaschutz bereit zu stellen und die Folgen des
Klimawandels zu bewaeltigen. Auf Europa entfielen dabei 35 Milliarden
Euro, davon sieben auf Deutschland. "35 Milliarden Euro pro Jahr von der
EU fuer Klimaschutz in Entwicklungslaendern, das bedeutet weniger als 1,50
Euro pro Woche fuer jeden Europaeer - ein kleiner Preis fuer die
Lebensversicherung unseres Planeten", so Karsten Smid.

Zurzeit beraten die EU-Mitgliedstaaten ueber ihre Position fuer den
entscheidenden Klima-Gipfel im Dezember in Kopenhagen. Ohne finanzielle
Zusagen der Industriestaaten sind die Entwicklungslaender nicht bereit,
ihren CO2-Ausstoss zu reduzieren und in Klimaschutz zu investieren. Damit
haengt der Erfolg des Klima-Gipfels wesentlich von konkreten finanziellen
Zusagen der reichen Staaten ab. Zudem muss sich die EU verpflichten, ihren
CO2-Ausstoss bis 2020 um mindestens 40 Prozent zu reduzieren. Nur so
koennen Staaten wie die USA, aber auch Schwellenlaender wie China und
Indien zu Zugestaendnissen bewegt werden. Ueber den Beitrag der EU
diskutieren die Finanzminister der Mitgliedstaaten am 10. Maerz und die
Regierungschefs beim EU-Fruehjahrsgipfel am 19. Maerz.

"Es waere kurzsichtig und fahrlaessig, Banken zu retten und den
Klimaschutz zu verschieben", so Karsten Smid. "Wer in Sachen Klimaschutz
glaubwuerdig sein will, muss neben ambitionierten CO2-Zielen auch Geld
fuer Urwaldschutz und den Ausbau Erneuerbarer Energien auf den Tisch
legen. Deutschland als groesste EU-Industrienation muss hier eine
Fuehrungsrolle uebernehmen."

Helsinki, 6. 3. 2009 - Gegen die Abholzung finnischer Urwaelder fuer
Papierprodukte protestieren Greenpeace-Aktivisten, darunter auch deutsche,
heute in Helsinki. An der Fassade des groessten europaeischen
Papierherstellers Stora Enso entrollten die Umweltschuetzer ein Banner mit
Kahlschlag-Bildern. Stora Enso verarbeitet Holz aus Urwaldregionen
Nordfinnlands (Lappland), die seit Anfang des Jahres kahl geschlagen
wurden. Deutsche Firmen sind die groessten Abnehmer von finnischem
Papier. Knapp 20 Prozent des Papiers und ein Drittel der Zellstoffexporte
sind fuer den deutschen Markt bestimmt. Sie werden unter anderem zu
Zeitschriften, Kopierpapier und Kartons verarbeitet. Greenpeace fordert
einen unverzueglichen Einschlagsstopp in finnischen Urwaeldern.

"Papierprodukte aus nordischen Urwaeldern finden sich nun wieder in fast
jedem deutschen Haushalt", sagt Oliver Salge, Waldexperte von Greenpeace.
"Wir fordern die deutschen Papierabnehmer auf, den Einkauf bei Stora Enso
aussetzen, bis der Konzern wieder urwaldfreundlich produziert. Deutsche
Verbraucher wollen sich an Artensterben und Klimawandel durch
Urwaldzerstoerung nicht beteiligen."

Nach Protesten von Greenpeace und anderen Umweltschutzorganisationen
wurden die Einschlaege in den letzten acht ungeschuetzten Urwaldregionen
in Lappland fuer zwei Jahre ausgesetzt. Im Januar 2009 verkuendete das
staatliche finnische Forstamt jedoch, dass es sich bei den Urwaeldern nach
eigener Pruefung um Wirtschaftswaelder handeln wuerde. Die Forstbehoerde
laesst nun wieder abholzen. Nach Recherchen von Greenpeace bezieht Stora
Enso zum Beispiel Holz aus dem an der finnisch-russischen Grenze gelegen
Moukavaara-Urwald. Der 10.000 Hektar grosse Wald stellt eine natuerliche
Bruecke zwischen zwei bereits geschuetzten Waldgebieten dar. Er ist
wichtiger Bestandteil eines Netzwerkes von Schutzgebieten fuer den Erhalt
der Artenvielfalt und zum Schutz des Klimas.

Ueber 50 Prozent des erdgebundenen Kohlenstoffes sind in den borealen
Waeldern gespeichert. Die weltweite Zerstoerung der letzten Urwaelder ist
fuer 20 Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich - mehr als
beispielsweise der weltweite Verkehr. "Nur durch sofortiges Handeln aller
Nationen koennen wir den Klimawandel verhindern. Finnland wie auch andere
Urwald-Laender muessen die Entwaldung endlich beenden", sagt Salge.

Auf den diesjaehrigen Klimaverhandlungen in Bonn (Juni) und in Kopenhagen
(Dezember) werden die entscheidenden Weichen fuer den Urwaldschutz
gestellt. Greenpeace fordert die Industrielaender auf, den Schutz der
Urwaelder mit jaehrlich 30 Milliarden Euro im Rahmen eines Urwaldfonds zu
finanzieren.

Quelle: http://www.greenpeace.de/
 

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Hamburg, 24. 3. 2009 - Weitreichende Schritte gegen den Klimawandel
fordert Greenpeace anlaesslich der am Donnerstag in Bonn beginnenden
Klimaverhandlungen und der juengsten wissenschaftlichen Erkenntnisse.
Bislang hielten die Umweltschuetzer es fuer ausreichend, den CO2-Ausstoss
der Industriestaaten um 30 Prozent bis zum Jahr 2020 zu verringern und den
globalen Ausstoss bis zum Jahr 2050 zu halbieren, um das Klima zu retten.
Doch nach einhelligen Aussagen der Klimawissenschaftler, die Greenpeace
zusammengestellt hat - darunter Berichte des Weltklimarates (IPCC) - ist
der Wandel des Klimas weitaus bedrohlicher als bislang angenommen.
Greenpeace fordert daher von den Industrielaendern, ihre Treibhausgase um
40 Prozent bis zum Jahr 2020 zu reduzieren. Weltweit muss der Ausstoss bis
zur Mitte des Jahrhunderts fast bis auf Null zurueckgehen. Das bedeutet,
bis zum Jahr 2050 muss aus der Nutzung von Kohle und Oel ausgestiegen
werden.

"Niemand darf sich mehr Illusionen machen, das Klima-Chaos wird uns hart
treffen. Allein das rasante Abschmelzen der arktischen Eismassen stellt
eine wesentliche groessere Bedrohung dar, als urspruenglich angenommen",
sagt Karsten Smid, Klimaexperte von Greenpeace. "Um einen sich selbst
verstaerkenden Klimawandel zu verhindern, muessen die CO2-Emissionen nach
dem Jahr 2015 weltweit zurueckgehen."

Die Finanzkrise beweist, dass die Staatschefs sehr wohl in der Lage sind,
sich unter Druck schnell abzustimmen und zu handeln. "Der Klimawandel ist
eine noch massivere Bedrohung. Jetzt muessen die letzten Chancen ergriffen
werden, die drohende Klimakatastrophe zu verhindern", warnt Smid. Auch
Entwicklungslaender muessen schrittweise mit Massnahmen zum Klimaschutz
beginnen, um bis zum Jahr 2020 ihren prognostizierten Ausstoss von
Treibhausgasen um 15 bis 30 Prozent zu verringern. Industrielaender
muessen hierfuer finanzielle Unterstuetzung in Hoehe von jaehrlich
mindestens 110 Milliarden Euro leisten.

In Bonn beginnen am Donnerstag internationale Klimaverhandlungen der UN.
Unterhaendler aus ueber 100 Staaten beraten, welche Massnahmen zum Schutz
des Klimas die Staats- und Regierungschefs auf der grossen Klimakonferenz
im Dezember in Kopenhagen beschliessen sollen. Ein zentraler Streitpunkt
werden in den kommenden zwei Verhandlungswochen die Reduktionsziele fuer
Treibhausgase der Industrielaender sein.
Countdown to Copenhagen: Nur noch 257 Tage bis zum Beginn der
Weltklimakonferenz!
________________________________________________________________
Zuerich (CH). Mangelhafte Beprobungen von Giftmuell aus der
Chemiemuelldeponie Hirschacker des Pharmagiganten Roche in
Baden-Wuerttemberg fuehrten zu Fehldeklarationen und unsachgemaesser
Entsorgung von 17.000 Tonnen teils hochbelasteter Abfaelle in neuen
Deponien in Rheinland-Pfalz.

Greenpeace untermauert dies jetzt mit einem Methodenvergleich. Fazit: Die
Beprobungsmethode, die zwischen September und Dezember 2008 exklusiv
angewendet wurde, fuehrte im Methodenvergleich zu 65 Prozent
Falschdeklarationen. Und: Rund 40 Prozent der Abfaelle duerften nicht auf
Deponien abgelagert werden. Greenpeace fordert mit Nachdruck, dass alle
gefaehrlichen Giftabfaelle in Rheinland-Pfalz und Baden-Wuerttemberg
ausgegraben und fachgerecht entsorgt werden.

Bei der Sanierung der Chemiemuelldeponie Hirschacker bei Grenzach-Whylen
(Baden-Wuerttemberg), einer Altlast mit Abfaellen des Schweizer
Pharmagiganten Roche, stellt Greenpeace schwerwiegende Maengel fest: Der
Gesundheitskonzern Roche, der 2008 u.a. mit seinen Antikrebsmitteln ueber
10 Milliarden Franken Reingewinn erzielte, bricht eine
Sanierungsvereinbarung mit Greenpeace und will Tausende von Tonnen
krebserregenden Chemiemuells nicht mehr weiter ausgraben. 17.000 Tonnen
Aushubmaterial, das zwischen September und Dezember 2008 aus dem
Hirschacker ausgegraben wurde, entsorgten die verantwortlichen Loerracher
Behoerden und Firmen aufgrund von fehlerhaften Abfalldeklarationen
unsachgemaess in den neuen Deponien Berg, Kapiteltal und Budenheim in
Rheinland-Pfalz.

Auf der Deponie Budenheim soll zukuenftig ein Golfplatz entstehen.
Greenpeace sowie das Regierungspraesidium Freiburg und das
Umweltministerium Baden-Wuerttemberg haben schon im September und Oktober
2008 gewarnt, dass nur eine Beprobung mittels sog. Haufwerken den
vielfaeltigen Chemieabfall genuegend verlaesslich charakterisieren kann.

Neue Auswertungen von Greenpeace zeigen auf, dass die Beprobungsmethode
mittels des sogenannten Baggerschuerfens im Gegensatz zu sogenannte
Haufwerken zu Falschdeklarationen und somit zu unsachgemaessen,
gefaehrlichen Giftmuell-Entsorgungen fuehren kann: 65 Prozent der
Baggerschurf-Abfalldeklarationen sind falsch - 40 Proeznt des Abfalls
haette nicht auf Deponien abgelagert werden duerfen. Diese Fehlerquoten
errechnete Greenpeace aus den Daten von Dezember 2008 bis Maerz 2009, als
beide Beprobungsarten durchgefuehrt wurden (fuer die Abfalldeklaration
aber sinnvollerweise die Haufwerksbeprobung genommen wurde).

Uebertraegt man diese Fehlerquoten auf den Zeitraum September 2008 bis
Dezember 2008, in dem 17.000 Tonnen Aushubmaterial aus der
Chemiemuelldeponie Hirschacker ausschliesslich mittels Baggerschuerfen
deklariert und auf die neuen Deponien Budenheim, Berg und Kapiteltal in
Rheinland-Pfalz abgelagert wurden, so lautet die brisante
Schlussfolgerung: Weit ueber die Haelfte der 17.000 Tonnen
Hirschacker-Muell wurde falsch deklariert, ueber ein Drittel haette nicht
deponiert, sondern als Giftmuell thermisch behandelt werden muessen!

Matthias Wuethrich von Greenpeace Schweiz kommentiert: "Damit in Budenheim
kuenftig unbeschwert Golf gespielt werden kann, muessen die Behoerden die
begangenen Fehler jetzt sofort korrigieren: Aller gefaehrlicher
Chemiemuell muss wieder raus. Eine korrekte Beprobung und Entsorgung ist
zwingend. Roche muss fuer die durch ihren Giftmuell verursachten Probleme
zahlen. Auch die Deponie Hirschacker in Baden-Wuerttemberg muss Roche
solange weiter sanieren, bis die Chemiemuellgrube sauber ist - so wie
Roche es gegenueber Greenpeace versprochen hat."

Unter finden Sie ein ausfuehrliches Hintergrundpapier mit einer
detaillierten Auswertungstabelle, einer Illustration der beiden
Beprobungsmethoden und zwei brisanten Behoerdenprotokollen.
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Presseerklaerung

CO2-Endlager sind geologische Zeitbomben
Greenpeace protestiert mit Bombenattrappe gegen CCS-Gesetz

Berlin, 25. 3. 2009 - Gegen unterirdische CO2-Deponien protestieren
Greenpeace-Aktivisten heute mit einer Bombenattrappe vor dem
Bundeskanzleramt. Auf einem Warnschild an der drei Meter hohen Attrappe
hei_t es: ?Zeitbombe CO2-Endlager?. Die Bundesregierung hat heute
|berraschend den Gesetz-Entwurf zur Lagerung von CO2 zur|ckgezogen
(CCS-Gesetz, Abscheidung und Lagerung von CO2). Sie beabsichtigt jedoch,
das Gesetz noch in dieser Legislaturperiode zu verabschieden. Greenpeace
warnt, dass bisher keine Ma_nahmen gegen Austritte des Klima-Gases
vorgesehen sind. Zudem wurden wesentliche Formulierungen des Gesetzes von
den Stromkonzernen RWE und Vattenfall zu ihren Gunsten verfasst.
Greenpeace fordert die Bundesregierung auf, eine fachliche Debatte |ber
die Risiken der Endlagerung von CO2 zu f|hren.

"Das vorliegende Gesetz fuer die Entsorgung von CO2 schafft geologische
Zeitbomben", sagt Karsten Smid, Klimaexperte von Greenpeace. "Es werden
die selben Fehler wie im kollabierten Atommuell-Lager Asse wiederholt.
Auch hier fehlt eine wissenschaftliche Bewertung fuer die Endlagerung von
Risiko-Muell. Das CCS-Gesetz soll nicht dem Klimaschutz dienen, sondern
der Rettung des Klimakillers Kohle."

Nach Recherchen von Greenpeace stammen wesentliche Formulierungen des
vorliegenden Gesetzes aus der Feder der Kohlekraftwerkbetreiber RWE und
Vattenfall. Im gemeinsamen Referenten-Entwurf der Bundesministerien fuer
Umwelt und Wirtschaft wurde auf Druck der Stromkonzerne der Begriff
"Ablagerung" durch "Speicherung" ersetzt. Die Konsequenz: Mit dem Begriff
"Speicherung" wird eine voruebergehende Einlagerung von Muell fuer die
Wiederverwendung bezeichnet - damit ist der CO2-Muell rechtlich zum
Wirtschaftsgut umdeklariert worden.

"Mit diesem juristischen Trick wird den Stromkonzernen ermoeglicht, die
strengen Umweltauflagen des Abfallrechts zu umgehen", sagt Smid. "Die
zukuenftigen Deponie sollen nach dem lascheren Bergrecht beurteilt werden.
Umwelt und Sicherheitsrisiken spielen im Bergrecht eine untergeordnete
Rolle, es geht vorrangig um die Ausbeutung von Rohstoffen."

Nach dem Gesetz-Entwurf sollen RWE und Vattenfall nur fuer 20 bis 30
Jahre die Verantwortung fuer die CO2-Verpressungen tragen. Danach soll die
Haftung fuer CO2-Endlager auf den Staat uebergehen. Moegliche Folge-Kosten
muessten dann die Steuerzahler tragen. Greenpeace fordert, dass die
Stromkonzerne mindestens 100 Jahre fuer ihre Deponien haften. In den
ersten hundert Jahren ist die Gefahr der CO2-Ausgasung am groessten. Auch
die Verantwortung fuer spaetere Leckagen und die damit verbundenen
Schaeden muss vom Betreiber dauerhaft uebernommen werden.

"Klimaschaedliche Treibhausgase muessen vermieden, nicht in die Erde
gepresst werden", sagt Smid. "Die Loesungen fuer unser Klima-Problem sind
bekannt. Sie lauten Ausbau von Regenerativen Energien und
Energie-Effizienz."

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Greenpeace-Aktivisten demonstrieren vor Bonner UN-Klimaverhandlungen
Industrielaender muessen Fuehrungsverantwortung beim Klimaschutz
uebernehmen

Bonn, 29. 3. 2009 - Anlaesslich der heute in Bonn beginnenden
UN-Klimaverhandlungen protestieren 40 Greenpeace-Aktivisten vor dem
Tagungszentrum fuer ueberzeugende Fortschritte beim internationalen
Klimaschutz. Die Umweltschuetzer praesentieren einen zwei Meter grossen
Ballon, der als brennende Erdkugel bemalt ist. "Waere die Welt eine Bank,
haettet ihr sie laengst gerettet" steht auf einem Banner. Mit ihrer Aktion
warnen die Umweltschuetzer vor schleppenden Verhandlungen, mit denen die
letzte Gelegenheit fuer einen wirksamen Klimaschutz verpasst wuerde. Sie
fordern vor allem von den Industriestaaten, die Fuehrungsrolle zu
uebernehmen. Mit den Verhandlungen in Bonn beginnt eine Reihe von
Vorbereitungstreffen fuer die internationale Klimakonferenz im Dezember in
Kopenhagen.

"Der Countdown beginnt. Die Regierungen muessen jetzt aus ihren
Startloechern kommen", fordert Greenpeace Klima-Experte Karsten Smid.
"Ohne die engagierte Fuehrung der Industriestaaten droht die
Klimakonferenz in Kopenhagen zu scheitern. In Bonn werden die Weichen
dafuer gestellt, das drohende Klimachaos aufzuhalten." Bisher gab es kaum
Anstrengungen, die stockenden Verhandlungen wieder in Gang zu bringen.
"Selbst die so genannte Klimakanzlerin Angela Merkel bremst inzwischen und
setzt beispielsweise fuer die Automobilindustrie in der EU hoehere
CO2-Werte durch", erklaert Smid.

Greenpeace fordert konsequente Schritte in verschiedenen Bereichen, um
einen sich selbst verstaerkenden Klimawandel zu verhindern. Ab dem Jahr
2015 muss bis 2050 der weltweite CO2-Ausstoss kontinuierlich bis auf nahe
Null gesenkt werden. Die Gruppe der Industrielaender muss ihre
Treibhausgase um 40 Prozent bis zum Jahr 2020 verringern. Auch
Entwicklungslaender muessen schrittweise mit Massnahmen zum Klimaschutz
beginnen, um ihren prognostizierten Ausstoss von Treibhausgasen bis zum
Jahr 2020 um 15 bis 30 Prozent zu kappen.

Das Abholzen der letzten Urwaelder traegt durch den damit verbundenen
CO2-Ausstoss massgeblich zum Klimawandel bei. Bis zum Jahr 2020 muss ein
internationaler Finanzierungsmechanismus geschaffen werden, um die
Entwaldung aufzuhalten. Die Industriestaaten muessen dazu jaehrlich 30
Milliarden Euro aufbringen, um die Entwicklungslaender beim Schutz der
Waelder zu unterstuetzen. Nur mit dieser Massnahme ist es moeglich, die
Vernichtung der Urwaelder im Amazonas, im Kongo-Becken, in Indonesien und
Papua-Neuguinea bis zum Jahr 2015 zu stoppen.

Quelle: http://www.greenpeace.de/
 

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Greenpeace in Frankreich offenbar systematisch ausspioniert
Staatsanwaltschaft erhebt schwere Vorwuerfe gegen franzoesischen
Energiekonzern

Hamburg / Paris, 1. 4. 2009 - Das franzoesische Greenpeace-Buero ist
anscheinend systematisch von Mitarbeitern des Energiekonzerns Ilectriciti
de France (EDF) ausspioniert worden. Gegen zwei hochrangige EdF-Beamte
ermittelt seit gestern die Staatsanwaltschaft in Paris. Ihnen wird
vorgeworfen, illegal in Greenpeace-Computer eingedrungen zu sein, und
Daten ausspioniert zu haben. Greenpeace verurteilt die Angriffe und
fordert die deutsche EdF-Tochter Energie Baden-Wuerttemberg (EnBW) auf,
sich von dem Vorgehen ihrer Muttergesellschaft zu distanzieren.

"Wir sind bestuerzt darueber, dass Greenpeace in Frankreich offenbar
systematisch bespitzelt worden ist", sagt Thomas Breuer, Leiter des
Energiebereichs von Greenpeace Deutschland. "EDF versucht anscheinend,
ueber illegale Methoden seine schaerfsten Gegner auszuschalten. Damit
tritt der Konzern nicht nur Greenpeace, sondern auch demokratische
Grundwerte mit Fuessen."

Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet, hat EdF bestaetigt, dass bereits
Bueroraeume des Konzerns von der Staatsanwaltschaft durchsucht wurden.
Morgen (2. April) soll der ehemalige Kampagnen-Leiter von Greenpeace
Frankreich, Yannick Jadot, seine Aussage vor Gericht zu Protokoll geben.

Seit Jahren arbeitet Greenpeace gegen das Vorhaben von EdF, in Flamenville
das erste Atomkraftwerk in Frankreich seit 18 Jahren zu bauen. Greenpeace
kritisiert dabei unter anderem den unverantwortlichen Umgang von EdF mit
der Risikotechnologie Atomkraft: vom Betrieb der stoerfallgeplagten
Atommeiler ueber die radioaktiven Verseuchungen durch die
Wiederaufarbeitungsanlage von La Hague bis hin zum Bau des neuen
Atomreaktors in Flamenville.

"Statt sich demokratisch mit den Argumenten ihrer Kritiker wie Greenpeace
auseinanderzusetzen, zieht EdF offenbar Stasi-Methoden vor", so Breuer.
"Es ist erschreckend, dass in unserer Industriegesellschaft Grosskonzerne
es offensichtlich zunehmend fuer normal halten, ihre Mitarbeiter und
zivilgesellschaftliche Organisationen auszuspionieren. Dem muss ein Riegel
vorgeschoben werden."

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Der Erde geht die Luft aus!
Greenpeace-Jugendliche fordern Mercedes-Benz zum Klimaschutz auf

Berlin, 08. 04. 2009 - Vor der Hauptversammlung der Daimler AG
demonstrieren heute rund 30 Jugendliche von Greenpeace gegen die
klimaschaedliche Modellpolitik von Mercedes-Benz. Am Eingang der Messe
Berlin liegt eine zweieinhalb Meter hohe Weltkugel. Die Kugel wird von
einem Mercedes-Modellauto, das mit rosa Farbe, Ohren und Ringelschwanz als
"Klimaschwein" verziert ist, platt gedrueckt. Auf einem Banner steht:
"Zukunft, Klima, dicke Autos - welches Wort passt hier nicht rein"" Den
Spruch richten die Jugendlichen an den Vorstandsvorsitzenden der Daimler
AG, Dieter Zetsche. Auf der Versammlung selbst wird einer der Jugendlichen
Herrn Zetsche auffordern, in die Zukunft der Jugend zu investieren und
endlich leichtere und spritsparende Autos zu bauen.

"Dieser Mensch entscheidet immerhin ueber unsere Zukunft! Mir kommt es
jedoch so vor, als wuerde ihn das gar nicht interessieren. Fuer Herrn
Zetsche zaehlt im Endeffekt nur der kurzfristige Gewinn", so der
18-jaehrige Koelner Richard Brand. "Fuer mich ist das unverstaendlich und
zum Verzweifeln ungerecht. Kann sich ein Manager von Mercedes eigentlich
vorstellen, was im Kopf eines Jugendlichen vorgeht""

Der Erfinder des Autos definiert sich im Jahr 2009 noch immer ueber
Fahrzeuge, die viel zu schwer und uebermotorisiert sind. Im Vergleich zu
den anderen grossen deutschen Autoherstellern schneidet Mercedes-Benz beim
Klimaschutz am schlechtesten ab. Laut Kraftfahrtbundesamt lag 2008 der
durchschnittliche Kohlendioxid-Ausstoss der Neu-fahrzeuge bei 184 Gramm
(entspricht 7,3 Liter Spritverbrauch pro 100 Kilometer).
Klimaschutzmassnahmen werden hingegen nur in einzelnen Modellen gegen
Aufpreis eingebaut.

Ein Umlenken hin zu einer klimafreundlicheren Modellpolitik ist bisher
nicht in Sicht. Mercedes-Benz verhindert seit Jahren die Einfuehrung
verbindlicher CO2-Grenzwerte fuer Neuwagen und haelt sich nicht an seine
freiwillige Selbstverpflichtung aus dem Jahr 1998. Danach duerften
Neuwagen im Jahr 2008 nur noch 140 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer
(entspricht 5,5 Liter Spritverbrauch pro 100 Kilometer) ausstossen. Auch
die urspruenglich recht ambitionierten CO2-Grenzwerte der EU wurden durch
Druck der Automobillobby auf die Politik boykottiert und verwaessert. "Da
wurde vor allem deutlich, dass auch die Politik, allen voran die selbst
ernannte 'Klimakanzlerin' im Endeffekt zu Gunsten der Industrie
entscheidet, anstatt den Klimaschutz ernst zu nehmen", so Richard Brand.

"Ich finde es einfach unverantwortlich, dass Mercedes weiterhin auf Autos
setzt, die unnoetig viel CO2 in die Luft blasen. Herr Zetsche muss doch
einsehen, dass er als Chef eines riesigen Autokonzerns Verantwortung zum
Schutz der Umwelt und unserer Zukunft tragen muss", sagt die 16-jaehrige
Friederike Thomas aus Oldenburg. "Massloses Tempo, Leistung und
Uebermotorisierung sind einfach nicht mehr zeitgemaess!"

Presseerklaerung

Greenpeace-Aktivisten hissen Horror-Mais an bayerischem Landtag
CSU-Ministerin Ilse Aigner muss Aussaat von genmanipuliertem Mais
verbieten

Muenchen, 8. 4. 2009 - Mit einem Horror-Genmais-Transparent am bayerischen
Landtag (Maximilianeum), warnen Greenpeace-Aktivisten heute vor dem Anbau
von genmanipuliertem Mais. Die neben dem 15 Meter langen und sechs Meter
breiten Protest-Banner angeseilten Umweltschuetzer fordern
Ministerpraesident Horst Seehofer (CSU) auf, ein bundesweites Verbot fuer
den Anbau der Gen-Pflanze durchzusetzen. In Bayern wehrt sich Seehofer
gegen den Einsatz der gruenen Gentechnik. Ueber den Anbau des Gen-Maises
kann jedoch nur seine Parteifreundin Ilse Aigner,
Bundeslandwirtschaftsministerin, entscheiden. Der umstrittene Gen-Mais Mon
810 des US-Agrarkonzerns Monsanto soll in den naechsten Wochen auf 3600
Hektar bundesweit ausgesaet werden. Auch in Bayern sind einige Standorte
geplant.

"Seehofer zeigt Fuehrungsschwaeche", sagt Martin Hofstetter,
Landwirtschaftsexperte von Greenpeace. "Agrarministerin Ilse Aigner ist
nach Berlin geschickt worden, um dort die Interessen ihrer Partei zu
vertreten. Doch sie traut sich nicht, die unerwuenschte Gen-Saat zu
verbieten. In Bayern gegen Gentechnik zu wettern, aber auf Bundes-Ebene
nichts gegen den Anbau zu tun, macht die CSU voellig unglaubwuerdig."

Nach europaeischen Recht koennen die Mitgliedslaender den Anbau von
Gen-Mais verbieten. Frankreich, Ungarn, Oesterreich, Luxemburg und
Griechenland haben ihr Veto-Recht bereits genutzt. Auch auf Basis des
Umweltfolgen-Berichtes, den Monsanto Ende Maerz vorgelegt hat, ist ein
Anbau-Stopp nach dem Vorsorgeprinzip moeglich.

"Der neueste Monsanto-Bericht ist ein schlechter Witz", sagt Hofstetter.
"Wichtige Informationen fehlen ganz, zahlreiche Fragestellungen sind nicht
ernsthaft untersucht worden. Der Konzern stellt seinem Gen-Gewaechs erneut
ein erstklassiges Zeugnis aus. Erlaubt Ministerin Aigner auf Grundlage
dieses Berichts den Anbau, macht sie sich in ihrem eigenen Fachbereich
laecherlich."

Untersuchungen von Greenpeace haben in den vergangenen Jahren gezeigt,
dass Mon 810 ein Insektengift produziert, das in unberechenbaren
Konzentrationen auf dem Acker zu finden ist. Das pflanzeneigene Pestizid
kann nicht nur Fressfeinde des Maises schaedigen, sondern auch wertvolle
Bodenorganismen, sowie Insekten und Schmetterlinge.

Quelle: http://www.greenpeace.de/
 

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Atom- und Kohlestrom als "Oeko-Strom" umdeklariert
Greenpeace-Studie warnt vor Mogelpackungen auf dem Oeko-Strommarkt

Hamburg, 13. 4. 2009 - Unter dem Namen "Oekostrom" werden zahlreiche
Produkte angeboten, die dieses Praedikat nicht verdienen. Dies ist das
Ergebnis einer im Auftrag von Greenpeace erstellten Studie des
Energiewissenschaftlers Uwe Leprich, Professor der Hochschule
Saarbruecken. Viele Oekostrom-Geschaeftsmodelle der Energiekonzerne
basieren lediglich auf dem Handel mit Herkunfts-Nachweisen wie
RECS-Zertifikate (Zertifikate zur Kennzeichung von Strom aus erneuerbarer
Energien). Dabei kauft ein Stromunternehmen zum Beispiel in Skandinavien
billige Zertifikate fuer Oeko-Strom aus Wasserkraft, nicht jedoch den
Strom selbst. In Deutschland wird dann der konventionelle Strom mit den
Zertifikaten zu Oeko-Strom umdeklariert.

"Viele Energiekonzerne betreiben nichts anderes als Greenwashing", sagt
Andree Boehling, Energie-Experte von Greenpeace. "Wenn ganze Staedte, so
wie es in Kassel, Friedrichshafen und Saarbruecken der Fall war, ohne
Aufpreis ueber Nacht auf Oeko-Strom umstellen, sollten die Kunden stutzig
werden. Jedem muss bewusst sein, dass es Oekostrom nicht zum Nulltarif
gibt. Schliesslich ist er mit zusaetzlichen Investitionen in
umweltfreundliche Kraftwerke verbunden."

Die Greenpeace-Studie nennt zwei zentrale Kriterien fuer echte
Oeko-Strom-Angebote: Investitionen des Stromanbieters in neue
Oeko-Kraftwerke und detaillierte Informationen ueber die tatsaechliche
Herkunft des Stroms. Die Studie empfiehlt auch die Einfuehrung eines
einheitlichen Labels fuer Oeko-Stromprodukte. Das heutige Nebeneinander
verschiedener Zertifikate sei laut Studie zu verwirrend.

Bis es ein solches Label gibt, sollten Oeko-Stromkunden ihren Anbieter
genauer unter die Lupe nehmen. "Es gibt mittlerweile sehr viele
Trittbrettfahrer auf dem Strommarkt. Besonders dreist versucht der
Energiekonzern RWE, seine Kunden hinters Licht zu fuehren", so Boehling,
"wer glaubt, Atomstrom sei oekologisch, ist auf die gezielte Kampagne der
Atomlobby reingefallen." RWE wirbt in einer gross angelegten Kampagne fuer
einen so genannten ,Pro Klima'-Tarif, bei dem Atomstrom als Oeko-Strom
angepriesen wird.

Guter Oekostrom wird laut Studie von Unternehmen angeboten, die
nachweislich alle Anstrengungen auf den Ausbau umweltfreundlicher
Kraftwerke, ohne Atom- und Kohlestrom lenken. Informationen und
Empfehlungen von Oekostromanbietern gibt es bei "Atomausstieg selber
machen", einer Initiative zahlreicher Umwelt- und
Verbraucherschutzorganisationen.

Quelle: http://www.greenpeace.de/
 

ollii

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Muenchen, 15. 4. 2009 - Gegen Patente auf Tiere und Pflanzen demonstrieren
heute ueber tausend Bauern gemeinsam mit Umwelt- und
Entwicklungsorganisationen in Muenchen. Ueber 5000 Buergerinnen und
Buerger sowie etwa 50 Verbaende haben sich einem Sammeleinspruch gegen ein
Patent zur Zuechtung von Schweinen angeschlossen. Der Einspruch gegen das
urspruenglich vom US-Agrarkonzern Monsanto angemeldete Patent wird heute
am Europaeischen Patentamt (EPA) in Muenchen von der Organisation "Kein
Patent auf Leben!" uebergeben. Die Teilnehmer des Protest-Marsches unter
dem Titel "Stoppt das Patent auf die arme Sau!" fordern ein gesetzliches
Verbot von Patenten auf Leben. Greenpeace hat gestern eine neue Recherche
zu Patentantraegen vorgelegt, nach der sich die vom EPA genehmigten
Patente inzwischen von der Zucht von Kuehen bis auf die Milch erstrecken.
Die heutige Demonstration gegen Patente auf Leben gilt als die bisher
groesste in Europa.

"Mit Patenten auf Leben werden Bauern und Zuechter enteignet", sagt Rudolf
Buehler von der Baeuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwaebisch Hall, der
heute eine Herde seiner traditionellen Zuchtschweine vor das Patentamt
gefuehrt hat. "Konzerne wie Monsanto wollen die Kontrolle ueber
Landwirtschaft und Lebensmittel, vom Ferkel bis zum Schnitzel." Die im
Schweine-Patent (EP 1651777) beanspruchten Tiere sind nicht von anderen
Zuchtschweinen zu unterscheiden. Es wird auch keine neue technische
Erfindung beschrieben. Im Patentantrag hat Monsanto nur bereits bekannte
Zuchtverfahren variiert.

Unterstuetzt wird die Demonstration auch vom Bundesverband Deutscher
Milchviehalter (BDM) und der Arbeitsgemeinschaft Baeuerliche
Landwirtschaft (AbL). "Es gibt neue Patentantraege, die reichen von der
Kuh bis zur Milch und dem Joghurt", sagt Romuald Schaber vom BDM. "Die
Bundesregierung muss der Gier der grossen Konzerne auf Lebewesen endlich
Grenzen setzen."

Die Entwicklungsorganisation Misereor befuerchtet, dass Bauern in
Entwicklungslaendern durch derartige Patente die Rechte an ihrem eigenen
Saatgut verlieren. Patente auf Saatgut tragen ueber die Verteuerung des
Anbaus zur Verschaerfung der weltweiten Ernaehrungslage bei.

Einen ersten Erfolg fuer die Unabhaengigkeit der Landwirtschaft haben die
Demonstranten in Muenchen bereits verbucht: Vergangenen Monat verlangten d
ie Hessische Landesregierung und die Gruenen im Deutschen Bundestag eine
Änderung der europaeischen Patentgesetze, um die Erteilung derartiger
Patente in Zukunft zu verbieten.
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Presseerklaerung vom 16. April 2009

Stromkonzerne blockieren Ausbau der Erneuerbaren Energien
Greenpeace-Studie: Investitionen fliessen weiter in Atom- und Kohlestrom

Berlin, 16. 4. 2009 - Die Energiekonzerne RWE, E.on, Vattenfall und EnBW
vernachlaessigen trotz Energie- und Klimakrise den Ausbau der Erneuerbaren
Energien und setzen vorrangig auf Atom- und Kohlestrom. Dies belegt eine
Studie des Berliner Instituts fuer Oekologische Wirtschaftsforschung
(IOeW) im Auftrag von Greenpeace. Der Anteil aus Wind, Biomasse, Erdwaerme
und Solarstrom ohne alte Wasserkraftanlagen am Kraftwerksmix der vier
Stromriesen liegt derzeit nur bei 0,1 bis 1,7 Prozent, waehrend er im
Bundesdurchschnitt 10,8 Prozent betraegt. Auch in Konzernplanungen spielen
die Erneuerbaren Energien mit maximal 10 bis 15 Prozent der
Gesamtinvestitionen eine untergeordnete Rolle.

"Grosse Energiekonzerne blockieren mit ihrer Selbstbedienungsmentalitaet
entscheidende Schritte fuer den Klimaschutz und die
Versorgungssicherheit", sagt Andree Boehling, Energieexperte bei
Greenpeace. "Sie verschleppen den Umbau der Energieversorgung und schaden
mit monopolartigen Gewinnen dem Standort Deutschland. Auch die
millionenschweren PR-Kampagnen koennen darueber nicht hinweg taeuschen."

Zwar erzeugten die Konzerne, die allein 80 bis 90 Prozent der deutschen
Stromproduktion beherrschen, im Jahr 2007 zwischen 2 und 20 Prozent ihres
Stroms aus Erneuerbaren Energiequellen, doch waren dies vor allem alte
Wasserkraftanlagen. Strom aus Wind, Biomasse, Erdwaerme und Sonne wurde
vorwiegend von unabhaengigen Stadtwerken, Mittelstaendlern und
Privathaushalten eingespeist.

E.on und RWE kuendigen nun Milliardeninvestitionen in Erneuerbare Energien
an, die tatsaechlichen Summen bleiben aber mit unter 10 Prozent (E.on) und
etwa 15 Prozent (RWE) an den Gesamtinvestitionen weit hinter den
Erfordernissen zurueck. Die Konzerne betreiben vor allem den Ausbau von
Grosskraftwerken, um so ihre marktbeherrschende Position bei der
Stromerzeugung zu festigen und hohe Gewinne zu erzielen. Gleichzeitig
koennen sie durch ihr Monopol bei den Uebertragungsnetzen den notwendigen
Ausbau der Netze blockieren.

Fuer ein konsequentes Wachstum der Erneuerbaren Energien und fairen
Wettbewerb auf dem Energiemarkt fordert Greenpeace die Einrichtung einer
unabhaengigen Netzgesellschaft, an die alle grossen Energieversorger ihre
Uebertragungsnetze abgeben muessen. Zudem sollten die groessten Konzerne
E.on und RWE dazu verpflichtet werden, Stadtwerksbeteilungen und
Grosskraftwerke zu veraeussern und keine weiteren Grosskraftwerke mehr zu
bauen.

"Den Erneuerbaren Energien kommt eine herausragende Bedeutung fuer das
Klima und die deutsche Wirtschaft zu, weil sie Klimaschaeden reduzieren,
bezahlbare Energie dauerhaft sichern und Beschaeftigung schaffen. Wenn die
Stromkonzerne das Wachstum der Erneuerbaren Energien zusaetzlich mit der
Verschleppung des Netzausbaus blockieren, muss die Politik RWE und Co.
zerschlagen und damit die oligopolen Strukturen auf den Energiemaerkten
aufloesen", so Boehling.
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Presseerklaerung

Marken-Molkereien verkaufen Gen-Milch
Gen-Futter aus Suedamerika bei Baerenmarke, Weihenstephan und Allgaeuland

Hamburg, 17. 4. 2009 - Nach neuen Greenpeace-Analysen von
Futtermittelproben lassen drei namhafte Molkereien weiterhin gentechnisch
veraenderte Soja aus Suedamerika an Milchkuehe verfuettern. Die
Umweltschuetzer liessen Proben von Hoefen untersuchen, die ihre Milch an
die so genannten Qualitaetsmarken "Weihenstephan", "Baerenmarke" und
"Allgaeuland" liefern. Zwar hat Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse
Aigner (CSU) den Anbau von Gen-Mais in Deutschland verboten. Doch
Millionen Tonnen Gen-Pflanzen werden als Futtermittel nach Deutschland
importiert. Der Hersteller von "Landliebe" zeigt, dass es auch anders
geht: Seine Milchlieferanten verfuettern keine Gen-Pflanzen.

"Vor allem namhafte Molkereien verspielen ihre Glaubwuerdigkeit. Sie
sollten Verbraucher nicht mit Werbemillionen Alpenidylle vortaeuschen,
sondern auf Qualitaet ohne Gentechnik setzen", fordert Greenpeace
Landwirtschaftsexperte Alexander Hissting. "Mit dem Anbauverbot von
Gen-Mais hat die Politik schon ein Problem fuer die Molkereien geloest.
Jetzt muessen auch Unternehmer handeln und die Fuetterung von Gen-Pflanzen
einstellen."

Alle vier getesteten Milchmarken werben mit regionaler oder naturnaher
Milchproduktion. Greenpeace hat das Kraftfutter von vier
landwirtschaftlichen Betrieben je Molkerei analysieren lassen. Jeweils
drei von vier Lieferanten von "Weihenstephan", "Baerenmarke" und
"Allgaeuland" fuettern gentechnisch veraendertes Sojaschrot. Alle
getesteten Lieferanten fuer die Marke "Landliebe" verzichten dagegen auf
importiertes Sojaschrot und Gen-Pflanzen.

Am Samstag werden Greenpeace-Aktivisten in vielen Staedten vor etwa 60
Supermaerkten gegen die Herstellung von Gen-Milch protestieren und die
Verbraucher informieren. Die Supermarktleiter sollen im Sinne der
Verbraucher die Molkereien auffordern, in Zukunft keine Gen-Milch mehr zu
produzieren.

Die Genmanipulation von Pflanzen ist eine Risikotechnologie. Bei der
Zuechtung werden Artgrenzen ueberschritten. Durch den Eingriff in die
Pflanze koennen unerwuenschte Stoffe mit Nebenwirkungen entstehen.
Patentierte Gen-Soja vergroessert die Abhaengigkeit der Bauern von
Agrar-Konzernen. Zudem wird Gen-Soja staerker gespritzt als herkoemmliche
Soja. Die giftigen Mittel gefaehrden Anwohner, verunreinigen Trinkwasser
und bedrohen die Pflanzenvielfalt. Die Molkereien tragen durch die Duldung
von Gen-Futter bei ihren Lieferanten zur Verbreitung der Risikosaat in
Suedamerika bei. Zudem bedroht der Anbau in Suedamerika die letzten
Urwaelder. Riesige Flaechen wurden gerodet, um Platz fuer die Sojabohne zu
schaffen.

Quelle: http://www.greenpeace.de/
 

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Hamburg, 3.6.2009 - Auf Druck der Energiekonzerne hat die Gesellschaft
fuer Strahlenforschung (GSF, heute Helmholtz-Zentrum) als Betreiberin des
maroden Endlagers Asse II im Jahr 1975 ihre Sicherheitstandards fuer die
Einlagerung von Atommuell gesenkt. Das belegt ein Schriftwechsel zwischen
Stromkonzernen, GSF und Bundesinnenministerium, den Greenpeace
ausgewertet hat. Im Endlager angelieferte Faesser durften ab Dezember 1975
fuenf Mal mehr Radioaktivitaet enthalten als urspruenglich vorgesehen. Die
Energiekonzerne verlangten zudem von der GSF Zugestaendnisse bei den
Betonabschirmungen der Faesser. Greenpeace fordert vom kuenftigen
niedersaechsischen Untersuchungsausschuss, die damaligen Absprachen und
Vertraege der Beteiligten lueckenlos aufzuklaeren.

"Es gab eine heimliche Allianz zwischen der Politik und den
Atomkonzernen", so Heinz Smital, Atomexperte von Greenpeace. "Die
Atomindustrie hatte ein Entsorgungsproblem. Um es zu loesen, wurde die
Sicherheit der Bevoelkerung aufs Spiel gesetzt. Die Energiekonzerne
handelten getrieben von Profitgier und die Politik hat sie dabei
unterstuetzt."

In einem im Dezember 1974 von RWE und CO. verfassten Memorandum fuer die
"Beseitigung radioaktiver Rueckstaende aus Kernkraftwerken" forderten die
Stromkonzerne von der GSF geeignete Bedingungen fuer die Einlagerung des
Atommuells, die ihrem "...Wunsch nach kostenminimalen und oekonomischen
Loesungen..." entsprechen. Dabei schienen fuer die Atomkraftwerksbetreiber
die radioaktive Strahlung abschirmende Betonummantelungen der Faesser
"...hinsichtlich einer optimalen Nutzung des Lagervolumens nicht sinnvoll
zu sein". Ab Mai 1975 war das Bundesministerium des Inneren mit
einbezogen. Im Dezember 1975 erlaubte die GSF eine um das Fuenffache
hoehere Radioaktivitaet der Atommuellfaesser.

Bereits im Februar 2009 widerlegte Greenpeace die Darstellung der
Atomindustrie, Muell aus privatwirtschaftlichen Atomkraftwerken sei nur in
geringen Mengen in die Asse verklappt worden. Tatsaechlich stammen mehr
als 70 Prozent der Radioaktivitaet von atomaren Abfaellen aus
Atomkraftwerken der vier grossen Energiekonzerne EnBW, RWE, Vattenfall und
E.on.

Greenpeace fordert eine Brennstoffsteuer, ueber die die Energiekonzerne an
den horrenden Sanierungskosten der Asse beteiligt werden. "Die
Atomkraftwerksbetreiber haben massiv am billigen Endlager Asse verdient",
so Heinz Smital. "Sie muessen nach dem Verursacherprinzip nun fuer die
Folgekosten ihrer Profitgier aufkommen." Ein parlamentarischer
Untersuchungsausschuss, der die gravierenden Missstaende in der Asse
untersuchen soll, wird sich voraussichtliche Mitte Juni im
niedersaechsischen Landtag konstituieren.

Bonn, 4. 6. 2009 - Die Klimaverhandlungen in Bonn stecken fest. Die
US-Delegation will sich nach Beobachtung von Greenpeace bei den
Klimaverhandlungen in Bonn bislang nicht zu einer nennenswerten
Verringerung ihres Kohlendioxid-Ausstosses verpflichten. Die EU dagegen
macht keine ausreichenden finanziellen Zusagen fuer internationale
Klimaschutzprojekte. "Die Bonner Klimaverhandlungen gehen gerade den Bach
runter. Die Ziele werden auf den kleinsten gemeinsamen Nenner
ausgerichtet", sagt Klimaexperte Karsten Smid von Greenpeace. Greenpeace
fordert anlaesslich des Besuchs von US-Praesident Barack Obama in
Deutschland Bundeskanzlerin Angela Merkel auf, die Klimaverhandlungen in
Bonn zum Topthema ihrer Gespraeche zu machen.

Die USA rechnen derzeit in Bonn ihre Reduktionsziele schoen und behaupten,
ihre geplante Verringerung der Treibhausgase sei aehnlich ambitioniert wie
die Ziele der Europaeer. Tatsaechlich wuerden die USA mit ihren Plaenen
den Ausstoss bis zum Jahr 2020 nur auf den Stand von 1990 zurueckfahren.
Die EU will dagegen 30 Prozent weniger Treibhausgase ausstossen als 1990.

Die USA und die EU haben es in der Hand, ob die Verhandlungen in Bonn
weiter fuehren und ob die UN-Klimakonferenz in Kopenhagen im Dezember den
Klimaschutz voranbringt. Ohne finanzielle Zusagen der reichen
Industrienationen werden Entwicklungslaender nicht mitziehen, dann wird es
in Kopenhagen kein Klimaabkommen geben. Nach Berechnungen von Greenpeace
sind dafuer von deutscher Seite mindestens sieben Milliarden Euro fuer
Zukunftsinvestitionen, Urwaldschutz und Anpassungsmassnahmen in den
Entwicklungslaendern notwendig. Klimagerechtigkeit bedeutet, dass die
reichen Industrienationen den Ärmsten der Armen finanziell unter die Arme
greifen. Greenpeace erwartet von Bundeskanzlerin Merkel konkrete
finanzielle Zusagen.

"Die Staatschefs muessen sich eindeutig zur Verantwortung beim Klimaschutz
bekennen. Die USA und die EU duerfen den Klimaschutz nicht scheitern
lassen", fordert Smid. "Deutschland als wichtiges Industrieland in Europa
und die USA muessen gemeinsam entschlossen gegen die Bedrohung des
Klimawandels vorgehen."

Einen wichtigen Weg zum Klimaschutz weist das Greenpeace Energie-Szenario
fuer die USA "Energy Revolution". Es zeigt Alternativen im Stromsektor auf
und kommt zu dem Schluss, dass es bei der Windkraft in den USA grosse,
unerschlossene Potenziale gibt, die sich guenstig erschliessen lassen. "Es
mangelt weder an klimafreundlichen Technologien, noch an innovativen
Ideen, sondern es fehlt der politische Wille", erklaert Smid.

Weitere Informationen unter www.greenpeace.de

Countdown fuer Kopenhagen: Nur noch 185 Tage bis zur Weltklimakonferenz.

Quelle: http://www.greenpeace.de/
 

ollii

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Presseerklaerung

Greenpeace: Atomkonzerne nutzten Endlager Asse II wie wilde Muellkippe
30 Aktivisten demonstrieren vor Niedersaechsischem Landtag

Hannover, 8.6.2009 - Fuer eine lueckenlose Aufklaerung des
Atommuell-Skandals im einsturzgefaehrdeten Endlager Asse II demonstrieren
heute 30 Greenpeace-Aktivisten vor dem Sitz des Niedersaechsischen
Landtags in Hannover. Die Aktivisten platzierten 40 gelbe Atommuellfaesser
auf den Stufen des Parlamentsgebaeudes und fordern auf einem Banner von
den fuenf Landtagsfraktionen beim "Asse-Skandal: Licht ins Dunkel!" zu
bringen. Fuenf in Bergmannskluft gekleidete Aktivisten wollen Vertretern
der fuenf im Landtag vertretenen Parteien symbolisch Grubenlampen fuer
eine bessere Orientierung bei der Aufklaerung des Skandals ueberreichen.

"Die Asse wurde unter dem Deckmantel der Forschung wie eine wilde
Muellkippe fuer Atommuell genutzt. Die Einlagerung der Faesser wurde
schlampig dokumentiert und chaotisch archiviert. Die Unterlagen spiegeln
das Ziel der Asse-Nutzung wider: Aus den Augen, aus dem Sinn mit dem
Atommuell. So billig wie moeglich fuer die Atomkonzerne und so heimlich
wie moeglich fuer die Politik", sagt Tobias Muenchmeyer, Atomexperte von
Greenpeace. "In der Asse strahlt weit mehr Atommuell als offiziell
angegeben, wie Greenpeace-Berechnungen ergeben." Die Lieferscheine sind
unvollstaendig und teilweise handschriftlich ausgefuellt. Fuer die Zeit
von 1967 bis 1971 fehlen jegliche Unterlagen.

Der Ältestenrat des Niedersaechsischen Landtags trifft sich am kommenden
Mittwoch, um ueber die Antraege der Parteien zur Einrichtung eines
Parlamentarischen Untersuchungsausschusses zu entscheiden. Der
Untersuchungsausschuss soll die gravierenden Missstaende in der Asse
untersuchen. "Wir fordern von den Politikern Licht ins Dunkel der Asse zu
bringen - ohne parteipolitische Raenkespiele. Die Menschen haben das
Recht, endlich umfassend ueber Art und Ausmass des eingelagerten Inventars
informiert zu werden", so Tobias Muenchmeyer. "Das muss ohne Ruecksicht
auf die Wahlkampf-Interessen der Parteien lueckenlos aufgeklaert werden."

Greenpeace lieferte immer wieder Beweise fuer heimliche Absprachen
zwischen Atomkonzernen, Aufsichtsbehoerden und der Politik - auf Kosten
der Bevoelkerung und der Umwelt. Aus Unterlagen geht hervor, wie dringend
die AKW-Betreiber ein Endlager fuer ihren atomaren Muell brauchten, das
ihrem "...Wunsch nach kostenminimalen und oekonomischen Loesungen..."
entsprach. Dafuer wurde die Sicherheit der Menschen aufs Spiel gesetzt.
Erst gestern hatte Greenpeace veroeffentlicht, dass die Gesellschaft fuer
Strahlenforschung (GSF, heute Helmholtz Zentrum) als damalige Betreiberin
kontaminierte Laugen in der Asse schon 1967/68 festgestellt und
dokumentiert hatte.

Von den Energiekonzerne fordert Greenpeace, sich an den horrenden
Sanierungskosten der Asse zu beteiligen. "Die Atomindustrie hat massiv am
billigen Endlager Asse verdient", so Tobias Muenchmeyer. "Sie muss fuer
die Folgekosten ihrer Profitgier aufkommen."

Quelle: http://www.greenpeace.de/
 

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Bonn, 11. 6. 2009 - Mit einer Katastrophenschutz-Sirene schlagen heute
Greenpeace-Aktivisten Klima-Alarm vor dem Hotel Maritim in Bonn. Die
Umweltschuetzer beschallen den Tagungsort der UN-Klimakonferenz und
fordern mehr Engagement von den Verhandlungsparteien. Seit zehn Tagen
diskutieren in Bonn ueber 4000 Delegierte aus 190 Laendern erfolglos ueber
Massnahmen zum Klimaschutz. Die Verhandlungen stecken fest. Der Grund: Die
EU und die USA wollen keine Fuehrungsrolle einnehmen und halten sich
zurueck mit Zusagen zur CO2-Reduktion und zur Finanzierung des
Klimaschutzes.

" Den Delegationen fehlt offenbar jeder Realitaetsbezug. Wir erinnern sie
mit dem Klima-Alaram an die dramatische Erderwaermung, ", sagt Corinna
Hoelzel, Wald/Klima-Expertin von Greenpeace. Die Erderwaermung zerstoert
bereits jetzt die Lebensraeume vieler Tier- und Pflanzenarten.
Wetterextreme nehmen zu, der Meeresspiegel steigt und die Zahl der
Menschen, die sich auf der Flucht vor den Klimafolgen befinden, wird immer
groesser. "Die Industrienationen wollen nur acht bis 15 Prozent CO2 bis
2020 reduzieren. Das ist deutlich zu wenig", sagt Hoelzel.

Damit es beim UN-Klimagipfel im Dezember in Kopenhagen ein Klimaabkommen
geben kann, muessen die reichen Industrienationen mehr Geld zum Schutz des
Klimas an die Entwicklungslaender zahlen. Greenpeace fordert von den
Industrielaendern, jaehrlich 110 Milliarden Euro fuer den Kampf gegen den
Klimawandel bereitzustellen. Fuer Deutschland bedeutet dies einen Anteil
von sieben Milliarden Euro. Zudem muessen die Industrienationen ihren
CO2-Ausstoss um mindestens 40 Prozent bis 2020 verringern.

"Klimaverhandlungen sind kein Beamten-Mikado nach dem Motto: Wer sich
zuerst bewegt, hat verloren. Einige Laender haben ganz klar kein
Interesse, den Klimawandel aufzuhalten. Die USA, Australien, Neuseeland,
Japan und Kanada tun so, als ob es keinen Klimawandel gaebe und stellen
ihre eigenen Interessen vor die Interessen des gesamten Planeten", sagt
Hoelzel.

Die EU uebernimmt ebenfalls keine Initiative beim Klimaschutz. Auf dem
Finanzministertreffen wurden Anfang dieser Woche keine konkreten Summen
fuer den Klimaschutz festgelegt. "Europa hat die Wahl: Will es weiterhin
auf der Zuschauerbank sitzen und zusehen, wie die anderen Industrielaender
die Hoffnung auf ein gutes Klimaabkommen in Kopenhagen verspielen oder
will es den Schritt machen und sich fuer ein starkes Abkommen einsetzen"",
fragt Hoelzel. Besonders Bundeskanzlerin Angela Merkel ist hier gefordert,
eine Fuehrungsrolle beim Klimaschutz zu uebernehmen.


Countdown to Copenhagen: Nur noch 178 Tage bis zum Beginn der
Weltklimakonferenz!


Hamburg, 11. 6. 2009 - Als Reaktion auf den aktuellen Greenpeace-Report zu
Amazonien verkaufen die groessten Supermarkt-Ketten Brasiliens kein
Rindfleisch mehr, das aus Urwaldzerstoerung stammt. Wal-Mart, Carrefour
und weitere Handelshaeuser wollen die Geschaeftsbeziehungen zu Farmen und
Schlachthaeusern beenden, die Rinder auf illegal gerodeten Waldflaechen
zuechten oder Rinder von dort beziehen. Zudem fordern Sie die Einfuehrung
eines Herkunfts-Nachweises fuer Fleisch.

"Wir begruessen die Initiative der brasilianischen Supermaerkte", sagt
Tobias Riedl, Waldexperte von Greenpeace. "Sie ist eine klare Ansage an
die Rinder-Industrie, dass Urwaldzerstoerung nicht laenger belohnt wird."

Der Anfang Juni veroeffentlichte Greenpeace Report "Wie Amazonien
abgeschlachtet wird", zeichnet den Weg von der illegalen Regenwaldrodung
bis zum Verkauf von Rindfleisch- und Lederprodukten nach. Das Rindfleisch
wird vor allem in Brasilien verkauft, Leder wird exportiert. Firmen wie
Adidas, Nike, Timberland, Geox und Clarks beziehen Leder, das aus
Urwaldzerstoerung stammen kann. Kommende Woche wird es dazu erste
Gespraeche zwischen Adidas und Greenpeace in Herzogenaurach geben.

"Die Schuhfirmen muessen sich an dem Vorstoss der Supermaerkte ein
Beispiel nehmen und sicher stellen, dass fuer ihre Schuhe kein Leder aus
Urwaldzerstoerung verwendet wird", sagt Riedl.

Rund 80 Prozent aller gerodeten Urwaldflaechen in Amazonien sind
Rinderweiden. Gegen 20 Rinderfarmer und 13 Schlachthaeuser im
Amazonas-Bundesstaat Pará ermittelt seit letzter Woche auch die
Staatsanwaltschaft. Ihre Forderung gegenueber den betroffenen Firmen
belaeuft sich auf rund eine Milliarde US-Dollar.

Die Rinderzucht in Brasilien waechst rasant. In den vergangenen zehn
Jahren hat sich der brasilianische Rindfleisch-Export versechsfacht.
Ermoeglicht wird dieses Wachstum durch die geringen Kosten fuer Weideland.
Die Urwaelder des Amazonas sind wichtig fuer das weltweite Klima.
Wissenschaftler schaetzen, dass die Waelder des Amazonas-Gebietes 80 bis
120 Milliarden Tonnen Kohlenstoff speichern. Bis Juli 2008 wurden bereits
74 Millionen Hektar des Regenwaldes vernichtet, dies entspricht der
doppelten Flaeche Deutschlands.

Damit die Urwaelder weltweit geschuetzt werden koennen, fordert Greenpeace
die Einrichtung einen internationalen Urwaldfonds. Nur wenn die
Industrienationen den Entwicklungslaendern Geld fuer den Schutz ihrer
Waelder und des Klimas zahlen, koennen die Urwaelder gerettet werden.
Insgesamt muessen die Industrielaender 110 Milliarden Euro jaehrlich fuer
den Kampf gegen den Klimawandel bereitstellen. Fuer Deutschland bedeutet
dies einen Anteil von sieben Milliarden Euro.

Quelle: http://www.greenpeace.de/
 

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Greenpeace-Recherchen: Atomstrom verliert bundesweit an Bedeutung
Alte AKW koennen sofort abgeschaltet werden

Hamburg, 14. 6. 2009 - Die sieben aeltesten deutschen Atomkraftwerke
koennen sofort abgeschaltet werden, ohne dass dies die Stromversorgung von
Industrie und Privathaushalten in Deutschland beeintraechtigt. Nach
Greenpeace-Recherchen sinkt der Anteil der sieben Alt-AKW Biblis A und B,
Brunsbuettel, Neckarwestheim 1, Isar 1, Philippsburg 1 und Unterweser an
der gesamten Stromerzeugung in Deutschland tendenziell seit 2001. Hingegen
steigt die ins Ausland exportierte Strommenge und der Anteil der
Erneuerbaren Energien. Die Produktion von Strom aus Wind, Sonne und Wasser
waechst so stark, dass er wegen Ueberproduktion zeitweise nicht mehr ins
Stromnetz eingespeist werden kann.

"Viele alte Meiler stehen wegen technischer Probleme sowieso die meiste
Zeit still und zeigen so, wie unzuverlaessig und ueberfluessig die
Hochrisikotechnologie Atomkraft ist", sagt Heinz Smital, Atomexperte von
Greenpeace. "Wenn die sieben alten Reaktoren sofort vom Netz gehen, ist
das ein grosser Gewinn fuer die Sicherheit. Versorgungsengpaesse oder gar
eine 'Stromluecke', mit der die Atomlobby droht, gibt es nicht."

Der Anteil der sieben aeltesten AKW an der gesamten Stromerzeugung in
Deutschland betrug in den vergangenen vier Jahren nur noch 6,9 Prozent.
Vier Jahre davor lag ihr Anteil noch bei mehr als 8 Prozent. In beiden
Legislaturperioden erreichte die Einspeisung von Atomstrom aus den sieben
aeltesten Meilern im Jahr 2001 einen Spitzenwert mit 8,9 Prozent und in
2007 den niedrigsten Anteil mit 4,8 Prozent. Speziell jene Alt-Reaktoren,
die als naechstes zur Abschaltung anstehen, Biblis A und B sowie
Brunsbuettel und Neckarwestheim 1, erzeugten im Jahr 2008 rund 22.000
Gigawattstunden Atomstrom. Genauso viel wurde im vergangenen Jahr ins
Ausland exportiert.

"Die schwerfaelligen Atomkraftwerke blockieren den Ausbau der Erneuerbaren
Energien", so Heinz Smital. "Schon heute machen sich Wind und Atomstrom im
Stromnetz Konkurrenz. Das Abschalten der sieben Alt-Meiler waere ein
positives Signal an alle Investoren. Denn mit dem Ausbau der Erneuerbaren
Energien wird die Stromversorgung langfristig gesichert."

Quelle: http://www.greenpeace.de/
 
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