Greenpeace Presserklärungen

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Presseerklaerung vom 10. September 2008
Behoerden stoppen Greenpeace-Schutzaktion in der Nordsee
Reederei darf keine Steine mehr an Umweltschuetzer liefern

Hamburg, 10. 9. 2008 ? Mit einer Untersagungsverfuegung hat die Wasser- und
Schifffahrtsdirektion Nord in Kiel gestern die Greenpeace-Proteste fuer
Meeresschutzgebiete in der Nordsee gestoppt. Die Reederei, von der die
Umweltschutzorganisation das Arbeitsschiff gechartert hatte, um Steine im
Sylter Aussenriff zu versenken, darf diese nicht mehr an Greenpeace
ausliefern. Die zustaendige Behoerde in Kiel hat die Schutzaktion auf
Anweisung des Bundesverkehrsministeriums aufgehalten. Greenpeace will das
von der Bundesregierung ausgewiesene Schutzgebiet Sylter Aussenriff vor der
Zerstoerung durch Sand- und Kiesabbau und Fischerei bewahren.

?Die Politik schiebt die Aufgabe an die Behoerden und drueckt sich davor,
etwas für einen richtigen Meeresschutz zu tun?, sagt Iris Menn,
Meeresexpertin von Greenpeace. ?Es ist ein Skandal, dass erneut
ausgerechnet diejenigen verschont werden, die das Meer zerstoeren, und
diejenigen aufgehalten werden, die es schuetzen wollen. Umweltminister
Sigmar Gabriel muss endlich einen echten Schutz für die von Deutschland
ausgewiesenen Schutzgebiete umsetzen.?

Greenpeace hat bislang 322 Steine zum Schutz des Sylter Aussenriff
versenkt. Wissenschaftler des Bundesamtes fuer Naturschutz und des
Alfred-Wegener-Institutes in List auf Sylt erklaerten, dass dies das
Oekosystem nicht beeintraechtige. Das Sylter Aussenriff ist ein von der
Bundesregierung ausgewiesenes Schutzgebiet in dem dennoch die
zerstoererische Grundschleppnetzfischerei stattfindet und Sand und Kies
abgebaut werden.

Die noch an Bord des Schiffes geladenen Steine sollen nun nach Papenburg in
Ostfriesland geliefert werden, um sie dort zu lagern.

Zersplitterte Kompetenzen im Meeresnaturschutz machen wirksamen Schutz fuer
die Meere schwierig. Sigmar Gabriel (SPD), zustaendig fuer Naturschutz,
muss mit Landwirtschaftsminister Horst Seehofer (CSU) und
Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Werner Marnette, die fuer Fischerei
und Kiesabbau zustaendig sind, Loesungen finden.

Quelle: http://www.greenpeace.de/
 

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Stromluecke ist Wahlkampfpropaganda

Neue Studie zur Stromversorgung in Deutschland

Die von Politik und Industrie oft vorausgesagte Stromluecke wird es nicht
geben. Das belegt eine Studie des Ingenieurbueros EU-Tech, die Greenpeace
in Auftrag gegeben hat und heute in Berlin vorstellt. Die Deutsche
Energieagentur (Dena) hatte im Maerz behauptet, Deutschland drohe im Jahr
2020 eine Stromluecke von 12.000 Megawatt. Das entspraeche der Leistung von
15 Großkraftwerken. Nach der neuen Greenpeace-Studie ist dagegen mit einer
Ueberkapazitaet von etwa 12 Großkraftwerken zu rechnen.

Angesichts dieser Irrefuehrung warnt Greenpeace vor weiteren falschen
Behauptungen von Wahlkaempfern und der Energiewirtschaft. Diese wollen mit
Hinweis auf die angebliche Stromluecke vor allem verlaengerte Laufzeiten
fuer Atomkraftwerke und eine viel zu hohe Zahl klimaschaedlicher
Kohlekraftwerke durchsetzen.

"Ueber die Oeffentlichkeit schwappt derzeit eine Welle aus
Wahlkampfpropaganda und Halbwahrheiten zur Energiepolitik", erklaert Roland
Hipp, Kampagnengeschaeftsfuehrer von Greenpeace. "Atomkraft muss keine
Luecke fuellen, sie hilft weder gegen den Klimawandel noch sorgt sie fuer
sinkende Strompreise. Der Skandal um den maroden Salzstock Asse zeigt, dass
die Probleme der Atomkraft nicht in den Griff zu bekommen sind."

Die Energiedebatte dreht sich darum, wie der deutsche Kraftwerkspark
modernisiert werden soll. Diese Situation bietet die Chance, die
Energieversorgung umzubauen. Sogar die Szenarien der Bundesregierung
belegen, dass der Atomausstieg Innovation und Investitionen fuer
Erneuerbare Energien vorantreibt - und damit den Klimaschutz.

"In der Branche der Erneuerbaren Energien sind mittlerweile ueber 250.000
Menschen beschaeftigt, mehr als in der Atom- und Kohle-Industrie zusammen",
so Hipp. "Wer den Wirtschaftsstandort Deutschland wirklich staerken will,
der muss die Energieversorgung weiter modernisieren. Wir muessen weg von
klimaschaedlichen Kohlekraftwerken und hochriskanten Atomkraftwerken. Es
droht keine Stromluecke, sondern eine Investitionsluecke, wenn sich die
Stromkonzerne dieser Entwicklung verweigern."

"Unsere Studie belegt genau, wie die von der Energiewirtschaft finanzierte
Dena-Prognose die tatsaechlichen Kapazitaeten so berechnet hat, dass sie
eine Stromluecke konstruieren konnte", sagt Andree Boehling,
Energie-Experte von Greenpeace. Wesent-liche Annahmen der Dena-Prognose
sind hoechst fragwuerdig. So geht sie von einem zu hohen Strombedarf im
Jahr 2020 aus, der auch nicht den Zielen der Bundesregierung entspricht.

Dagegen nimmt sie eine deutlich geringere Leistung von Erneuerbaren
Energien oder Kraft-Waerme-Kopplungs-Anlagen an als andere Studien. Zudem
werden kuerzere Laufzeiten bestehender Großkraftwerke angesetzt als in der
Praxis. Dadurch kommt die Dena fuer das Jahr 2020 zu einer gesicherten

Kraftwerksleistung, die um 22.000 bis 27.000 Megawatt niedriger liegt als
bei vergleichbaren Berechnungen.
Bereits der Regierungsbericht zur Sicherheit der Stromversorgung vom August
2008 hat die Dena-Behauptungen widerlegt. Bereits dieser Bericht stellte
fest, dass die Stromversorgung in Deutschland trotzt Ausstieg aus der
Atomenergie und trotz Protesten gegen den Neubau von Kohlekraftwerken
sicher ist.

Quelle: http://www.greenpeace.de/
 

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Presseerklaerung vom 25. September 2008

Greenpeace-Erfolg: Landliebe jetzt ?ohne Gentechnik?
Groesste europaeische Molkerei Campina verzichtet bei Marke Landliebe auf
?Gen-Milch?

Hamburg, 25.9.2008 - Greenpeace begruesst, dass Milch der Marke Landliebe
zukuenftig mit dem neuen Siegel ?ohne Gentechnik? gekennzeichnet sein wird.
Campina stellt als erste große Molkerei ihre Premiummarke auf
Tierfuetterung ohne Gen-Pflanzen um. Das Unternehmen reagiert damit auf die
Forderung von Greenpeace, auf den Einsatz von Gentechnik fuer Lebensmittel
zu verzichten. Landliebe-Milch wird ab Oktober als gentechnikfrei
gekennzeichnet, darauf sollen Joghurts und Desserts folgen. Greenpeace
fordert die deutsche Milchindustrie auf, Gen-Pflanzen aus der gesamten
Produktion zu verbannen.

?Wir freuen uns, dass Campina nun zum Vorreiter fuer gentechnikfreie Milch
wird?, sagt Alexander Hissting, Landwirtschafts-Experte von Greenpeace.
?Die meisten Verbraucher wollen keine ?Gen-Milch?. In den deutschen
Molkereizentralen sollten jetzt die Alarmglocken laeuten.?

Noch immer werden viele Kuehe in Deutschland mit gentechnisch veraenderten
Pflanzen gefuettert und produzieren so ?Gen-Milch? fuer die Molkereien
Mueller Milch, Humana Milchunion und Hochwald. Selbst so genannte
?Qualitaetsmilch?-Hersteller wie Weihenstephan, Baerenmarke oder regionale
Molkereien wie Breisgaumilch und Allgaeuland wollen nicht zusichern, dass
ihre Kuehe ohne Gen-Pflanzen gefuettert werden.

Greenpeace konnte 2006 nachweisen, dass Landliebe-Bauern importierte
Gen-Pflanzen als Kuhfutter eingesetzt haben. Daraufhin informierten
Greenpeace-Aktivisten bundesweit in Supermaerkten ueber ?Gen-Milch? von
Landliebe. Tausende Verbraucher haben die Greenpeace-Forderungen mit
Protestbriefen, Postkarten und Emails an Campina unterstuetzt.

Zusaetzlich zur ?ohne Gentechnik? Fuetterung will Campina die
Landliebe-Produkte nun ausschliesslich mit europaeischem Tierfutter
erzeugen. Die Verwendung von Soja will die niederlaendische Firma mit
deutschem Sitz in Heilbronn generell ausschliessen. Der Soja-Anbau in
Suedamerika ist eine der Hauptursachen fuer die alarmierende
Urwaldzerstoerung. Durch die regionale Fuetterung fuer die Marke Landliebe
kann nun jaehrlich auf den Anbau von etwa 9.200 Tonnen Sojabohnen
verzichtet werden. Dies entspricht einer Anbauflaeche der Groesse von 4.600
Fußballfeldern.

Quelle: http://www.greenpeace.de/
 

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Presseerklaerung vom 29. September 2008

Im Zeichen des Klimaschutzes - Greenpeace Bilanz 2007

Hamburg, 29. 9. 2008 - Der Schutz des Klimas stand im vergangenen Jahr im
Mittelpunkt der Kampagnen von Greenpeace Deutschland. So sind Aktivisten
mit Schlauchbooten in die Sperrzone des G8-Gipfels vor Heiligendamm
gefahren, um die Staatschefs aufzufordern, sich aktiv fuer den Klimaschutz
einzusetzen. Im Maerz hat Greenpeace eine wegweisende Studie vorgelegt. Mit
dem nationalen Energiekonzept "Plan B" zeigt Greenpeace Wege zu einer
zukunftsfaehigen Energiewirtschaft, die auf Erneuerbarer Energie und
Energieeffizienz basiert - nicht nur in der Produktion, sondern auch beim
Verbraucher. Und die oeffentliche Diskussion um Klimaschutz hat Wirkung
gezeigt: Die Bundesregierung hat 2007 beschlossen, den CO2-Ausstoss in
Deutschland bis zum Jahr 2020 um 40 Prozent zu senken.

"2007 ist der Klimawandel endlich als menschengemachtes Problem anerkannt
worden", sagt Brigitte Behrens, Geschaeftsfuehrerin von Greenpeace
Deutschland. "Doch der Schwung fuer Loesungen ist abgeflaut, auch
Bundeskanzlerin Angela Merkel verfolgt ihre Klimaziele nicht mehr mit dem
noetigen Nachdruck. Die Massnahmen sind halbherzig oder widerspruechlich.
Das ist fatal. Wenn sie die Treibhausgase senken will, muss Frau Merkel den
Umbau der deutschen Energieversorgung in die richtige Richtung lenken - weg
von Kohle und Atom hin zu Erneuerbaren Energien."

Einen wichtigen Erfolg fuer die Verbraucher in Deutschland erzielte
Greenpeace mit der Arbeit gegen Pestizid-Rueckstaende in Obst und Gemuese.
Im Jahr 2007 sind alle grossen Handelsketten der Greenpeace-Forderung
gefolgt und haben ein Kontrollsystem fuer Agrar-Gifte eingefuehrt. So ist
beispielsweise die Belastung von Tafeltrauben mit giftigen Pestiziden auf
ein Sechstel der Werte aus den Vorjahren gefallen. Seit 2005 untersucht
Greenpeace regelmaessig Lebensmittel auf Pestizide.

Greenpeace hat 2007 seine internationale Arbeit verstaerkt. So setzten sich
die Aktivisten mit einer Urwaldschutz-Station auf Sumatra gegen die
Zerstoerung des indonesischen Urwalds ein. Dabei geht es auch um den Schutz
des Klimas, denn die Brandrodung des Urwalds macht Indonesien inzwischen
zum drittgroessten Erzeuger von Treibhausgasen weltweit. Auch ist
Greenpeace wieder im Suedpolarmeer gegen den japanischen Walfang
vorgegangen. Die Hamburger Aktivistin Regine Frerichs hat ueber ihre
Erlebnisse auf dem Greenpeace-Schiff Esperanza ein Buch geschrieben. Ihr
Buch "Im Fadenkreuz der Walfaenger" wurde gerade veroeffentlicht.

Die Zahl der Foerderer von Greenpeace in Deutschland war 2007 hoeher als je
zuvor. Mit insgesamt 565.637 Mitgliedern stieg sie im Vergleich zum Vorjahr
um 7.133. Die Foerderer spendeten auch mehr als je zuvor: Die Einnahmen
betrugen im vergangenen Jahr 42 Millionen Euro (2006: 40,5 Millionen). Die
Einnahmen stammen zu einem erheblichen Teil aus den vielen Zuwendungen der
Foerderer von bis zu 100 Euro pro Jahr. Greenpeace ist eine internationale
Umweltschutzorganisation, die mit gewaltfreien Aktionen fuer den Schutz der
Lebensgrundlagen kaempft. Greenpeace ist ueberparteilich, politisch und
finanziell unabhaengig und nimmt grundsaetzlich keine Gelder von
Regierungen, Parteien oder der Industrie.


Presseerklaerung vom 30. September 2008

Greenpeace: "Vattenfall verheizt das Klima"
Protest vor Hamburger Konzernzentrale gegen Genehmigung von Moorburg

Hamburg, 30. 9. 2008 - Gegen die Entscheidung zum Bau des umstrittenen
Kohlekraftwerks in Hamburg-Moorburg protestieren Greenpeace-Aktivisten
heute Abend vor der Konzernzentrale von Vattenfall Hamburg. Die Aktivisten
projizieren auf die Fassade ein Lichtbild mit der Warnung "Vattenfall
verheizt das Klima." Greenpeace wirft Vattenfall vor, Hamburg mit dem
Klimakiller Moorburg aus Profitinteresse auf ein ueberholtes Energiekonzept
festzulegen und den Klimaschutz zu opfern. Die Umweltschuetzer fordern die
Hamburger Buerger auf, den Klimaschutz selbst in die Hand zu nehmen und zu
einem klimafreundlichen Stromanbieter zu wechseln.

"Diese Entscheidung des Senats fuer das Kohlekraftwerk ist ein harter
Rueckschlag fuer eine fortschrittliche Energieversorgung und eine bittere
Niederlage fuer die GAL", sagt Greenpeace-Klimaexperte Karsten Smid. "Anja
Hajduk ist vor Vattenfalls Drohung mit Schadensersatzforderungen in
Milliardenhoehe eingeknickt. Darueber koennen auch die Umweltauflagen nicht
hinwegtaeuschen. Die Klimabilanz Hamburgs wird durch die
Kohendioxidschleuer Moorburg fuer Jahrzehnte belastet. Die Schlote von
Moorburg werden eine Warnung sein. Wenn sich die Energiekonzerne mit ihren
Kraftwerksplaenen fuer Jahrzehnte auf Kohle festlegen, wird Deutschland
seine Ziele im Klimaschutz nicht erreichen."

Die Entscheidung fuer Moorburg hat Oberbuergermeister Ole von Beust (CDU)
bereits vor der Wahl in Hamburg getroffen. Dazu ermutigte ihn auch
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die sich von Vattenfall-Chef Lars
Goeran Josefsson in Energiefragen beraten laesst. "Josefsson hat seine
Funktion als Klimaberater der Kanzlerin missbraucht. Dieser Machtkluengel
aus Beust, Merkel und Joseffson hat dafuer gesorgt, dass es fuer Hamburg
keine zukunftsweisende Energieversorgung geben wird."

Das geplante Kraftwerk wird ueber 8,5 Millionen Tonnen Kohlendioxid pro
Jahr ausstossen. Statt Gas wird der mehr als doppelt so klimaschaedliche
Energietraeger Kohle eingesetzt. Zudem ist das Kraftwerk so
ueberdimensioniert, dass nur ein kleiner Teil der Abwaerme genutzt werden
kann, die bei der Energieerzeugung anfaellt: Fast die Haelfte der
eingesetzten Energie verpufft ungenutzt. Mit dem Bau ueberdimensionierter,
uneffizienter Kohlekraftwerke wird die Bundesregierung ihr Klimaschutzziel
nicht erreichen, die Treibhausgase bis 2020 um 40 Prozent unter den
Ausstoss von 1990 zu senken.

Presseerklaerung vom 1. Oktober 2008

Gefaehrliche Prise: Pestizide in Kraeutern und Gewuerzen
Greenpeace warnt vor Paprikapulver - Pfeffer und Ingwer bei Tests besser

Hamburg, 1. 10. 2008 - Bis zu 22 verschiedene Pestizide stecken in einem
einzigen Glaeschen Paprikagewuerz. Drei von 33 getesteten Produkten
ueberschreiten oder erreichen die EU-Grenzwerte fuer Pestizidbelastung. Das
ist das Ergebnis des aktuellen Pestizidtests, in dem Greenpeace fuenf der
beliebtesten Gewuerze und Kraeuter unter die Lupe genommen hat. Greenpeace
warnt vor Paprikagewuerz der Marke "Spice Islands" von Edeka und der Marke
"Wagner" von Kaufhof sowie vor getrockneter Petersilie der Marke "Le Gusto"
von Aldi. Viele der insgesamt 53 gefundenen Pestizide sind gesundheitlich
besonders bedenklich. 18 davon sind in der EU nicht zugelassen. Greenpeace
erstattete Anzeige bei den zustaendigen
Lebensmittelueberwachungs-Behoerden.

"Mit den Pestiziden aus einer starken Prise Paprika oder Dillspitzen kann
man sich das ganze Essen verderben", sagt Manfred Krautter, Chemieexperte
von Greenpeace. "Die Supermaerkte duerfen solche Gift-Mischungen nicht
verkaufen. Es ist unglaublich, dass die Behoerden solche Missstaende
dulden. Die deutschen Verbraucherminister muessen endlich die
Lebensmittelueberwachung verbessern und sich fuer schaerfere EU-Grenzwerte
einsetzen."

Stark belastete Ware fand Greenpeace bei Edeka, Aldi, Kaisers-Tengelmann
und Kaufhof. Produkte von Rewe und Lidl schneiden deutlich besser ab.
Besonders negativ fallen Paprikapulver, Dill und getrocknete Petersilie
auf. Dagegen sind Pfeffer, frische Petersilie und Ingwer meist gering
belastet. Greenpeace bewertet nur sechs der 33 Testproben als
empfehlenswert. Gekauft wurden die Kraeuter und Gewuerze Mitte September in
Berlin, Hamburg, Koeln, Frankfurt am Main und Jena.

Insgesamt fand das von Greenpeace beauftragte Labor 53 verschiedene
Pestizide. Im Schnitt vier in jeder Probe. 35 der gefundenen Pestizide sind
besonders gesundheitsgefaehrdend. Haeufig nachgewiesen wurde das
krebserregende Cyproconazol, das die Fortpflanzung beeintraechtigende
Carbendazim, und das ins Hormonsystem eingreifende und das Erbgut
veraendernde Thiabendazol. Mit illegalen Spritzmitteln belastete Ware
gelangt zum einen durch Importe aus Uebersee auf den EU-Lebensmittelmarkt.
Zum anderen werden auch in der EU immer wieder unerlaubte Pestizide
eingesetzt. Wiederholt hatte Greenpeace in den letzten Jahren illegale
Spritzmittel auch in Obst und Gemuese nachgewiesen. Greenpeace fordert,
dass gefaehrliche Pestizide von den Handelsketten und Produzenten durch
gesundheits- und umweltvertraegliche Mittel ersetzt werden.

"Die EU-Verbraucherschutzpolitiker betreiben Grenzwert-Kosmetik, statt
endlich wirksam gegen die Pestizidbelastungen vorzugehen," so Krautter.
Durch die neuen, sehr viel laxeren EU-Hoechstmengen, kommt es seit Anfang
September dieses Jahres zu deutlich weniger Grenzwertueberschreitungen als
zuvor. Nach den alten deutschen Hoechstmengen aus dem Jahr 2005 haette es
vier Mal mehr Beanstandungen gegeben.


Quelle: http://www.greenpeace.de/
 

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Braunkohle zerstoert unsere Zukunft

Protest gegen verfehlte Energiepolitik vor brandenburgischer Staatskanzlei

25 Greenpeace-Aktivisten demonstrieren heute vor der Staatskanzlei von
Ministerpraesident Matthias Platzeck (SPD) gegen die verfehlte
Energiepolitik der Landesregierung. "Braunkohle zerstoert unsere Zukunft,
Herr Platzeck!" ist auf einem etwa vier mal vier Meter großen Banner zu
lesen, das zwischen den Fahnenmasten vor dem Eingang der Staatskanzlei
haengt. Die Aktivisten "saeubern" die Treppenstufen der Staatskanzlei mit
Hochdruckreinigern, sparen dabei aber Stellen aus. Nach der Reinigung ist
unter anderem die Forderung "Braunkohle stoppen - Klima schuetzen" auf den
Stufen zu lesen. Außerdem verteilen die Umweltschuetzer Flugblaetter mit
dem Aufruf am Volksbegehren "Keine neuen Tagebaue - fuer eine zukuenftige
Energiepolitik" teilzunehmen, das am 10. Oktober startete.

"Braunkohle zerstoert das Klima wie kein anderer Brennstoff," sagt Joerg
Feddern, Sprecher der Umweltschutzorganisation Greenpeace. "Wer weiter auf
den Klimakiller Braunkohle setzt, gefaehrdet die Zukunft der kommenden
Generationen." Über die bereits genehmigten Braunkohletagebaue hinaus plant
Brandenburg weitere Abbaugebiete zu erschließen. Aufgrund des hohen Anteils
an Braunkohlestrom wird Brandenburg sein Ziel, bis 2010 die Emissionen auf
53 Millionen Tonnen zu senken, verfehlen.

Schon heute ist das Land Brandenburg aufgrund des hohen Anteils an
Braunkohlestrom bundesweit auf Platz eins der Treibhausgas-Emittenten je
Einwohner. Jeder Brandenburger verursacht mehr als 20 Tonnen CO2 pro Jahr.
Das ist mehr als doppelt so viel wie im Bundesdurchschnitt. Allein die
beiden Kraftwerke Jaenschwalde und Schwarze Pumpe stoßen pro Jahr 36
Millionen Tonnen klimaschaedliches Kohlendioxid aus. Das sind circa zehn
Prozent der Emissionen aus der Stromerzeugung in Deutschland.

Vom 10. Oktober 2008 bis zum 09. Februar 2009 haben Brandenburger die
Moeglichkeit, sich fuer das "Gesetz zum mittelfristigen Ausstieg aus der
Braunkohlefoerderung in Brandenburg" auszusprechen. Um gegen die Klima- und
Landschaftszerstoerung durch die Braunkohle vorzugehen, haben zahlreiche
Verbaende, Initiativen und Parteien ein Volksbegehren initiiert. Greenpeace
ruft alle volljaehrigen Brandenburger auf, an diesem Volksbegehren
teilzunehmen. Erfolgreich ist es dann, wenn bis zum 09. Februar 80.000
gueltige Unterschriften vorliegen. Die Unterschriftenlisten liegen
ausschließlich in den Meldebehoerden aus. "Mit dem Volksbegehren kann jetzt
ein unuebersehbares Signal an die Landesregierung gesendet werden, dass sie
mit ihrer Energiepolitik auf dem Holzweg sind", so Feddern.


Illegales Holz schaedigt deutsche Holzwirtschaft

Greenpeace-Studie belegt Handlungsbedarf gegen Handel mit Raubbauholz


Illegaler Holzeinschlag vernichtet nicht nur die Urwaelder und die
Artenvielfalt, sondern hat auch negative Folgen fuer die deutsche
Wirtschaft. Eine heute von Greenpeace veroeffentlichte Studie zeigt, dass
durch Imageeinbußen und Vertrauensverluste beim Verbraucher geschaetzte
Umsatzverluste von bis zu einer Milliarde Euro jaehrlich entstehen
(Gesamtumsatz 2007: 10,3 Mrd. Euro). Illegales Holz drueckt zudem die
Preise fuer Holzprodukte und fuehrt zur Verknappung einzelner Holzarten.
Das Holz, das oft aus Raubbau und Urwaldzerstoerung stammt, kommt zumeist
aus Brasilien, Indonesien, China, dem Kongo und Russland.

"Einige schwarze Schafe, die von den niedrigen Preisen illegaler Ware
profitieren, schaden der gesamten deutschen Holzbranche. Umso dringender
muss jetzt ein europaeisches Urwaldschutzgesetz beschlossen werden, das
Besitz und Handel mit illegalem Holz bestraft", sagt Corinna Hoelzel von
Greenpeace. Rund fuenf Prozent der deutschen Holzimporte stammen aus
illegalen Quellen und haben einen geschaetzten Warenwert von 1,6 Milliarden
Euro. Weder auf nationaler noch auf EU-Ebene gibt es bislang einen
verpflichtenden Herkunftsnachweis fuer Holzwaren und Holzfertigprodukte.

Am Freitag will die EU-Kommission einen Gesetzesentwurf zur Bekaempfung
des Imports und Handels mit illegalem Holz vorstellen. Dieser Entwurf geht
jedoch nicht weit genug. So soll der Besitz und Handel mit illegalem Holz
auch weiterhin straffrei sein. Auch Nachhaltigkeitskriterien sollen keine
Rolle spielen. Verbraucher erfahren beim Holzeinkauf weiterhin nicht, wo
das Holz herkommt. Holz aus illegalen Quellen und Raubbau wird zukuenftig
auf europaeischen Maerkten zu finden sein.

Gegen ein deutsches "Urwaldschutzgesetz" hatte der "Gesamtverband des
Deutschen Holzhandels" (GD Holz) massiv Lobbyarbeit betrieben, so dass ein
nationaler Gesetzentwurf im Juni 2006 im Bundestag am Widerstand von Union
und SPD scheiterte. "Wir erwarten jetzt, dass die Bundesregierung, aber
auch die Holzindustrie und ihre Verbaende ein wirksames europaeisches
Gesetz unterstuetzen und sich fuer eine deutliche Verbesserung des
EU-Gesetzesvorschlags einsetzen", so Hoelzel.

In den Regenwaeldern am brasilianischen Amazonas und in Indonesien werden
bis zu 80 Prozent des Holzes illegal eingeschlagen. Die Weltbank schaetzt
die Einnahmeverluste durch illegalen Holzeinschlag weltweit auf 15
Milliarden US-Dollar jaehrlich. Die Preise fuer Holzprodukte werden durch
illegalen Holzhandel um sieben bis 16 Prozent gedrueckt.

Quelle: http://www.greenpeace.de/
 

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Presseerklaerung vom 17. Oktober 2008

Greenpeace entlarvt Hamburgs neuestes Klimaschwein
Aktivisten verfremden Mercedes-Benz-Werbung am Alten Elbtunnel

Hamburg, 17.10.08 - Greenpeace-Aktivisten demonstrieren heute an den
Hamburger Landungsbruecken gegen die klimaschaedliche Modellpolitik von
Mercedes-Benz. Sechs Greenpeace-Kletterer haben den neuen Mercedes-Benz
Gelaendewagen auf einem grossen Werbeplakat zu einem Klimaschwein
umdekoriert. Auf dem 10 mal 15 Meter grossen Plakat ist das Auto jetzt mit
rosa Ohren und Schnauze zu sehen. Morgen stellt der Automobilkonzern
offiziell den neuen Luxus-GLK vor. Trotz Klimawandel setzt Mercedes-Benz
weiter auf schwere Wagen mit einem hohen CO2-Ausstoss.

"Auch bei Mercedes-Benz muss man endlich einsehen, dass Spritschlucker als
Aushaengeschild fuer Autobauer ausgedient haben", sagt Marc Specowius,
Verkehrsexperte von Greenpeace. "Doch die Konzernspitze denkt nicht mal
daran, auf kleinere, leichte und spritsparende Fahrzeuge zu setzen.
Anstatt der Umwelt zu helfen und Arbeitsplaetze der Zukunft zu sichern,
wird geprotzt wie eh und je."

Im Vergleich mit den anderen grossen deutschen Autoherstellern schneidet
Mercedes-Benz beim Klimaschutz am schlechtesten ab. Nur sechs der 251
aktuellen Modelle liegen unter dem Kohlendioxid-Grenzwert, zu dem sich die
europaeische Autoindustrie vor zehn Jahren selbst verpflichtet hat. Danach
duerfen Neuwagen Ende 2008 durchschnittlich nur noch 140 Gramm CO2 pro
Kilometer ausstossen. Konkurrent BMW unterschreitet diesen Grenzwert
aktuell mit 22 von 446 Modellen. Der durchschnittliche
Kohlendioxid-Ausstoss der Mercedes-Benz-Fahrzeuge lag laut
Kraftfahrtbundesamt 2007 bei 184 Gramm.

Der neue GLK, der morgen deutschlandweit vorgestellt wird, wiegt bis zu 1,8
Tonnen, verbraucht bei sparsamster Fahrweise mindestens 10,6 Liter, hat 272
PS und einen CO2-Ausstoss von 245 Gramm CO2 pro Kilometer.

"Ein Premium-Fahrzeug darf sich in Zeiten des Klimawandels nicht laenger
ueber Motorleistung und Masse definieren", so Specowius. Mercedes-Benz muss
den Verbrauch seiner Autos jetzt schnell und konsequent senken. Das
funktioniert nur, wenn bei allen Modellen das Gewicht der Fahrzeuge
reduziert und die Uebermotorisierung beendet wird. Die heute verfuegbare
Spritspartechnik, wie Start-Stop-Automatik und Leichtlaufreifen, muss
kuenftig in alle Modelle als Grundausstattung eingebaut werden.


Presseerklaerung vom 17. Oktober 2008


Greenpeace: Gabriel versteckt brisante Klima-Studie
Gutachten des BMU belegt: Neubau von Kohlekraftwerken gefaehrdet Klimaziele

Berlin, 17. 10. 2008 - Das Bundesumweltministerium (BMU) hat gestern die
"Leitstudie 2008" zur Energieversorgung veroeffentlicht. Statt diese wie
ueblich mit einer Pressekonferenz zu begleiten, hat das Ministerium die
Studie nur auf die eigene Homepage gestellt. Das Gutachten bestaetigt
Untersuchungen von Greenpeace, nach denen die Klimaschutzziele der
Bundesregierung nur noch dann erreicht werden koepnnen, wenn keine weiteren
Kohlekraftwerke mehr gebaut werden. Auch muessen nach Ansicht der Gutachter
vom Deutschen Institut fuer Luft- und Raumfahrt (DLR) zusaetzliche
Klimaschutzmassnahmen beschlossen werden. Die Studie des Ministeriums steht
im Widerspruch zu der Klimapolitik von Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD),
der sich explizit fuer den Neubau von weiteren Kohlekraftwerken einsetzt.

"Gabriel wird von seinen eigenen Gutachtern Luegen gestraft", erklaert
Andree Boehling, Energieexperte von Greenpeace. "Kein Wunder, dass er die
Studie stillschweigend auf seiner Internetseite zu verstecken versucht,
anstatt sie auf einer Pressekonferenz der Oeffentlichkeit vorzustellen."
Die Leitstudie hat den Zweck, aufzuzeigen, wie die Zielsetzung der
Bundesregierung, die Klimagasemissionen bis 2020 um 40 Prozent und bis 2050
um 80 Prozent in Deutschland zu senken, umgesetzt werden kann.

Die Leitstudie 2008 zeigt zudem, dass viele der im Integrierten Energie-
und Klimaschutzprogramm der Bundesregierung (IKEP) beschlossenen Ziele
nicht erreicht werden koennen. So wird das Ziel der Reduzierung des
Stromverbrauchs um 11 Prozent bis 2020 verfehlt, wenn die schwachen Gesetze
dafuer nicht nach gebessert werden. Auch der Ausbau der
Kraft-Waerme-Kopplung auf 25 Prozent bis 2020 kann mit dem Gesetz der
Regierung nicht erreicht werden. Greenpeace hatte darauf zuletzt im Juni
diesen Jahres mit einer Bewertung der Meseberg-Beschluesse hingewiesen.

"Herr Gabriel sollte endlich die Fakten der Wissenschaftler zur Kenntnis
nehmen und aufhoeren, den Menschen neue Kohlekraftwerke als gelebten
Klimaschutz zu verkaufen. Sonst wird der Umweltminister am Ende selbst zur
groessten Gefahr fuer den Klimaschutz. Angesichts der dramatischen
Beschleunigung des Klimawandels muss man von einem Umweltminister erwarten,
dass er aufschreit, wenn die Bundesregierung beim Klimaschutz nicht mehr
auf Kurs ist. Gabriel drueckt sich aber vor den Fakten und versucht, die
Dinge weiter schoen zu reden, das ist skandaloes!", so Boehling.


Die "Leitstudie 2008" auf der Homepage des Bundesumweltministeriums:
http://www.bmu.de/erneuerbare_energien/downloads/doc/42383.php

Quelle: http://www.greenpeace.de/
 

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Presseerklaerung vom 27. Oktober 2008

Greenpeace-Weltenergieplan: Klimaschutz als Konjunkturmotor
Energiereform koennte bis 2030 ueber 18 Billion Dollar Brennstoffkosten
sparen

Berlin 27. 10. 2008 - Klimaschutz koennte in der jetzigen Krise als
Konjunkturmotor dienen. Zu diesem Ergebnis kommt ein heute in Berlin
vorgestelltes Weltenergieszenario von Greenpeace und dem Europaeischen
Dachverband der Erneuerbare Energien Industrie (EREC). Demnach wuerde sich
die fuer den weltweiten Klimaschutz notwendige Umstellung auf Erneuerbare
Energien lohnen. Allein im Strombereich wuerden bis 2030 ueber 18 Billionen
Dollar Brennstoffkosten fuer Kohle, Gas und Oel eingespart werden. Die
Erneuerbaren Energien wuerden bis dahin ihren jaehrlichen Umsatz von
derzeit 70 Milliarden Euro auf 360 Milliarden Euro verfuenffachen und dann
die Haelfte des weltweit benoetigten Strombedarfs decken.

"Der Klimaschutz ist eine Chance fuer die Weltwirtschaft," sagt Sven Teske,
Energieexperte von Greenpeace International. "In den letzten Wochen sind
gigantische Geldmengen durch die globale Finanzkrise regelrecht verdampft.
Die Klimakrise trat dabei in den Hintergrund. Notwendig waeren jedoch
Investitionen von 9 Billionen Dollar in Erneuerbare Energien. Vor allem in
Deutschland koennte diese Energierevolution die Wirtschaft in Schwung
bringen."

Die notwendigen Investitionen in Erneuerbare Energien und effiziente
Kraft-Waerme-Kopplung stellen zudem keine Mehrausgaben dar. Allein die
Einsparungen der Brennstoffkosten der weltweiten Kohlekraftwerke bis 2030
wuerden die Ausgaben decken. Die Erneuerbaren Energiequellen wuerden dann
weit ueber das Jahr 2030 hinaus Strom ohne zusaetzliche Brennstoffkosten
erzeugen. Kohle und Gas wuerden die Weltwirtschaft hingegen weiter
belasten.

"Die Industrie der Erneuerbaren Energien kann bis 2050 weiter mit
zweistelligen Zuwachsraten rechnen und dann der fossilen Industrie den
Rang ablaufen" sagt Oliver Schaefer, Policy Direktor von EREC. "Zurzeit
verdoppeln sich die Erneuerbaren Energien alle drei Jahre. Windkraftanlagen
sind an guten Standorten bereits heute guenstiger als konventionelle
Kraftwerke. Die Industrie ist bereit, die Energierevolution zu realisieren.
Es gibt keine technischen und oekonomischen Huerden, sondern nur
politische."

Der Report "Energie [R]evolution: Ein nachhaltiger Weltenergieausblick"
wurde von Greenpeace und EREC beim Deutschen Zentrum fuer Luft- und
Raumfahrt (DLR) in Auftrag gegeben. Der Masterplan zeigt, wie der steigende
Energiebedarf der Welt gedeckt werden kann, ohne den lebenswichtigen
Klimaschutz zu gefaehrden. So wird berechnet, wie der weltweite
Kohlendioxid-ausstoss bis 2050 halbiert werden kann und dabei
beruecksichtigt, wie sich das weltweite Wirtschaftswachstum insbesondere
auch in den Boomregionen China und Indien entwickelt.

"Mit Effizienzstandards kann der Anstieg des weltweiten Energiebedarfs
gebremst werden. Die Energie, die so gespart wird, kann den wachsenden
Energiehunger von Entwicklungslaendern in etwa kompensieren. Wenn
gleichzeitig die Erneuerbaren Energien vervierfacht werden, koennen wir den
jaehrlichen Kohlendioxidausstoss reduzieren - von heute circa vier Tonnen
jaehrlich pro Kopf auf etwa eine Tonne bis 2050 - und das bei gleichem
Wirtschaftswachstum", so Teske.

Quelle: http://www.greenpeace.de/
 

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Atommuell-Lager Asse schon vor Genehmigung undicht

Greenpeace veroeffentlicht Informationen zur Inbetriebnahme

Hamburg, 29. 10. 2008 - Nach Greenpeace-Informationen wies das
Atommuell-Lager Asse II im niedersaechsischen Wolfenbuettel schon vor der
Inbetriebnahme gravierende Sicherheitsmaengel auf. Ein Bericht der
"Projektgruppe Endlagerung radioaktiver Abfaelle" von 1964, der nun vom
Bundesarchiv in Koblenz freigegeben wurde, beweist, dass bereits damals
Wasser in die ehemalige Salz-Schachtanlage eingedrungen ist.

Auf der sogenannten 750 Meter-Sohle, in der anschließend Atommuell versenkt
wurde, stellte die Projektgruppe einen Laugen-Zulauf von etwa 700 Liter pro
Tag fest. Dennoch wurde die Anlage Asse fuer die explizite Einrichtung
eines Atommuell-Endlagers empfohlen.

"Fuer die kostenguenstige Entsorgung von Atommuell wurden von Anfang an
Sicherheitsrisiken in Kauf genommen" sagt Atomexperte Heinz Smital von
Greenpeace. "Jeden Tag kommen nun neue erschreckende Details aus der
illegal betriebenen Atomanlage ans Licht. Zum Schutz von Mensch und Umwelt
muessen alle bisher geheim gehaltenen Wassereintritte sofort
veroeffentlicht werden. Es ist nicht auszuschließen, dass auch Wasser aus
dem Salzstock austritt."

Auf Grundlage der vierseitigen Gespraechsnotiz, die Greenpeace vorliegt,
wurde die Asse drei Jahre spaeter als sogenanntes Versuchs-Endlager unter
Federfuehrung des Bundesforschungsministeriums in Betrieb genommen. Das aus
drei Rissen stammende Sueßwasser sollte nach Auffassung der Projektgruppe
durch Zementieren eingedaemmt werden. Die Risse in der sogenannten
Tuebingsaeule wurden bereits 1956 entdeckt.

"Die Endlagerung von Atommuell in Salz ist auf voller Laenge gescheitert",
sagt Smital. "Waehrend in Berlin noch um einen Betreiberwechsel fuer die
Asse gerungen wird, rollt schon der naechste Castor Richtung Gorleben. Aber
der Salzschacht in Gorleben weist noch groeßere geologische Maengel als
Asse II auf.</q>

Auf dem ab morgen in Berlin stattfindenden Endlagersymposium werden jetzt
die Grundlagen fuer die Entscheidung ueber ein Atommuellendlager getroffen.
Die neuen Erkenntnisse um Asse muessen nun in die Debatte miteinbezogen
werden. "Bundeskanzlerin Merkel, die schon das einstuerzende Endlager
Morsleben fuer sicher gehalten hat, darf nicht wieder geologische Bedenken
ignorieren", so Smital.


Presseerklaerung vom 30. Oktober 2008

Kein Steuergeld fuer Klimakiller
Greenpeace demonstriert gegen Autopolitik der Bundesregierung

Berlin, 30.10. 2008 - Auf Mini-Autos aus Kunststoff protestiert Greenpeace
heute gegen die klimaschaedliche Lobbypolitik von Bundeskanzlerin Angela
Merkel fuer die Autoindustrie. 30 Aktivisten rollen als hupender
Demonstrationszug auf den knallroten Rutscherautos durch das Brandenburger
Tor, am Reichstag vorbei, bis vor das Bundeskanzleramt. "Kein Steuergeld
fuer Klimakiller!" und "Spritsparende Autos zu bauen ist kinderleicht!" ist
auf den Plakaten zu lesen. Greenpeace fordert die Bundesregierung auf,
ihren massiven Widerstand gegen ambitionierte CO2-Grenzwerte bei Pkw
aufzugeben. Direkte Subventionen an die Autoindustrie, wie der heute
bekannt gewordene Vorschlag zur Kfz-Steuer, sind dabei kontraproduktiv.

"Was Umweltminister Gabriel heute vorgeschlagen hat, ist ein reines
Konjunktur-Programm fuer die Autoindustrie auf Kosten der Umwelt und der
Steuerzahler", sagt Marc Specowius, Verkehrsexperte von Greenpeace. "Damit
wuerden zwei Jahre lang Neuwagen gefoerdert, egal wie viel Sprit sie
verbrauchen und wie stark ihr CO2-Ausstoss dem Klimawandel einheizt. Sauber
bei Schadstoffen heisst in diesem Fall eben nicht klimafreundlich."

Gleichzeitig unterstuetzen Kanzlerin Merkel und Umweltminister Gabriel in
Bruessel die deutsche Autoindustrie bei ihrem Versuch, die CO2-Vorgaben der
EU-Kommission zu torpedieren. Und das, nachdem die Fahrzeugbauer ihre
eigene Selbstverpflichtung nicht eingehalten haben. 1998 versprach die
europaeische Autoindustrie, den Verbrauch ihrer Pkw bis 2008 im
Durchschnitt auf 5,8 Liter zu senken. Doch 2007 verbrauchten die in
Deutschland zugelassenen Autos im Schnitt 7,2 Liter.

Wenn die Plaene von Kanzlerin Merkel und der Autoindustrie in Bruessel
durchkommen, muessten Europas Autohersteller ihre CO2-Emissionen bis 2012
praktisch nicht reduzieren und Einsparungen wuerden auf 2015 verschoben.
"Ohne klare Vorgaben wird die Autoindustrie weiter spritfressende Autos
bauen", so Specowius. "Vor allem die verfehlte Modellpolitik der Autobauer
hat zum aktuellen Absatzeinbruch gefuehrt. In Zeiten von Klimawandel und
hohen Spritpreisen bekommen die Autobauer nun vom Verbraucher die Quittung
fuer ihre Ignoranz. Dabei ist der Bau spritsparender Fahrzeuge
kinderleicht."

Greenpeace hat mit seinem SmILE-Konzept (Small, Intelligent, Light,
Efficient) schon vor 13 Jahren der Autoindustrie gezeigt, dass der
Spritverbrauch ohne Einbussen bei Leistung und Sicherheit mit vorhandener
Technik halbiert werden kann. Die Umweltschutzorganisation legte damit das
erste Drei-Liter-Auto auf Basis eines Serienfahrzeuges vor. VW lobt heute
diese Technik des "Downsizing", verbaut aber wie die anderen Hersteller
trotzdem weiter Benzinmotoren mit zu hohem Spritverbrauch.

Alle grossen deutschen Hersteller erwarten fuer 2008 erneut
Milliardengewinne und verfuegen ueber viele weitere Milliarden an Reserven.
Die Bundesregierung darf jetzt nicht einen Cent an Steuergeldern direkt an
die Autoindustrie zahlen. Stattdessen muss sie endlich steuerliche Anreize
fuer den Kauf spritsparender Autos schaffen. Dazu muss sie die
Dienstwagenbesteuerung und die Kfz-Steuer am CO2-Ausstoss ausrichten.

Quelle: http://www.greenpeace.de/
 

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Presseerklaerung vom 4. November 2008

Greenpeace verstaerkt Aktivitaeten in Japan zum Schutz der Wale
Angeklagten Greenpeace-Aktivisten drohen bis zu zehn Jahre Haft

Tokio / Hamburg, 4. 11. 2008 - In der kommenden Walfangsaison wird
Greenpeace seine gesamten Aktivitaeten zum Schutz der Wale auf Japan
konzentrieren. Greenpeace wird somit in diesem Jahr nicht mit Schiffen ins
Suedpolarmeer fahren. Der politisch motivierte Prozess gegen zwei
japanische Greenpeace-Aktivisten wird im Mittelpunkt der
Greenpeace-Kampagne gegen den japanischen Walfang stehen. Im Mai diesen
Jahres deckten die Greenpeace-Aktivisten den groessten Walfleisch-Skandal
in der Geschichte des japanischen Walfangs auf. Seitdem sind die Aktivisten
Junichi Sato und Toru Suzuki unter Arrest gestellt. Wegen des angeblichen
Diebstahls des Walfleisches drohen ihnen bis zu zehn Jahre Haft. Greenpeace
ruft weltweit auf, sich fuer die Freilassung der Aktivisten einzusetzen.

"Das jaehrliche Toeten von Walen durch die japanische Walfangflotte im
Suedpolarmeer muss beendet werden", sagt Bettina Walter, Meeresexpertin bei
Greenpeace. "Der Walfang kann nur durch die japanische Regierung in Tokyo
gestoppt werden. Aus diesem Grund ist es notwendig, unsere gesamte
Aufmerksamkeit auf die Entwicklung in Japan zu richten."

Der von Greenpeace im Mai veroeffentlichte japanische Walfleisch-Skandal
fuehrte zu weltweiter Aufmerksamkeit. Crewmitglieder der japanischen
Walfangflotte haben unter Duldung der Walfang-Firma sowie der zustaendigen
Behoerden mehrere hundert Kilo Walfleisch von Bord geschmuggelt und auf
eigene Rechnung verkauft. Der Handel mit Walfleisch ist illegal. Zur
Beweissicherung hatten Greenpeace-Aktivisten der japanischen
Staatsanwaltschaft eine Kiste mit Walfleisch uebergeben. Daraufhin sind die
beiden Greenpeace-Aktivisten Junichi Sato und Toru Suzuki fuer 26 Tage in
Untersuchungshaft genommen worden und stehen nun unter Hausarrest. Waehrend
die Ermittlungen gegen die Walfleisch-Schmuggler eingestellt wurden, drohen
den beiden Greenpeace-Aktivisten nun bis zu zehn Jahre Haft.

Greenpeace arbeitet seit Jahrzehnten mit konfrontativen Protesten und auf
politischer Ebene fuer den weltweiten Schutz der Wale. Zu den wichtigsten
Erfolgen der Greenpeace-Kampagne zum Schutz der Wale gehoeren die
Verabschiedung eines internationalen Moratoriums zum Verbot des Walfanges
durch die Internationale Walfangkommission (IWC) 1982 und die Einfuehrung
eines internationalen Walschutzgebietes im Suedpolarmeer 1994. Japan nutzt
jedoch ein Schlupfloch des Walfang-Moratoriums und jagt Wale unter dem
Deckmantel des "wissenschaftlichen Walfangs." Dieser dient nicht dem Gewinn
neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse, sondern ausschliesslich
kommerziellen Zwecken.

Seit ihrer Verhaftung setzen sich rund eine Viertelmillion Menschen
weltweit fuer die Greenpeace-Aktivisten ein. Greenpeace sucht weiter
Unterstuetzer, die die japanische Regierung auffordern, die offensichtlich
politisch motivierte Anklage fallen zu lassen und den Walfang zu beenden.
Informationen finden Sie im Internet unter www.greenpeace.org/arrest-me


Greenpeace-Aktivisten auf Foerderturm in Asse

Greenpeace fordert die Rueckholung aller radioaktiven Materialien

Wolfenbuettel, 5. 11. 2008 - Mit einer Aktion auf dem Foerderturm des
Atommuell-Lagers Asse II fordern 40 Greenpeace-Aktivisten seit heute frueh
die Rueckholung des radioaktiven Materials. Auf einem 5 mal 5 Meter großen
Banner steht "Asse: Der Atommuell muss raus." In dem ehemaligen
Salz-Schacht lagern unter anderem Brennelemente aus dem Atomreaktor
Juelich. Aus den zum Teil stark beschaedigten Faessern tritt
Radioaktivitaet aus. Greenpeace hat bereits vergangene Woche Dokumente
veroeffentlicht, nach denen in der Asse II schon vor Inbetriebnahme Risse
und Wassereintritte festgestellt wurden. Dennoch wurde die Anlage fuer die
Einrichtung eines Atommuell-Endlagers empfohlen.

?Dieser Atommuell ist eine tickende Zeitbombe im Berg? , sagt Heinz Smital,
Atomexperte von Greenpeace an der Asse. ?Es duerfen keine Kosten und Muehen
gescheut werden, die gefaehrliche Situation zu bereinigen.?

Die Kosten fuer die Rueckholung des Atommuells wuerden nach Schaetzungen
von Gutachtern mindestens 2,3 Milliarden Euro betragen. Nach Auffassung von
Greenpeace muessen die Kosten diejenigen Bundeslaender und Betreiber von
Atomkraftwerken tragen, die den Atommuell in die Asse geliefert haben. Der
Atommuell stammt hauptsaechlich aus dem Kernforschungszentrum Karlsruhe in
Baden-Wuerttemberg, von der Atomindustrie und aus dem Kernforschungszentrum
Juelich in Nordrhein-Westfalen.

?Die Einlagerung von Atommuell in Salz ist im Bergwerk Asse II
offensichtlich gescheitert. Bundeskanzlerin Angela Merkel kann daher auch
nicht laenger den Salzstock in Gorleben als Endlager befuerworten?, sagt
Smital, wenige Tage vor dem Eintreffen von hoch-radioaktivem Atommuell im
niedersaechsischen Gorleben. Der dortige Salzstock hat auf einer Flaeche
von 7,5 Quadratkilometern keine deckende Tonschicht und dadurch Kontakt zum
Grundwasser. Ein stabiles Deckgebirge ist jedoch notwendig, wenn Atommuell
in einem Salzstock gelagert werden soll.

Quelle: http://www.greenpeace.de/
 

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Vattenfall verkohlt die Öffentlichkeit beim Klimaschutz

Greenpeace entlarvt: Klima-Kampagne des Energieversorgers ist
Desinformation

Hamburg, 6. 11. 2008 ? ?Vattenfall zerstoert das Klima? steht auf dem
Schild eines gruenen Maennchens, das heute vor dem Hamburger Hauptbahnhof
eine PR-Aktion von Vattenfall stoert. Der Protest richtet sich gegen eine
Kampagne unter dem irrefuehrenden Titel ?Klimaunterschrift?, mit der sich
der Energieerzeuger derzeit ein gruenes Maentelchen umhaengen will. In der
Kampagne stellt sich Vattenfall europaweit als besorgten Konzern dar, dem
Klimaschutz wichtig ist. Er fordert Verbraucher zum Handeln auf, steckt
aber gleichzeitig Milliarden Euro in den Bau klimaschaedlicher
Kohlekraftwerke. Unter http://www.klimaunterschrift-vattenfall.de
persifliert die Umweltschutzorganisation die Klimaunterschrift-Kampagne und
entlarvt die Desinformation als Greenwashing.

?Die Aktion von Vattenfall ist unverschaemt?, so Smid. ?Der Konzern
boykottiert Klimaschutz, wo er nur kann.? In Hamburg Moorburg baut der
Energieversorger mit dem neuen Steinkohlekraftwerk eine gigantische
Kohlendioxidschleuder und klagt auch noch gegen notwendige wasserrechtliche
Auflagen der Umweltbehoerde. Seine Lobbyisten sitzen in Berlin und Europa
ganz nahe an der Macht. Und anstatt in Windkraft zu investieren, gibt er
lieber Millionen fuer Desinformation aus und schiebt seine Verantwortung
fuer den Klimaschutz auf den Verbraucher ab.

?Vattenfall ist nicht nur Deutschlands klimaschaedlichster Stromanbieter,
sondern scheut auch keinen Aufwand, um der Öffentlichkeit Sand in die Augen
zu streuen?, sagt Greenpeace-Klimaexperte Karsten Smid. Auf der
Internetseite von Vattenfall http://klimaunterschrift.vattenfall.de werden
die Menschen aufgerufen, sich mit ihrer Unterschrift fuer den Klimaschutz
stark zu machen. In Animationen retten die Unterschriften die Gletscher in
den Alpen oder auch einen Eisbaeren vor dem Ertrinken.

Wie gering Vattenfall den Druck zum Handeln gegen den Klimawandel
einschaetzt, wird in einem irrefuehrenden Klima-Report deutlich: Darin
behauptet der Konzern zum Beispiel, dass die Politik noch bis zum Jahr 2040
Zeit hat, um mit dem Verringern von Treibhausgasen zu beginnen. Der Chef
von Vattenfall, Lars Goeran Josefsson, formuliert das so: ?Diese
bedrohliche Situation ist im Laufe von 200 Jahren entstanden, da muss man
auch Verstaendnis dafuer aufbringen, dass eine Loesung 100 Jahre dauern
kann.?

Rund um einen Pavillon hat Vattenfall heute und morgen mehrere tausend
kleine Plastikfiguren aufgebaut und sammelt Unterschriften fuer seine
Kampagne. ?Es gibt in diesem Fall nur eine Unterschrift, die dem Klima
nutzt,? so Smid. ?Wir fordern alle Hamburger auf, die Kuendigung bei
Vattenfall zu unterschreiben und zu einem oekologischen Stromanbieter zu
wechseln.?


Presseerklaerung vom 7. November 2008

Greenpeace: Atomaufsicht hat an der Asse II versagt
Aktivisten setzten Protest auf Foerderturm und bei politisch
Verantwortlichen fort

Wolfenbuettel/Gross Denkte, 7. 11. 2008 - Greenpeace-Aktivisten haben heute
morgen ein 25 Quadratmeter grosses Banner mit der Aufschrift:
"Asse-Gorleben, es gibt keine sicheren Endlager!" auf dem Foerderturm des
Atommuellendlagers Asse II entrollt. Seit Mittwochmorgen protestieren die
Aktivisten dort gegen die Lagerung von Atommuell in Salz. Parallel
demonstrieren Aktivisten der Umweltschutzorganisation vor einer
Podiumsdiskussion zur Asse im benachbarten Gross Denkte, an der auch der
niedersaechsische Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) teilnimmt. Die
Aktivisten zeigen Plakate mit den Gesichtern von Sander und Asse-Gutachter
Klaus Kuehn, den Verantwortlichen fuer den Asse-Skandal und das geplante
Endlager in Gorleben. Heute startet in Frankreich ein Transport mit
hochradioaktivem Atommuell nach Gorleben. Wie im Versuchsendlager Asse fuer
leicht- und mittelradioaktiven Muell, soll in Gorleben ein Endlager fuer
hochradioaktiven Atommuell in einem unsicheren Salzstock entstehen.

"Sander muss von der Atomaufsicht in Niedersachsen entbunden werden", sagt
Heinz Smital, Atomexperte von Greenpeace. "Die Asse ist einsturzgefaehrdet
und Radioaktivitaet tritt aus rostenden Atommuell-Faessern aus. Diese
gefaehrliche Situation wurde von Sander fuenf Jahre lang verschwiegen. Wer
bei der Atomaufsicht der Asse versagt und die Aufhebung des Moratoriums in
Gorleben fordert, handelt unverantwortlich gegenueber den Menschen in der
Region."

Nach Greenpeace vorliegenden Informationen musste das niedersaechsische
Umweltministerium in seinem Statusbericht vom September diesen Jahres
eingestehen, dass im Jahr 2006 Hinweise auf die Einleitung kontaminierte
Lauge in tiefere Bereiche des Asse-Bergwerks "ueberlesen" wurden. Laut
Bericht waeren zudem mehr Mitarbeiter fuer eine bessere Atomaufsicht
noetig.

Der ebenfalls von Greenpeace auf den Plakaten gezeigte Klaus Kuehn war im
Jahre 1965 Gruendungsmitglied und spaeter Direktor des Instituts fuer
Tiefenlagerung des Asse-Betreibers, der Gesellschaft fuer Stahlen- und
Umweltforschung (GSF). 1967 hatte Kuehn einen Wassereinbruch in der Asse
"mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen". Im Jahre
1988 kam es jedoch zu Wassereinbruechen in das Atommuelllager. Der
emeritierte Professor war zuletzt wissenschaftlicher Leiter der Asse und
hat die Landesregierung in Endlagerfragen beraten.

"Kuehn kennt das gefaehrliche Inventar der Asse seit ueber 40 Jahren", sagt
Smital. "Wissenschaftliche Fehleinschaetzungen sind bei einem so
gefaehrlichen Thema wie der Endlagerung nicht hinnehmbar. Wie Sander hat
auch Kuehn als Hauptgutachter fuer die Asse und auch Gorleben versagt."
Greenpeace fordert die Bundesregierung auf, eine Entscheidung gegen die
Einlagerung von Atommuell in Salz zu treffen und den Standort Gorleben
aufzugeben. Auch der Salzstock in Gorleben hat geologische Schwaechen und
Kontakt zum Grundwasser.

Quelle: http://www.greenpeace.de/
 

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Presseerklaerung vom 10. November 2008

Gorleben als Atommuell-Endlager ungeeignet
Greenpeace-Aktivisten ketten sich auf Castor-Strecke fest

Dannenberg, 10. 11. 2008 - Vor der Ausfahrt des Verladekrans in Dannenberg
haben sich eben zwoelf Greenpeace-Aktivisten an einen Sattelschlepper
gekettet. Die Aktivisten protestieren damit gegen die Endlagerpolitik der
Bundesregierung. "Atommuelllager Gorleben ungeeignet!" ist auf einem Banner
zu lesen. Der Salzstock in Gorleben hat Kontakt zum Grundwasser und ist
damit als Endlager fuer Atommuell nicht geeignet. Dennoch haelt
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an Gorleben als Endlager fest.
Greenpeace fordert die sofortige Aufgabe des Endlagerstandortes Gorleben
und eine ergebnisoffene Standortsuche.

"Obwohl bekannt ist, dass der Salzstock in Gorleben nicht als Endlager
geeignet ist, wird in unverantwortlicher Weise immer mehr Atommuell dorthin
gebracht", sagt Thomas Breuer, Atomexperte von Greenpeace. "Der starke
Widerstand im Wendland und das Asse-Debakel sollten die CDU endlich
erkennen lassen, dass ihre starrkoepfige Endlagerpolitik gescheitert ist."

Im Salzstock Asse II zeigt sich heute schon, wie unsicher die Lagerung von
Atommuell in Salzstoecken ist. Hier sind etwa 126.000 Faesser mit leicht-
und mittelradioaktivem Atommuell eingelagert worden, ohne dass das Bergwerk
eine Genehmigung als Endlager hatte. Heute muss die Asse II wegen
unkontrollierten Laugenzufluessen in einer Gefahrenabwehr stabilisiert
werden. Was mit dem Atommuell passieren soll, ist nicht entschieden.

"Der in den Salzstock Asse II abgekippte Atommuell gefaehrdet nun das
Grundwasser der Region", so Breuer. "Dass Bundeskanzlerin Angela Merkel
trotzdem den Salzstock in Gorleben als Endlager fuer hochradioaktiven Muell
fordert ist unverantwortlich."

Trotz der ungeloesten Endlagerfrage wird weiter Atommuell produziert. So
waechst der Atommuellberg jaehrlich um etwa 400 Tonnen an. Greenpeace
fordert die Bundesregierung auf, die Atommuellmenge durch einen schnelleren
Atomausstieg zu begrenzen und den Standort Gorleben als Atommuelllager
aufzugeben.

Presseerklaerung vom 11. November 2008

Etikettenschwindel bei Palmoel-Lieferung nach Europa
Greenpeace-Report entlarvt Missbrauch von Nachhaltigkeits-Zertifikaten

Hamburg, 11. 11. 2008 - Die ersten 500 Tonnen angeblich nachhaltigen
Palmoels aus Malaysia kommen heute in Rotterdam an. Nach einem neuen
Greenpeace-Report laesst sich der Produzent von Palmoel in Malaysia, United
Plantations, die Nachhaltigkeit seiner Plantagen zertifizieren, zerstoert
aber gleichzeitig gesetzeswidrig Regenwald in Indonesien. United
Plantations verstoesst damit massiv gegen die Kriterien des Runden Tisches
fuer nachhaltiges Palmoel (RSPO). RSPO ist eine Organisation der Branche
fuer die Zertifizierung. Greenpeace fordert vom RSPO, ein Moratorium fuer
die Umwandlung von Regenwald in Plantagen zu erlassen und das Zertifikat
fuer United Plantations zurueckzuziehen.

"Auch mit Zertifikat ist Palmoel von diesem Unternehmen nicht nachhaltig,
sondern eindeutig ein Klimakiller", sagt Corinna Hoelzel, Wald-Expertin von
Greenpeace. "Wenn sich schon die erste Lieferung nachhaltigen Palmoels als
Taeuschung herausstellt, dann muss die Branche jetzt schleunigst
gegensteuern."

United Plantations ist das erste Unternehmen, dem der RSPO die
Nachhaltigkeit zertifiziert. Doch selbst die minimalen Kriterien der
freiwilligen Zertifizierung haelt United Plantation nicht ein.
Greenpeace-Recherchen ergaben, dass das Unternehmen in Indonesien in
Landkonflikte verwickelt ist, in deren Verlauf vier Bauern inhaftiert
wurden. Schuetzenswerte Waelder wurden ohne Genehmigungen vernichtet und
drei Meter maechtige Torfboeden trockengelegt, obwohl nach indonesischem
Gesetz Torfboeden ab zwei Metern Maechtigkeit geschuetzt sind.

Die schwedische Firma Aarhus Karlshamn wird die 500 Tonnen Palmoel
verarbeiten. Sie beliefert Lebensmittelhersteller wie Nestlé und Unilever,
deren Produkte auch auf dem deutschen Markt erhaeltlich sind. In Zukunft
wird von RSPO zertifiziertes Palmoel auch in Deutschland eingesetzt werden
fuer Lebensmittel, Kosmetika, zur Erzeugung von Strom und Waerme und als
Agrosprit zur Beimischung zum Dieselkraftstoff.

"Verbraucher wollen nicht getaeuscht werden. Sie wollen keine Produkte
untergeschoben bekommen, fuer deren Herstellung Urwaelder und das Klima
zerstoert werden. Auch die Zwangsbeimischung von Agrosprit zum Kraftstoff
muss abgeschafft werden", fordert Hoelzel. Fuer eine glaubwuerdige
Zertifizierung von nachhaltigem Palmoel muss RSPO zuerst die weitere
Vernichtung von Regenwald fuer Plantagen stoppen. Erst dann koennen die
Beteiligten sich auf eine Nutzung der bestehenden Flaechen verstaendigen
und oekologische und soziale Kriterien fuer eine Zertifizierung entwickeln.

Der Erhalt der Torfwaelder in Indonesien ist fuer das globale Klima sehr
wichtig. In dem Oekosystem wird zehn mal mehr Kohlenstoff als in anderen
Regenwaeldern gebunden. Durch Holzeinschlag, Brandrodung und Trockenlegung
der bis zu zwoelf Meter maechtigen Boeden wird das klimaschaedliche CO2
frei. Indonesien ist aufgrund seiner Waldzerstoerung nach China und den USA
drittgroesster Treibhausgas-Emittent. Weltweit entstehen knapp 20 Prozent
aller Treibhausgase durch Waldzerstoerung. Auch fuer die Erhaltung der
Artenvielfalt, wie der in Indonesien beheimateten Orang-Utans, muessen die
Urwaelder dringend geschuetzt werden.

Presseerklaerung vom 11. November 2008

Neue Studie: Gen-Mais beeintraechtigt Fruchtbarkeit von Maeusen
Greenpeace fordert Zulassungsstopp von Gen-Pflanzen

Hamburg/Wien, 11. 11. 2008 - Mit Gen-Mais gefuetterte Maeuse haben eine
signifikant beeintraechtigte Fruchtbarkeit. Zu diesem Ergebnis kommt eine
der wenigen Langzeitstudien zu Gentechnik. Sie wurde heute im Rahmen einer
Tagung in Wien praesentiert und vom oesterreichischen
Gesundheitsministerium veroeffentlicht. Angesichts dieser Ergebnisse
fordert Greenpeace einen Zulassungsstopp fuer genmanipulierte Pflanzen in
der EU. Zudem muss Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) den
Import dieses Gen-Maises nach Deutschland sofort verbieten.

Im Vergleich zu Maeusen, die mit herkoemmlichem Mais gefuettert wurden,
gebaren die mit Gen-Mais gefuetterten Tiere weniger und schmaechtigere
Junge. Ueber 20 Wochen haben die Wissenschaftler der
Veterinaermedizinischen Universitaet in Wien den genmanipulierten Mais
NK603xMON810 des Herstellers Monsanto verfuettert. Er ist in der EU seit
dem Jahr 2007 als Lebens- und Futtermittel zugelassen.

"Das Ergebnis dieser Studie ist ein weiterer Beweis fuer die Risiken
genmanipulierter Pflanzen?, sagt Ulrike Brendel, Gentechnik-Expertin von
Greenpeace. "Die Risikobewertung von Gen-Pflanzen in der EU reicht nicht
aus und muss dringend reformiert werden. Bis dahin duerfen keine
genmanipulierten Pflanzen mehr in Umlauf gebracht werden.?

Bei dem untersuchten Gen-Mais handelt es sich um eine Kreuzung. Die Pflanze
soll gegen Unkrautvernichtungsmittel resistent sein und selbst ein Gift
gegen Schaedlinge produzieren. Die EU-Behoerde fuer Lebensmittelsicherheit
(EFSA) hatte den Gen-Mais als unbedenklich bewertet. Dabei zeigte bereits
eine Fuetterunsstudie von Monsanto mit NK603xMON810 gesundheitliche
Beeintraechtigungen der Versuchstiere auf. Die EFSA schaetzte diese
Ergebnisse jedoch als "biologisch nicht relevant? ein.

Quelle: http://www.greenpeace.de/
 

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Vattenfall taeuscht die Öffentlichkeit beim Klimaschutz

Neue Greenpeace-Internetseite entlarvt Desinformations-Kampagne

Berlin, 3. 11. 2008 - "Vattenfall zerstoert das Klima" steht auf dem Schild
eines gruenen Maennchens, das heute auf dem Berliner Alexanderplatz eine
PR-Aktion von Vattenfall stoert. Der Protest richtet sich gegen die
Vattenfall-Kampagne unter dem irrefuehrenden Titel "Klimaunterschrift", mit
der sich der Energieerzeuger derzeit ein gruenes Maentelchen umhaengen
will. In der Kampagne stellt er sich europaweit als besorgten Konzern dar,
dem Klimaschutz wichtig ist. Er fordert Verbraucher zum Handeln auf, steckt
aber Milliarden in den Bau klimaschaedlicher Kohlekraftwerke. Daher stellt
Greenpeace heute eine neue Internetseite ins Netz. Unter
http://www.klimaunterschrift-vattenfall.de persifliert die
Umweltschutzorganisation die Klimaunterschrift-Kampagne und entlarvt die
Desinformation.

"Vattenfall ist nicht nur Deutschlands klimaschaedlichster Stromanbieter,
sondern scheut auch keinen Aufwand, um der Öffentlichkeit Sand in die
Augen zu streuen", sagt Greenpeace-Klimaexperte Karsten Smid. Auf der
Internetseite von Vattenfall http://klimaunterschrift.vattenfall.de werden
die Menschen aufgerufen, sich mit ihrer Unterschrift fuer den Klimaschutz
stark zu machen. In Animationen retten die Unterschriften die Gletscher in
den Alpen oder auch einen Eisbaeren vor dem Ertrinken.

"Die Aktion von Vattenfall ist unverschaemt", so Smid. "Der Konzern
boykottiert Klimaschutz, wo er nur kann. Seine Lobbyisten sitzen in Berlin
und Europa ganz nahe an der Macht. Und anstatt in Windkraft zu investieren,
gibt er lieber Millionen fuer Desinformation aus und schiebt seine
Verantwortung fuer den Klimaschutz auf den Verbraucher ab."

Wie gering Vattenfall den Druck zum Handeln gegen den Klimawandel
einschaetzt , wird in einem irrefuehrenden Klima-Report deutlich: Darin
behauptet der Konzern zum Beispiel, dass die Politik noch bis zum Jahr 2040
Zeit hat, um mit dem Verringern von Treibhausgasen zu beginnen. Der Chef
von Vattenfall, Lars Goeran Josefsson, formuliert das so: "Diese
bedrohliche Situation ist im Laufe von 200 Jahren entstanden, da muss man
auch Verstaendnis dafuer aufbringen, dass eine Loesung 100 Jahre dauern
kann."

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Presseerklaerung vom 14. November 2008

Finanzgipfel: Eine Chance fuer den Planeten
Greenpeace fordert massive Finanzmittel fuer eine "gruene Revolution"

Hamburg, 14. 11. 2008 - Anlaesslich des morgigen Gipfeltreffens der
G20-Staaten zur Finanzkrise fordert Greenpeace, den Finanzsektor massiv in
die Verantwortung fuer den weltweiten Klima- und Umweltschutz zu nehmen.
"Die Industrielaender helfen den Banken mit mehr als drei Billionen Euro
aus ihrer selbst verschuldeten Misere. Dafuer muss die Finanzwirtschaft
jetzt eine Gegenleistung fuer die Rettung des Planeten erbringen", sagt
Greenpeace-Geschaeftsfuehrerin Brigitte Behrens. Greenpeace fordert neben
staatlichen Kontrollen und mehr Transparenz an den Finanzmaerkten die
Besteuerung von Finanztransaktionen, um Massnahmen gegen die Klima- und
Umweltkrise zu finanzieren.

"Mit Spekulationen hat die Finanzwirtschaft bisher den Wettlauf um
natuerliche Ressourcen angeheizt und vom Raubbau an der Natur profitiert.
Die Konferenz in Washington muss Regeln dagegen setzen und die
Finanzwirtschaft zum Motor fuer eine gruene Revolution der Weltwirtschaft
machen. Wenn die Rettung der Banken wichtig ist, dann muss die Rettung des
Planeten noch wichtiger sein", so Behrens.

Die Finanz- und Wirtschaftskrise ist eine gewaltige Chance, Massnahmen
gegen die viel bedrohlichere Klima- und Umweltkrise zu ergreifen. Denn wenn
nicht sofort Investitionen gegen den Klimawandel erfolgen, werden die
Schaeden Experten zufolge bis zu 20 Prozent des Weltsozialprodukts (GDP)
kosten - das waeren derzeit rund 7,5 Billionen Euro jaehrlich. "Nichtstun
beim Klimaschutz wird uns in wenigen Jahren eine Dauerfinanzkrise
bescheren", warnt Brigitte Behrens. Mit sofortigen Investitionen in den
Klimaschutz von nur einem Prozent des GDP - derzeit rund 410 Milliarden
Euro pro Jahr - koennten dagegen die schlimmsten Folgen noch vermieden
werden.

"Fuer die Finanzkrise und die Klimakrise gibt es eine gemeinsame Loesung:
massive Investitionen in Erneuerbare Energien, den Erhalt der Urwaelder als
natuerliche Kohlenstoffspeicher, umweltfreundlichen Verkehr und nachhaltige
Landwirtschaft", so Brigitte Behrens. 2030 koennten Erneuerbare Energien
bereits die Haelfte des Strombedarfs decken. Den hierfuer noetigen
Investitionen von rund sieben Billionen Euro stehen eingesparte
Brennstoff-Kosten fuer Oel, Kohle und Gas von 14 Billionen Euro gegenueber,
wie der neue Greenpeace-Report "energy (r)evolution" beweist. Mit 23
Milliarden Euro Investitionen jaehrlich koennte die Abholzung der Waelder
gestoppt werden, die 20 Prozent der globalen CO2-Emissionen verursacht. Die
Schaeden der Weltwirtschaft durch Waldverlust schaetzen die UN auf 1,5
Billionen Euro jaehrlich.

Greenpeace verurteilt zugleich staatliche Hilfen fuer Industrien, die Klima
und Umwelt zerstoeren. "Autoindustrie und Energiekonzerne in Deutschland
machen auch im Jahr der Finanzkrise wieder Milliardengewinne mit
klimaschaedlichen Produkten wie Gelaendewagen und Kohlekraftwerken. Und
die Bundeskanzlerin wirft ihnen noch Milliarden in Form von
Steuerbefreiungen und Ausnahmeregeln hinterher", so Brigitte Behrens.
Deutschland zahlt nach Berechnungen von Greenpeace und des
Umweltbundesamtes jaehrlich bis zu 42 Milliarden Euro umweltschaedliche
Subventionen.

"Die Folgen der Finanzkrise sind reparabel, und die schlimmsten Folgen des
Klimawandels koennen wir noch stoppen. Alle Fakten liegen auf dem Tisch.
Was noch fehlt, sind Staaten, die den Mut aufbringen, voranzugehen", so
Brigitte Behrens.

Presseerklaerung vom 14. November 2008

Gericht verbietet Falschaussagen der Gewuerzindustrie
Greenpeace-Pestizid-Untersuchung ist in allen Punkten korrekt

Hamburg, 14. 11. 2008 - Die von der Gewuerzindustrie verbreiteten
Falschaussagen ueber einen am 1. Oktober von Greenpeace veroeffentlichten
Test von Pestiziden in Gewuerzen und Kraeutern wurden jetzt gerichtlich
verboten. Das Hamburger Landgericht folgte damit einem Antrag von
Greenpeace. Im Test hatte Greenpeace bis zu 22 verschiedene Pestizide in
einem einzigen Glaeschen Paprikagewuerz nachgewiesen. Drei von 33
getesteten Produkten ueberschreiten oder erreichen die EU-Grenzwerte fuer
Pestizidbelastung.

"Durch den Beschluss des Gerichts ist jetzt hoffentlich sicher gestellt,
dass die Gewuerzindustrie keine falschen Tatsachen ueber die
Untersuchungsergebnisse mehr in die Welt setzt", so Manfred Krautter,
Chemieexperte von Greenpeace. "Die Pestizidbelastung von Kraeutern und
Gewuerzen ist haeufig viel zu hoch und gesundheitlich bedenklich. Statt
Unwahrheiten zu verbreiten, sollte die Gewuerzbranche lieber sicher
stellen, dass die Gifte aus ihren Produkten verschwinden. Bis das so weit
ist, sollten Verbraucher Bio-Ware bevorzugen."

Bei Zuwiderhandeln gegen den Gerichtsbeschluss droht dem Fachverband der
Gewuerzindustrie e.V. und seinen Geschaeftsfuehrern ein Ordnungsgeld bis zu
250.000 Euro oder eine Ordnungshaftstrafe bis zu zwei Jahren. Der Verband
darf kuenftig ueber die Pestiziduntersuchung der Umweltschutzorganisation
nicht mehr behaupten, keine der untersuchten Proben haette die gesetzlich
zugelassenen Hoechstmengen ueberschritten. Tatsaechlich hat Greenpeace
jedoch in korrekter Weise Ueberschreitungen festgestellt. Der Verband der
Gewuerzhersteller darf ferner nicht behaupten, die von Greenpeace
untersuchten Gewuerze und Kraeuter seien alle verkehrsfaehig gewesen.

"Erst nach dem Greenpeace-Test wurden einige stark belastete Gewuerze von
den Supermaerkten aus dem Regal genommen", so Krautter. "Es darf nicht
sein, dass die Gewuerzhersteller gesetzwidrige Lebensmittel vertreiben und
die Behoerden dabei jahrelang tatenlos zusehen. Die staatliche
Lebensmittelueberwachung muss endlich wirksam gegen solche Unternehmen
vorgehen."

Greenpeace hat von dem Fachverband der Gewuerzindustrie zudem die
Veroeffentlichung einer Gegendarstellung zu dessen Falschaussagen verlangt.
Der Verband hat diese akzeptiert und zwischenzeitlich auf seinen
Internet-Seiten veroeffentlicht.

Presseerklaerung vom 13. November 2008

Brasilien will Regenwald zur Zerstoerung frei geben
Gesetzesnovelle soll Waldbesitzern die Ausweitung ihrer Agrarflaechen
erlauben

Hamburg/ Curitiba, 13. 11. 2008 - Greenpeace warnt vor einer
Gesetzesaenderung in Brasilien, die zu einer massiven Ausweitung des
Urwald-Einschlages fuehren wuerde. Nach Schaetzungen der Umweltorganisation
bedroht die Gesetzesnovelle ueber 30 Millionen Hektar des Amazonas-Waldes,
eine Flaeche fast so gross wie Deutschland. Kommende Woche wird der
brasilianische Kongress entscheiden, ob private Waldbesitzer zukuenftig bis
zu 50 Prozent statt wie bisher 20 Prozent ihres Grundstuecks abholzen
duerfen. Die zusaetzlichen 30 Prozent wuerden mit der geplanten Änderung
des Forstgesetzes zur Rodung fuer Oelpalm- oder Eukalyptus-Plantagen frei
gegeben werden.

"Dieser Gesetzesentwurf ist ein Schlag ins Gesicht fuer alle Bemuehungen
zum Schutz Amazoniens", sagt Tobias Riedl, Waldexperte von Greenpeace.
"Der Amazonas-Regenwald gehoert zu den artenreichsten Regionen der Welt und
ist entscheidend fuer das Klima auf der Erde. Eine weitere Abholzung waere
eine Katastrophe."

Etwa 36 Prozent des brasilianischen Amazonasgebietes sind in privater Hand.
Der Hoehepunkt der Abholzung wurde 1996 erreicht. Der damalige Praesident
Cardoso fuehrte daraufhin ein Dekret ein, das die maximale Umwandlung von
Wald in Agrarflaechen auf 20 Prozent beschraenkte. Dieses Dekret ist
seitdem als Provisorium gueltig, es wurde aber nie in die Forstgesetzgebung
ueberfuehrt. Aufgrund der steigenden Preise fuer Agrargueter und der
zunehmenden Nachfrage nach Agrosprit fordert die brasilianische Agrar- und
Agrosprit-Lobby nun eine Ausweitung der Rodungen.

Der jetzt vorliegende Gesetzesentwurf wurde bereits vom brasilianischen
Senat gebilligt und liegt nun zur Abstimmung am 19. November 2008 im
Umweltausschuss des Abgeordnetenhauses vor. Sollte der Ausschuss den
Entwurf billigen, kann ihn nur noch Praesident Lula durch ein Veto
verhindern. "Die brasilianische Regierung muss diesen Gesetzesentwurf
stoppen", sagt Riedl. "Praesident Lula kann nicht fuer einen
internationalen Urwaldschutz-Fonds werben und gleichzeitig die
grossflaechige Zerstoerung des Urwaldes genehmigen."

Die deutsche Bundesregierung hat Brasilien im Rahmen des PPG7-Programms
seit 1992 rund 300 Millionen Euro fuer den Schutz des Regenwaldes zur
Verfuegung gestellt. Auf der Konvention zur biologischen Vielfalt (CBD) in
Bonn letztes Jahr versprach Bundeskanzlerin Merkel, bis 2012 zusaetzlich
500 Milliionen Euro fuer den Urwaldschutz bereitzustellen. 70 Prozent der
brasilianischen Treibhausgas-Emissionen resultieren aus der Zerstoerung des
Amazonas-Regenwaldes. Dadurch ist Brasilien der weltweit viertgroesste
Erzeuger von Kohlendioxid.

Quelle: http://www.greenpeace.de/
 

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Presseerklaerung

Verbraucher wollen umweltfreundliche Agrarpolitik
Greenpeace: Geplante Agrarbeschluesse verschaerfen Klimaproblem

Hamburg / Bruessel, 19. 11. 2008 - Nach einer aktuellen Umfrage von
Greenpeace spricht sich eine grosse Mehrheit der Bundesbuerger fuer eine
klimafreundliche europaeische Landwirtschaftspolitik aus. Dazu zaehlt die
Kuerzung der Agrarsubventionen zugunsten von mehr Klima- und Umweltschutz
(60,6 Prozent der Befragten). Ausserdem soll die Milcherzeugung auf den
Bedarf im Binnenmarkt begrenzt bleiben (75,5 Prozent). Die aktuell in
Bruessel zu einem "Gesundheitscheck" der Agrarpolitik tagenden
Landwirtschaftsminister planen hingegen eine Erhoehung der Milchquoten um
fuenf Prozent. Nach Schaetzungen von Greenpeace muessten dafuer allein in
Deutschland 200.000 Kuehe mehr gehalten werden. Die Treibhausgasemissionen
der Tiere wuerden rund einer Million Tonnen CO2 entsprechen. Ebenso viele
Klimagase stossen eine halbe Million Autos aus.

"Von einem Gesundheitscheck kann hier keine Rede sein", sagt Martin
Hofstetter, Landwirtschaftsexperte von Greenpeace. "Die europaeische
Landwirtschaft leidet nicht unter Schnupfen, sie haengt am Subventionstropf
auf der Intensivstation. Mit ihren Beschluessen verschaerfen die
europaeischen Agrarminister Umwelt- und Klimaprobleme und treiben
gleichzeitig baeuerliche Betriebe in den Ruin. Fuenf Prozent mehr Milch
bedeuten steigende Treibhausgase, sinkende Erzeugerpreise und teure
Ueberschuesse."

Im Auftrag von Greenpeace hat die Gesellschaft fuer Konsumforschung (GfK)
im November 2008 eine repraesentative Umfrage unter 1.000 Bundesbuergern
durchgefuehrt. Drei Viertel der Befragten stimmten einer Begrenzung der
Milchproduktion zu, auch wenn dies zu hoeheren Preisen fuehren wuerde. Fuer
den subventionierten Export von ueberschuessigen Molkereiprodukten setzten
sich dagegen nur ein Drittel der Befragten ein.

"Den Verbrauchern liegt eine gerechte Bezahlung der Milchbauern mehr am
Herzen als die Exportinteressen der Molkereiindustrie", sagt Hofstetter.
"Trotzdem ruft der Milchindustrieverband nach neuen Exportsubventionen. Da
es aber weder innerhalb noch ausserhalb der EU eine zusaetzliche Nachfrage
nach Milchprodukten gibt, fuellen sich die Lager schon wieder mit
Milchpulver und Butter."

Greenpeace fordert die Agrarminister auf, die Milcherzeugung auf den
tatsaechlichen Bedarf zu begrenzen und einen groesseren Anteil der
Foerdermittel fuer Klimaschutzmassnahmen zu verwenden. Durch eine
Klimasteuer auf Stickstoffduenger, ein Verbot von Gruenlandumbruch, eine
Wiedervernaessung von Moorboeden und der Reduzierung der Fleisch- und
Milcherzeugung koennte zudem rund die Haelfte der Klimagas-Emissionen aus
der Landwirtschaft eingespart werden.

Presseerklaerung vom 21. November 2008

Greenpeace legt Gesetz zum Kohleausstieg bis 2040 vor
Klimaschutz braucht zusaetzliche rechtliche Instrumente

Berlin, 21. 11. 2008 - Um Klimaschutz einen wirkungsvollen rechtlichen
Rahmen zu geben, legt Greenpeace heute den Entwurf fuer ein Gesetz zum
Ausstieg aus der Kohleverstromung vor. Durch eine Begrenzung der Strommenge
fuer Kohlekraftwerke wird die mit klimaschaedlicher Kohle erzeugte Energie
nach und nach reduziert. Daraus ergibt sich ein konkreter Zeitplan, nach
dem Kohlekraftwerke bis 2040 vom Netz gehen muessen. So wuerde zeitversetzt
nach dem Atomausstieg fuer eine kontinuierliche Senkung der
Kohlendioxid-Emissionen gesorgt. Den Energieversorgern wird dabei
freigestellt, auf welche Anlagen sie die Strommengen verteilen.
Gleichzeitig ist ein Atomausstieg, statt wie vorgesehen 2020, bis 2015
moeglich.

"Bei der derzeitigen Rechtslage kann niemand die Energiekonzerne daran
hindern, neue Kohlekraftwerke zu bauen und damit das Klima zu zerstoeren",
so Karsten Smid, Klimaexperte von Greenpeace. "Mit einem Gesetz fuer einen
Kohleausstieg ist es moeglich, den Ausstoss von Treibhausgasen bei der
Verbrennung von Kohle zu begrenzen. Das ist dringend notwendig, um die
schlimmsten Folgen des Klimawandels noch zu verhindern." Zahlreiche Studien
belegen, dass ohne eine massive Senkung der Kohleverstromung die
Klimaschutzziele der Bundesregierung nicht erreicht werden koennen.

Bis jetzt wird die Senkung der Treibhausgase ueber den Emissionshandel
geregelt. Schlupfloecher fuehren jedoch dazu, dass sich die Energiekonzerne
im grossen Umfang teilweise fragwuerdige Klimaschutzmassnahmen im Ausland
anrechnen lassen, statt im deutschen Kraftwerkspark fuer wirkungsvollen
Klimaschutz zu sorgen. Deshalb soll der Emissionshandel duch ein
Kohleausstiegsgesetz ergaenzt und unterstuetzt werden.

"Das Kohleausstiegsgesetz soll die lueckenhafte Rechtslage in Deutschland
ergaenzen", sagt die Umweltjuristin Roda Verheyen, die den Gesetzvorschlag
mit Greenpeace erarbeitet hat. "Nach deutschem Recht ist eine Befristung
der Laufzeit und eine Begrenzung der Strommenge von Kohlekraftwerken in
diesem Umfang verhaeltnismaessig. Diese rechtfertigt auch keine
Entschaedigung des Betreibers." Nach Einschaetzung der Expertin ist wegen
der enormen Klimaschaedlichkeit der Kohleverstromung die Ungleichbehandlung
zwischen Kohle und Gas gerechtfertigt.

Der Ausstieg aus der klimaschaedlichen Kohleverbrennung ist nach dem
Atomausstieg ein weiterer Eckpfeiler einer Energiewende hin zu einer
zukunftsfaehigen Energieversorgung. Aktuell ist in Deutschland bis 2012
jedoch der Bau von 27 neuen Kohlekraftwerken geplant. Diese sollen eine
Gesamtkapazitaet von 25.000 Megawatt haben. Diese Anlagen wuerden die
Atmosphaere jaehrlich mit zusaetzlichen 151 Millionen Tonnen Kohlendioxid
belasten. Das ist anderthalbmal soviel wie der Kohlendioxid-Ausstoss des
gesamten Verkehrssektors.

Quelle: http://www.greenpeace.de/
 

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Presseerklaerung

Pestizide: Die miesesten Trauben gibt es in Deutschland
Greenpeace hat Tafeltrauben aus fuenf EU-Laendern getestet

Hamburg, 24. 11. 2008 - Tafeltrauben auf dem deutschen Markt weisen im
Vergleich von fuenf EU-Laendern die hoechsten Pestizidbelastungen auf. 43
Prozent der in Deutschland verkauften Trauben sind zu stark belastet und
nach der Greenpeace-Bewertung "nicht empfehlenswert" (rot). Das sind mehr
als doppelt so viel wie etwa in Holland. Die Spritzmittelrueckstaende in
den hierzulande verkauften Trauben stiegen gegenueber dem Greenpeace-Test
von 2007 zudem erheblich an. Im internationalen Vergleich von 17
Supermarktketten waren die am staerksten mit giftigen Pestiziden belasteten
Fruechte bei den deutschen Handelsketten Kaiser?s Tengelmann und Edeka zu
finden: 80 beziehungsweise 60 Prozent wurden mit rot bewertet. Greenpeace
hat insgesamt 124 Trauben-Proben aus Deutschland, Frankreich, Italien, den
Niederlanden und Ungarn testen lassen.

"Die Deutschen bekommen das mieseste Obst auf den Teller. Die
Pestizid-Belastungen sind teils so hoch, dass gerade bei Kindern
Gesundheitsschaeden moeglich sind," so Manfred Krautter, Chemieexperte von
Greenpeace. "Doch wie viel Gift in Trauben steckt, haengt vom Supermarkt
und dem Herkunftsland der Ware ab."

Greenpeace hatte die Trauben Mitte Oktober eingekauft und auf ueber 300
Pestizidwirkstoffe untersuchen lassen. Am besten schneidet die Ware von
Lidl Deutschland und zwei hollaendischen Supermarktketten ab. In acht
Proben (6,5 Prozent der Ware) aus Maerkten in Deutschland, Frankreich,
Italien und den Niederlanden wurden zudem die EU-Pestizid-Grenzwerte
erreicht oder ueberschritten. Zwei davon stammten aus Deutschland, verkauft
von Edeka und dem Grossmarkt Hamburg.

Das beauftragte Speziallabor fand die hoechsten Belastungen in Trauben aus
der Tuerkei und Italien. Ware aus Spanien, Frankreich und Griechenland
schnitt deutlich besser ab. "Unser Labor fand 64 verschiedene Pestizide. Im
Schnitt sieben in jeder Probe. Das ist ein gefaehrlicher Chemiecocktail,"
so Krautter. Haeufig nachgewiesen wurde Bifenthrin, das ins Hormonsystem
eingreifen kann und die Fortpflanzung beeintraechtigen oder Carbendazim,
das das Erbgut schaedigen kann. Greenpeace fordert die EU-Kommission auf,
solche Agrargifte in Zukunft nicht mehr zuzulassen. 2005 und 2006 stellte
Greenpeace bei etwa 50 Prozent der untersuchten Trauben zu hohe
Pestizidwerte fest. 2007 waren es nur 8 Prozent. Jetzt sind wieder 43
Prozent der Trauben zu stark mit Pestiziden belastet. Die drei besten
Supermaerkte im Test zeigen jedoch, dass es auch 2008 moeglich ist, Trauben
mit niedrigen Belastungen anzubieten.

Die Handelsketten muessen sicherstellen, dass moeglichst rueckstandsfreie
Ware verkauft wird und keine gefaehrlichen Pestizide in der Produktion
eingesetzt werden. Die staatliche Lebensmittelueberwachung muss endlich
gegen den gesetzeswidrigen Verkauf vorgehen. Zudem muessen die zum 1.
September in Kraft getretenen EU-Grenzwerte verschaerft werden. Diese haben
sich als unsicher erwiesen. So besteht bei tuerkischen Trauben von Real in
Hamburg die Gefahr einer akuten Gesundheitsschaedigung, die EU-Hoechstmenge
wurde jedoch nicht ueberschritten. Schon im August hatte Greenpeace auf
hunderte unsicherer Grenzwerte hingewiesen und von der EU Abhilfe
gefordert.


Presseerklaerung

Elektroautos sind kein Beitrag zum Klimaschutz
Greenpeace: Kohle- und Atomstrom machen Elektroautos zu Dreckschleudern

Berlin, 25. 11. 2008 - Greenpeace-Aktivisten demonstrieren heute gegen
Elektroauto-Kooperationen mit Energieunternehmen, die Strom mit
klimaschaedlicher Kohle erzeugen. Nach Mercedes und RWE wollen jetzt auch
BMW und Vattenfall ein Elektroauto in Berlin testen. Vor dem Berliner
Congress Center am Alexanderplatz haben die Greenpeace-Aktivisten einen
Mini und einen Smart mit rosa Farbe, kuenstlicher Schnauze und Ohren als
"Klimaschweine" umdekoriert. Neben den Ringelschwaenzchen haengen
Stromstecker aus den Fahrzeugen, die mit einem Haufen aus Kohlesaecken und
Atommuellfaessern verbunden sind. Bei Elektroautos wird der Ort des
Emissionsausstosses lediglich auf die Kraftwerke verlagert. Da der Strom
beim Mini von Vattenfall kommt, werden somit umgerechnet 133,5 Gramm CO2
pro Kilometer ausgestossen. Anstatt Elektroautos zu testen, die nur
scheinbar emissionsfrei fahren, fordert Greenpeace von der
Automobilindustrie, vor allem die aktuellen Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor
umweltfreundlicher zu gestalten.

"Die Autoindustrie muss leichtere Autos bauen, die Verbraeuche und
Emissionen senken und ebenso die Uebermotorisierung drosseln. Das gilt fuer
die bestehenden Modelle genauso wie fuer Elektroautos", sagt Marc
Specowius, Verkehrsexperte von Greenpeace. "Die jetzigen
Elektro-Feldversuche der Autoindustrie sind lediglich
Pseudo-Klimaschutzprogramme, um ihr Image aufzupolieren. Wer ernsthaft
Klimaschutz betreiben will, kann nicht mit Energiekonzernen wie Vattenfall
und RWE kooperieren, die sich dem Klimaschutz konsequent verweigern und
weiterhin klimaschaedliche Kohlekraftwerke bauen."

Nach Angaben von BMW verbraucht der Elektro-Mini 15 Kilowattstunden auf 100
Kilometer. Rechnet man dieses auf den durchschnittlichen CO2-Ausstoss pro
Kilowattstunde von Vattenfall um, so ergeben sich fuer den Mini rund 133,5
Gramm CO2 pro Kilometer. Der Elektro-Smart von Daimler hat mit RWE-Strom
sogar einen hoeheren CO2-Ausstoss als das gleiche mit Diesel betankte
Modell. Der CO2 Ausstoss des Elektro-Smarts liegt bei 90 Gramm und der
eines dieselbetriebenen Smarts bei 88 Gramm pro Kilometer. Neben
Kohlekraftwerken stammt der Strom aber auch aus Atomkraftwerken. So wird
mit jedem Kilometer nicht nur CO2 freigesetzt, sondern auch Atommuell
produziert, der fuer zigtausende Jahre strahlt.

Der Elektromotor kann nur eine Ergaenzung zum Verbrennungsmotor darstellen.
Dieses funktioniert jedoch nur, wenn der Strom aus Erneuerbaren
Energiequellen kommt. Greenpeace fordert, dass in Zukunft Elektrofahrzeuge
mit einem CO2-Label gekennzeichnet werden. Dieses Label gibt Auskunft ueber
den CO2-Ausstoss, der bei der Stromerzeugung fuer das jeweilige Fahrzeug
verursacht wird. Nur so bleibt eine Vergleichbarkeit zu Verbrennungsmotoren
moeglich.

Presseerklaerung vom 26. November 2008

Greenpeace: Keine Steuergelder fuer Klimakiller Palmoel
Bundesumweltministerium plant Foerderung von Palm- und Sojaoel aus
Urwaldzerstoerung

Hamburg, 26. 11. 2008 - Greenpeace-Aktivisten schlagen heute mit
Palmoel-Faessern und einer Sirene vor dem Bundesumweltministerium (BMU)
Klima-Alarm. Auf den Faessern ist "Klimakiller Palmoel" zu lesen. Wie
Greenpeace aus zuverlaessigen Quellen erfahren hat, plant das BMU
Ausnahmeregelungen fuer die Stromerzeugung aus Pflanzenoelen wie Palmoel.
Damit koennte Palm- oder Sojaoel auch ohne den Nachweis seiner nachhaltigen
Herstellung z.B. in Heizkraftwerken verbrannt werden und dafuer den
Nachwachsende-Rohstoffe-Bonus erhalten. Hauptanbauland fuer Palmoel ist
Indonesien. Dort werden wertvolle Regenwaelder fuer Plantagen zerstoert.
Auch in Argentinien werden die Urwaelder fuer Sojafelder abgeholzt.

"Das ist klimapolitischer Wahnsinn. Mit der Ausnahmeregelung fuer
bestehende Kraftwerksbetriebe wuerde die Bundesregierung ihre
Klimaschutzpolitik ad absurdum fuehren", sagt Corinna Hoelzel,
Greenpeace-Waldexpertin. "Sie wuerde die Verwendung von Palmoel und Sojaoel
weiterhin mit Bonuszahlungen belohnen und damit die klimaschaedliche
Abholzung von Urwaeldern fuer Plantagen weiter anheizen."

Die im Oktober 2008 verabschiedete Neuregelung des
Erneuerbare-Energien-Gesetzes sieht vor, den Einsatz von Palm- und Sojaoel
mit einem Bonus von 4 bis 6 Cent pro Kilowattstunde zu vergueten. Diese
Verguetung soll aber nur dann gezahlt werden, wenn die Rohstoffe nachhaltig
produziert wurden. Entsprechende Kriterien fuer Nachhaltigkeit sind jedoch
noch nicht festgelegt. Das wuerde fuer Betreiber von Blockheizkraftwerken
bedeuten, ab 1. Januar 2009 fuer den Einsatz von Palmoel und Sojaoel
vorerst keinen Bonus zu erhalten. In der Begruendung des Gesetzes heisst
es, dass der Einsatz nicht nachhaltig erzeugten Pflanzenoels zur
Stromerzeugung nicht den Zielen des EEG entspricht. Mit der jetzt geplanten
Dnderung wuerde sich Umweltminister Gabriel von dieser konsequenten Haltung
verabschieden und dem Druck der Lobbyisten nachgeben.

Palm- und Sojaoel wird fuer Lebensmittel, Kosmetika, Agrosprit (sogenannter
Biosprit) sowie zur Gewinnung von Strom und Waerme eingesetzt. Palm- und
Sojaoel ist auf dem Weltmarkt billiger als Rapsoel und wird deshalb oft
einheimischer Ware vorgezogen. Um den steigenden Bedarf in Europa zu
decken, werden in Laendern wie Indonesien und Argentinien riesige Flaechen
Urwaelder zerstoert und in Plantagen umgewandelt. Dadurch werden grosse
Mengen des klimaschaedlichen CO2 frei. Indonesien ist aufgrund seiner
Waldzerstoerung nach China und den USA drittgroesster
Treibhausgas-Verursacher. Weltweit entstehen knapp 20 Prozent aller
Treibhausgase durch Waldzerstoerung.

Greenpeace fordert strenge Nachhaltigkeitsstandards und glaubwuerdige
Zertifizierungssysteme fuer die Produktion von Bioenergie sowie von
Lebensmitteln und Tierfutter. Die geplante Ausnahmeregelung innerhalb des
EEG fuer bestehende Anlagen muss gestoppt werden. Fuer Palm- und Sojaoel
aus Urwaldzerstoerung darf es in Zukunft keine staatliche Foerderung mehr
geben.

Quelle: http://www.greenpeace.de/
 

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Presseerklaerung vom 26. November 2008

Brennender Protest gegen Braunkohle
Greenpeace unterstuetzt Volksbegehren gegen Tagebau in Brandenburg

Cottbus, 26. 11. 2008 - Mit einem brennenden CO2-Zeichen demonstrieren
Greenpeace-Aktivisten heute vor dem Braunkohlekraftwerk Jaenschwalde gegen
die verfehlte Energiepolitik des Energiekonzerns Vattenfall und der
brandenburgischen Landesregierung. "Braunkohle stoppen - auch ihre Stimme
zaehlt", steht auf dem Banner vor dem Kraftwerk, das mit einem
Jahresausstoss von 25 Millionen Tonnen Kohlendioxid zu den
klimaschaedlichsten Kraftwerken in Deutschland zaehlt. Greenpeace fordert
damit kurz vor der UN-Klimakonferenz in Poznan, neue Wege in der
Energieerzeugung zu gehen und den Abbau von Braunkohle sowie deren
Verstromung bis 2040 einzustellen. Die Buerger Brandenburgs ruft Greenpeace
mit dieser Aktion auf, am Volksbegehren gegen neue Tagebaue teilzunehmen.

"Braunkohle zerstoert das Klima wie kein anderer Brennstoff", sagt Karsten
Smid, Klimaexperte von Greenpeace. "Die Menschen in der Lausitz duerfen
sich nichts vormachen lassen, die Verbrennung von Braunkohle hat keine
Zukunft." Greenpeace fordert, nicht laenger an Kohle festzuhalten, sondern
Erneuerbare Energien massiv zu foerdern. Ueber die bereits genehmigten
Braunkohletagebaue hinaus darf Brandenburg keine weiteren Abbaugebiete mehr
erschliessen. Brandenburg wird sonst sein Ziel verfehlen, bis 2010 die
Emissionen auf 53 Millionen Tonnen jaehrlich zu senken. "Vattenfalls
engstirnige Kohlepolitik ist eine schwere Last fuer Brandenburg", sagt
Smid.

Greenpeace hat vergangenen Freitag einen Vorschlag fuer ein Gesetz zum
Ausstieg aus der klimaschaedlichen Kohleverstromung vorgelegt. Dieses
Kohleausstiegsgesetz sieht vor, die Strommenge aus Kohlekraftwerken zu
begrenzen und allmaehlich zu verringern. Daraus ergibt sich ein Zeitplan,
nach dem die letzten Kohlekraftwerke bis zum Jahr 2040 vom Netz gehen. Den
Energieversorgern wird dabei freigestellt, auf welche Anlagen sie die
Strommengen verteilen. Der Ausstieg aus der Kohleverbrennung ist nach dem
Atomausstieg ein weiterer notwendiger Eckpfeiler einer Energiewende, die zu
einer zukunftsfaehigen Energieversorgung fuehrt.

Zahlreiche Verbaende, Initiativen und Parteien haben das Volksbegehren
"Keine neuen Tagebaue" initiiert, um gegen die Klima- und
Landschaftszerstoerung durch die Braunkohle vorzugehen. Greenpeace ruft
alle volljaehrigen Brandenburger auf, an diesem Volksbegehren teilzunehmen.
Bis zum 9. Februar muessen 80.000 gueltige Unterschriften vorliegen. Die
Unterschriftenlisten liegen ausschliesslich in den Meldebehoerden aus. "Mit
dem Volksbegehren koennen die Brandenburger das unuebersehbare Signal an
die Landesregierung senden, dass sie mit ihrer Energiepolitik auf dem
Holzweg ist", erklaert Smid.

Presseerklaerung vom 27.11.2008

Gorleben: Greenpeace legt kompletten Messbericht vor
Atommuelltransport fahrlaessige Erhoehung des Strahlenrisikos

Hamburg, 27.11.2008 - Greenpeace legt heute anlaesslich einer Fragestunde
des Ausschusses "Atomanlagen und Oeffentliche Sicherheit" im Landkreis
Luechow-Dannenberg den vollstaendigen Bericht ihrer Messungen der
Neutronenstrahlung waehrend des diesjaehrigen Atommuelltransportes nach
Gorleben vor. Zudem fordert Greenpeace in einem offenen Brief von dem fuer
den Polizeieinsatz verantwortlichen Einsatzleiter, seiner Fuersorgepflicht
fuer die eingesetzten Beamten nachzukommen und sie ebenso wie die
betroffene Bevoelkerung vor einer erhoehten Strahlenbelastung zu schuetzen.
"Die geltende Strahlenschutzverordnung schreibt eine groesstmoegliche
Vermeidung gesundheitsfaehrdender Strahlung vor. Wenn gegenwaertige
Atommuelltransporte jedoch noch mehr Strahlung abgeben als jene in der
Vergangenheit, ist das eine grobe Missachtung der gesetzlichen
Bestimmungen", sagt Greenpeace-Atomexperte Thomas Breuer. "Bei
fortschreitender technischer Entwicklung und allen Erkenntnissen ueber die
Wirkung radioaktiver Strahlung auf den menschlichen Koerper, darf man eine
Abnahme der Strahlenbelastung erwarten, aber keine Zunahme."

Die Auswertung der Greenpeace-Messungen belegt im Detail die 500-fach
erhoehte Neutronenstrahlung der Atommuellbehaelter in einem Abstand von 14
Metern verglichen mit der zuvor gemessenen natuerlichen
Hintergrundstrahlung. Die diesjaehrigen Strahlungswerte uebersteigen die
Messergebnisse des Castortransportes in 2005 zudem um 40 Prozent. In dem
offenen Brmef an den verantwortlichen Polizeieinsatzleiter Friedrich
Niehoerster heisst es: "Als obersten Einsatzleiter der Polizei fordern wir
Sie auf, der Fuersorgepflicht gegenueber den Ihnen unterstellten Beamten
nachzukommen, und bei den politischen Entscheidungstraegern darauf zu
draengen, dass es zu keinen Verschlechterungen beim Strahlenschutz sowohl
fuer die Polizei als auch fuer die betroffene Bevoelkerung kommt." Wenn die
Betreiber von Atomkraftwerken nicht in der Lage seien, Transportbehaelter
zur Verfuegung zu stellen, die den Strahlenschutz kontinuierlich
verbesserten und gleichzeitig hoehere mechanische Anforderungen erfuellen,
duerften zukuenftig keine weiteren Transporte stattfinden.

Die deutsche Transportfirma "Gesellschaft fuer Nuklearservice" (GNS) konnte
die zur Genehmigung ihrer neu entwickelten CASTOR-HAW-28M-Behaelter
erforderlichen Sicherheitsnachweise bisher nicht erbringen, so dass der
Transport 2008 in dem franzoesischen Behaeltertyp TN 85 erfolgen musste.
Greenpeace fordert die Sicherheitsbehoerden auf, das Gebot der
Strahlenminimierung zu befolgen. Das bedeutet konkret, dass keine
Atomtransporte rollen duerfen, so lange nicht sicher gestellt ist, dass die
Strahlung so weit wie technisch moeglich reduziert wurde.

Trotz der ungeloesten Endlagerfrage wird weiter Atommuell produziert. So
waechst der Atommuellberg jaehrlich um etwa 400 Tonnen allein in
Deutschland. Greenpeace fordert die Bundesregierung auf, die Atommuellmenge
durch einen schnelleren Atomausstieg zu begrenzen und den Standort Gorleben
als Atommuelllager aufzugeben.

Quelle: http://www.greenpeace.de/
 

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Greenpeace-Report: Kohle verursacht weltweit Schaeden von 360 Milliarden
Euro
Flaggschiff Rainbow Warrior protestiert vor Kraftwerk in Kiel

Kiel/Warschau, 27. 11. 2008 - Vier Tage vor Beginn der internationalen
Klimakonferenz im polnischen Poznan protestiert Greenpeace mit seinem
Flaggschiff Rainbow Warrior in Kiel gegen den Bau weiterer Kohlekraftwerke
in Deutschland. Als brennenden Protest gegen die deutsche Kohlepolitik
haben Greenpeace-Aktivisten vor dem in Kiel geplanten Kohlekraftwerk einen
rund drei Meter breiten und ebenso hohen "CO2"-Schriftzug entzuendet.
Neben der lodernden Fackel warnt ein Banner: "Kohlekraft verheizt das
Klima". Ein heute in Warschau veroeffentlichter Greenpeace-Report beziffert
die weltweite Schadenshoehe durch Kohleverstromung auf 360 Milliarden Euro.

"Wer wie Umweltminister Sigmar Gabriel weiter auf den Klimakiller Kohle
setzt, gefaehrdet die Zukunft kommender Generationen", warnt Karsten Smid,
Klimaexperte von Greenpeace. "Staatliche Beihilfen fuer neue
Kohlekraftwerke, wie Gabriel sie vorschlaegt, waeren ein klimapolitisches
Fiasko. Klimaschutz ist mit neuen Kohlekraftwerken nicht moeglich. Hinzu
kommen die immensen Folgekosten. Diese Fakten muss der Umweltminister
endlich zur Kenntnis nehmen und umlenken, statt stur an Kohle
festzuhalten."

Der neue Greenpeace Report "Die wahren Kosten der Kohle" beruecksichtigt
bei der Berechnung die von der Kohleverbrennung mitverursachten
Klimafolgenschaeden sowie Kosten fuer Landschaftszerstoerung, Wasser- und
Luftverschmutzung. Auch gesundheitliche Schaeden bei Abbau, Verbrennung und
Betrieb werden beruecksichtigt.

"Der Bau weiterer Kohlekraftwerke ist weltweit die groesste Einzelgefahr
fuer das Klima", erklaert Smid. Ein Drittel des weltweiten Ausstosses von
Kohlendioxid geht auf das Konto der Kohleverstromung, mit steigender
Tendenz. Greenpeace hat vergangene Woche fuer Deutschland einen Vorschlag
fuer ein Gesetz zum Ausstieg aus der klimaschaedlichen Kohleverstromung
vorgelegt. So ein Kohleausstiegs-Gesetz koennte den Rechtsrahmen bieten,
Energiekonzernen den Neubau von Kohlekraftwerken aus Klimagruenden zu
untersagen. Dies ist bislang nicht moeglich. Wie bei dem
Atomausstiegsgesetz wird die zu produzierende Strommenge fuer Kohle
begrenzt. Daraus ergibt sich ein Zeitplan, nach dem 20 Jahre nach dem
Atomausstieg die letzten Kohlekraftwerke bis 2040 vom Netz gehen.

Greenpeace fordert die deutsche Regierung auf, bis 2040 der
Kohleverstromung ein Ende zu setzen. Auf der Klimakonferenz von 1. bis 12.
Dezember in Poznan muss sich Deutschland dafuer einsetzen, dass die
Weltgemeinschaft sich trotz der Finanzkrise ambitionierte Ziele fuer den
Klimaschutz setzt.

Presseerklaerung

Verbraucher wollen Milch ohne Gentechnik
Greenpeace-Umfrage: Kunden wollen Qualitaet zu fairen Preisen fuer die
Bauern

Hamburg, 27. 11. 2008 - Rund 85 Prozent der Verbraucher in Deutschland
wollen, dass Milchkuehe kein gentechnisch veraendertes Futter erhalten. Das
ist das Ergebnis einer von Greenpeace bei der Gesellschaft fuer
Konsumforschung (GfK) in Auftrag gegebenen, repraesentativen Umfrage. Zudem
waeren Verbraucher zu 80 Prozent auch bereit, mehr Geld fuer Milchprodukte
"ohne Gentechnik" zu zahlen. Zwei Drittel der 1000 Befragten wuerde
Produkte mit dem Hinweis "ohne Gentechnik" bevorzugt kaufen. Greenpeace
fordert die deutsche Milchindustrie auf, Gen-Pflanzen aus der gesamten
Produktion zu verbannen.

"Ein Cent je Liter reicht den Landwirten aus, um die Mehrkosten fuer Futter
ohne Gentechnik zu decken", sagt Alexander Hissting, Gentechnik-Experte von
Greenpeace. "Der Verbraucher will es, gentechnikfreies Futter gibt es und
trotzdem weigern sich Hersteller wie Weihenstephan oder Baerenmarke
Gen-Pflanzen im Tierfutter auszuschliessen. Das ist voellig
unverstaendlich. Teuer ist nicht das bessere Tierfutter, sondern der
Einsatz von Gen-Pflanzen: Sie zerstoeren die Artenvielfalt und bergen
Gefahren fuer Mensch und Umwelt."

Der juengste Beleg fuer die Gefahren der Gentechnik ist eine Studie ueber
mit Gen-Mais gefuetterte Maeuse, die das oesterreichische
Gesundheitsministerium vergangene Woche veroeffentlicht hat. Bei den
Tieren fiel eine signifikant beeintraechtigte Fruchtbarkeit auf.

Greenpeace startet morgen in 26 Staedten die Verbraucher-Mitmachaktion "Der
Cent macht's - Milch ohne Gentechnik". Verbraucher koennen Molkereien wie
Weihenstephan oder Baerenmarke einen Cent schicken, um den Unternehmen auf
die Spruenge zu helfen. Damit koennen sie zeigen, dass sie Milch ohne
Gentechnik wollen und zwar zu fairen Preisen fuer die Bauern. Einige
Molkereien haben bereits auf Milchproduktion ohne Gentechnik umgestellt:
Seit Oktober gibt es die ersten Landliebe-Produkte mit der Kennzeichnung
"ohne Gentechnik" in den Supermarktregalen. Landliebe ist eine der
bekanntesten Milchmarken Deutschlands.

"Die Unternehmen sollten die Kennzeichnung 'ohne Gentechnik' nutzen und die
Verbraucher nicht mit irrefuehrender Werbung hinters Licht fuehren", sagt
Hissting. "Ein Alpenpanorama oder ein Teddybaer auf gruener Wiese
garantieren weder Qualitaetsmilch noch eine gentechnikfreie oder regionale
Produktion. Das grenzt eher an Verbrauchertaeuschung."

Seit Mai 2008 koennen Lebensmittelhersteller Milch, Eier und Fleisch mit
dem Hinweis "ohne Gentechnik" bewerben, wenn bei der Tierfuetterung auf
gentechnisch veraenderte Pflanzen verzichtet wurde. Tierische Produkte
muessen bisher nicht gekennzeichnet werden, wenn Gen-Pflanzen im Tierfutter
verwendet wurden.

Quelle: http://www.greenpeace.de/
 

ollii

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Greenpeace testet Fischsortiment deutscher Handelsketten
Bei welchen Supermaerkten und Discountern darf man noch Fisch kaufen?

Hamburg, 16. 12. 2008 - Deutsche Supermaerkte und Discounter unterscheiden
sich deutlich bei der Nachhaltigkeit ihres Fischsortiments. Das ist das
Ergebnis des zweiten Greenpeace Supermarkt-Rankings "Fisch". Waehrend der
erste Greenpeace-Test vor einem Jahr noch allen elf Handelsketten mit
einer "orangen" Bewertung gute Ansaetze bescheinigte, gehen die
Bewertungen in diesem Jahr auseinander. So haben Kaufland und Norma knapp
eine "gruene" Bewertung und somit einen guten Standard erreicht. Ihnen
folgen Aldi-Sued, Rewe, Lidl und Metro, die im "orangen" Mittelfeld
liegen. Aldi-Nord und Edeka liegen erneut knapp an der Grenze zu "rot".
Kaiser's Tengelmann und Netto bilden mit der "roten" Bewertung das
Schlusslicht des Rankings.

"Die aktuelle Untersuchung zeigt, dass sich echtes Engagement lohnt", sagt
Juergen Knirsch, Konsumexperte von Greenpeace. "Im Vergleich zu der
Untersuchung 2007 haben Aldi Sued, Kaufland und Rewe einen deutlichen
positiven Sprung gemacht und ihren Worten Taten folgen lassen. Das kann
man von Netto, Metro und Kaiser's Tengelmann, die eine deutliche negative
Bilanz haben, nicht behaupten. Bei diesen Unternehmen klafft zwischen
Worten und Taten eine grosse Luecke".

Im Vergleich zu 2007 haben acht von elf untersuchten Unternehmen eine
Einkaufspolitik fuer Fisch erstellt, drei Unternehmen haben diese auch
veroeffentlicht. Nur noch Edeka fuehrt den stark gefaehrdeten Dornhai im
Sortiment. Vier Unternehmen haben Scholle, drei Unternehmen Kabeljau, zwei
weitere Rotbarsch und weitere zwei Aal aus ihrem Angebot genommen. Alle
diese Fischprodukte stammen aus nicht-nachhaltiger Fischerei. Einige
Handelsketten haben die Kennzeichnung der Produkte deutlich verbessert, so
dass der Kunde die Moeglichkeit hat, Produkte aus nicht-nachhaltigen
Fischereien zu meiden. Ausserdem haben sieben Unternehmen mittlerweile das
Thema "Fisch und Nachhaltigkeit" auf ihrer Webseite.

Als nachhaltige Fischerei gilt fuer Greenpeace grundsaetzlich: Sie haelt
den Bestand der Zielart auf einem gesunden Niveau, ohne andere Arten des
Oekosystems negativ zu beeinflussen. Andere Arten werden weder getoetet
noch wird ihre Nahrungsquelle oder ihr Lebensraum zerstoert.

"Jetzt muessen sich auch die Politiker bewegen", fordert Knirsch mit Blick
auf die diese Woche beginnende Tagung der EU-Fischereiminister in
Bruessel. "Wer Fischbestaende schuetzen will, muss die Empfehlungen der
Wissenschaft umsetzen und darf beispielsweise keine Kabeljauquote fuer die
Nordsee mehr zulassen."

Greenpeace hat im Dezember vergangenen Jahres erstmals ein Ranking der
deutschen Supermaerkte und Discounter veroeffentlicht. Fuer die
Untersuchungen hat Greenpeace die Unternehmen befragt und ist mit diesen
im fachlichen Austausch. Zudem wurden oeffentliche Quellen genutzt und das
Fisch-Sortiment der Maerkte stichprobenartig untersucht. Hierfuer wurde
2008 das Gesamtsortiment samt Kennzeichnungen in 108 Filialen bundesweit
erfasst.

Quelle: http://www.greenpeace.de/
 

ollii

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"Die Klimakrise ist gefaehrlicher als die Wirtschaftskrise"
Greenpeace bilanziert Klimapolitik des Jahres 2008

Hamburg, 30. 12. 2008 - "Die Klimakrise ist langfristig gefaehrlicher als
die Wirtschaftskrise. Es drohen Orkane und Ueberschwemmungen,
Klimafluechtlinge, das Auftauen der Arktis - die Folgen des
Treibhauseffektes werden uns schneller ereilen als bislang angenommen",
sagt Brigitte Behrens, Geschaeftsfuehrerin von Greenpeace. "Die Regierung
hat in der Bankenkrise schnell gehandelt, das muss sie endlich auch in der
Klimakrise leisten. 2009 darf keine Chance fuer Klimaschutz verspielt
werden."

Deutschland hat erklaert, 40 Prozent weniger CO2 im Jahr 2020 auszustossen
als 1990. Doch dies wird mit den derzeitigen Massnahmen nicht gelingen.
Denn im Jahr 2008 gab es erhebliche Rueckschlaege: Die EU-Regierungschefs
haben mit ihren im Dezember beschlossenen Massnahmen zum Klimaschutz
enttaeuscht. Besonders Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat ihr
Engagement aufgegeben und bewertet die Interessen einiger
Wirtschaftsbranchen hoeher als die Bewaeltigung der Klimakrise.

"Umweltschutz und Wirtschaftswachstum duerfen nicht gegeneinander
ausgespielt werden. Es muss wesentlich mehr in Erneuerbare Energien, in
Gebaeudedaemmung, in energiesparende Elektrogeraete und effiziente Pkw
investiert werden. Hier liegen die Chancen fuer neue Arbeitsplaetze und
Exporte", sagt Behrens. Die Regierung sollte zudem klima- und
umweltschaedliche Subventionen abbauen. Derzeit foerdert sie
Umweltzerstoerung mit jaehrlich 42 Milliarden Euro, etwa durch die Nicht-
oder Geringbesteuerung von klimaschaedlicher Kohle. Der Atomausstieg darf
nicht aufgeweicht werden, sondern sollte 2015 abgeschlossen sein, also
deutlich schneller als bislang geplant. Atomkraft kann das Klima nicht
retten.

Auf der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen im Dezember 2009 muessen die
Staaten konkrete Ziele vereinbaren, den Ausstoss von CO2 wirksam zu
verringern. "Diese Konferenz muss als eine der wichtigsten internationalen
Begegnungen eingeschaetzt werden, die jemals stattgefunden haben wird. Die
USA muessen sich dort endlich zu einem wirksamen Klimaschutz
verpflichten", erklaert Behrens.

Die Klimakampagne von Greenpeace hat sich 2008 gegen den Bau neuer
Kohlekraftwerke gerichtet. 25 Kohlekraftwerke sind in Deutschland geplant,
sechs in Bau. Greenpeace ist gegen die grossen Spritfresser der deutschen
Autohersteller und gegen ihre steuerliche Bevorzugung als Dienstwagen
vorgegangen. Ein wichtiger Erfolg: Auf dem UN-Gipfel zum Schutz der
Artenvielfalt (CBD) konnte Greenpeace ein Finanzierungsprogramm zur
Rettung der Urwaelder anstossen.

Greenpeace hat sich zudem fuer die Einrichtung echter Meeresschutzgebiete
eingesetzt. Aktivisten haben in der Nordsee tonnenschwere Steine auf den
Grund des Sylter Aussenriffs platziert, die vor der zerstoererischen
Fischerei mit Grundschleppnetzen schuetzen. Mit seinem Schiff "Esperanza"
ist Greenpeace gegen den japanischen Walfang im Suedpolarmeer vorgegangen.
Und in Kooperation mit dem neuen Ozeaneum in Stralsund praesentiert
Greenpeace die Ausstellung "Riesen der Meere" mit Wal-Modellen in
Originalgroesse. Als Erfolg verbucht Greenpeace auch, dass die Kampagne
gegen Pestizide in Obst und Gemuese alle grossen deutschen Handelsketten
und viele Produzenten dazu gebracht hat, den Pestizideinsatz und
Rueckstaende zu verringern.

Quelle: http://www.greenpeace.de/
 

ollii

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Presseerklaerung vom 9. Januar 2009

Abwrackpraemie schadet Klima und Industrie

Greenpeace fordert Praemie fuer sparsame Pkw und CO2-orientierte
Kfz-Steuer

Hamburg, 9. 1. 2009 - Die geplante Abwrackpraemie fuer Autos haelt
Greenpeace fuer oekologisch und oekonomisch unsinnig. Diese Ma_nahme des
Konjunkturpakets, das am Montag im Koalitionsausschuss verhandelt wird,
schadet dem Klima und hilft der der deutschen Autoindustrie nicht weiter.
"Blinder Aktionismus statt Klimaschutz hilft niemandem", so Wolfgang
Lohbeck, Verkehrsexperte von Greenpeace. "Wenn Vl knapp wird und der
Klimawandel droht, darf der Staat nicht auch noch den Absatz von
Spritschluckern mit Steuergeld ankurbeln. Die deutsche Autoindustrie muss
leichtere und sparsamere Autos bauen, wenn sie wettbewerbsfaehig bleiben
will, und die Bundesregierung sollte nur solche Autos finanziell
foerdern."

Die geplante Verschrottungspraemie schadet Klima und Umwelt, weil alle
Neuwagen unabhaengig von der Hoehe ihres CO2-Aussto_es gefoerdert werden
sollen, also auch gro_e Fahrzeuge mit hohem Verbrauch wie Gelaendewagen.
Zudem werden die meisten der Altautos gar nicht verschrottet, sondern als
Gebrauchtwagen weiter verkauft. In der Summe entstehen also noch mehr
Emissionen als zuvor. Hinzu kommt, dass die Energiebilanz negativ ist,
wenn das neue Auto nicht deutlich weniger verbraucht als das alte. Denn
rund 20 Prozent der CO2-Emissionen, die ein Auto in seiner Lebenszeit
erzeugt, entstehen bei seiner Produktion, und diese Emissionen muessen
erst wieder ausgeglichen werden. Ein aelteres Auto weiter zu fahren, kann
je nach CO2-Bilanz also fuer die Umwelt besser sein als einen Neuwagen zu
kaufen. Sinnvoll waere dagegen der Austausch von Dieselfahrzeugen ohne
Ru_filter gegen Autos mit Filter.

Die geplante Verschrottungspraemie ist aber auch oekonomisch sinnlos, weil
sie fuer alle in Deutschland verkauften Autos gilt und nicht sicher ist,
dass speziell der Absatz deutscher Autos zunimmt. Au_erdem macht der Kauf
von Pkw durch Privatleute nur den kleinsten Teil des Pkw-Absatzes aus:
rund 70 Prozent der deutschen Pkw-Produktion werden exportiert und 60
Prozent der verbleibenden, in Deutschland zugelassenen Autos werden als
Dienstwagen angemeldet. Den Privatkauf zu foerdern, hilft der
Autoindustrie also nicht aus ihrem strukturellen Absatzproblem.

Vor allem aber geht die Entwicklung in Zeiten des Klimawandels und hoher
Vlpreise eindeutig in Richtung sparsamerer und leichterer Autos. Die
deutschen Automodelle gehoeren mit einem Verbrauch von ueber 7 Litern
dagegen zu den klimaschaedlichsten Autos Europas. "Es ist nicht nur
oekologisch schlecht, sondern auch oekonomisch falsch, die verfehlte
Modellpolitik der deutschen Hersteller auch noch steuerlich zu foerdern.
Steuergelder fuer Spritschlucker schaden nicht nur dem Klima, sondern der
Wettbewerbsfaehigkeit der Automobilindustrie und gefaehrden die Zukunft
von Millionen von Arbeitsplaetzen", so Wolfgang Lohbeck.

Greenpeace fordert stattdessen, nur Autos zu foerdern, die hoechstens 140
Gramm CO2 pro Kilometer aussto_en, was einem Verbrauch von 5,6 Litern
entspricht. Diesen Durchschnittswert wollte die Autoindustrie bereits
2008 erreicht haben, hat aber ihr Versprechen nicht gehalten. Zudem muss
endlich die Kfz-Steuer von Hubraum auf CO2 umgestellt werden. Autos mit
einem CO2-Aussto_ von weniger als 100 Gramm sollten dabei von der
Kfz-Steuer befreit werden.

Quelle: http://www.greenpeace.de/
 

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Presseerklaerung vom 29. Januar 2009

Bundesverfassungsgericht staerkt Buergerrechte gegen Gefahren durch
Atomindustrie
Von Greenpeace unterstuetzte Klagen gegen Castortransport sind erfolgreich

Karlsruhe / Hamburg, 29. 1. 2009 - Das Bundesverfassungsgericht hat heute
die Rechte der Buerger gegen die Atomindustrie gestaerkt. Kuenftig muessen
Klagen von Anwohnern der Atommuelltransportstrecke nach Gorleben
zugelassen werden. In der Vergangenheit hatte das Oberverwaltungsgericht
in Lueneburg regelmaessig entsprechende Klagen mit der Begruendung
abgelehnt, dass das Atomrecht nicht zum Schutz der Buerger angewendet
werden koenne. Im Verfahren vor dem Bundesverfassungsgericht hatte die
Bundesregierung ein Zurueckweisen der Klagen beantragt. Dies haben die
Verfassungsrichter heute in ihrer Urteilsverkuendung als Verstoss gegen
die Grundrechte der Klaeger gewertet.

"Endlich koennen sich Buerger auch rechtlich gegen die unzureichend
gesicherten Atomtransporte wehren. Das Oberverwaltungsgericht in Lueneburg
muss kuenftig Streckenanwohnern die Moeglichkeit zu Klage gegen die
Transporte geben", sagt Thomas Breuer, Leiter der Klima- und
Energieabteilung bei Greenpeace. "Das Urteil ist damit auch eine
schallende Ohrfeige fuer das Oberverwaltungsgericht in Lueneburg, das mit
seinen Entscheidungen die Grundrechte der Klaeger verletzt hatte."

Das heutige Urteil geht auf zwei von Greenpeace unterstuetze Klagen
zurueck. Eine Anwohnerin der Atommuelltransportstrecke nach Gorleben,
sowie ein Anwohner der Verladestation hatten vor dem
Oberverwaltungsgericht in Lueneburg geklagt. Die Klaegerin wohnt in ihrem
Haus acht Meter von der Strecke entfernt, der Klaeger wohnt nahe der
Verladestation. Beide hatten versucht, gegen ihre Gefaehrdung durch die
strahlenden Castorbehaelter und potentielle Terrorangriffe auf den
Transport zu klagen.

Bereits im vergangenen Jahr wurden die Rechte von Anwohnern von
Atomkraftwerken und Atomanlagen gestaerkt. Das Bundesverwaltungsgericht in
Leipzig hatte damals entschieden, dass Anwohner von Atomanlagen auch wegen
der Gefahren durch Terrorangriffe klagen koennen.

Presseerklaerung vom 29. Januar 2009

Greenpeace zeigt Urwaldvernichtung auf Google Earth
Report verdeutlicht Zusammenhang zwischen Rinderzucht und
Regenwaldzerstoerung

Belim (Brasilien), 29. 1. 2009 - Welche Auswirkungen der weltweit
steigende Fleischkonsum auf die Urwaelder in Brasilien hat, kann man jetzt
auf Google Earth sehen. Zusammen mit der Internet-Karte hat Greenpeace
heute auf dem Weltsozialforum in Belim einen Report ueber die
Rinderproduktion im Bundesstaat Mato Grosso im Amazonasgebiet vorgestellt.
Der Report zeigt, wie Rinderzucht und Regenwaldzerstoerung
zusammenhaengen. Rund 80 Prozent der landwirtschaftlichen Flaechen im
Amazonasgebiet werden als Rinderweiden genutzt.

"Der Urwald wird von den Rindern regelrecht aufgefressen," sagt Tobias
Riedl, Waldexperte von Greenpeace. "Dieser Wahnsinn muss sofort gestoppt
werden, andernfalls hat es katastrophale Folgen fuer das weltweite Klima
und den Erhalt der Artenvielfalt."

Die Rinderproduktion in Brasilien steigt kontinuierlich und ist schon
jetzt die groesste der Welt. Die Zuechter eignen sich billig Land im
Amazonasgebiet an. Zwischen 1996 und 2006 wurden dort 10 Millionen Hektar
Urwald fuer die Rinderproduktion vernichtet. Das entspricht ungefaehr der
gesamten Waldflaeche Deutschlands.

Nach Schaetzungen von Wissenschaftlern sind in den Waeldern des
Amazonasgebietes 80 bis 120 Milliarden Tonnen Kohlenstoff gespeichert. Die
Zerstoerung des Waldes wuerde dem 400-fachen Jahresausstoss an
Treibhausgasen von Deutschland entsprechen. Schon jetzt ist Brasilien der
viertgroesste Klimaverschmutzer der Welt. Rund 75 Prozent der
brasilianischen Treibhausgasemissionen stammen dabei aus der Zerstoerung
der Waelder.

"Mit der Klimakonferenz in Kopenhagen hat die Politik die
unwiederbringliche Chance sich ernsthaft fuer den Schutz des Klimas und
der Waelder und damit fuer eine lebenswerte Zukunft einzusetzen", so
Riedl. "Bundeskanzlerin Angela Merkel muss die von ihr angekuendigten
Gelder sofort in den Urwaldschutz investieren und zudem massiv erhoehen."

Politiker aus der ganzen Welt werden sich im Dezember dieses Jahres auf
der Klimakonferenz in Kopenhagen treffen, um ueber Massnahmen zum
Klimaschutz zu verhandeln. Eine wichtige Rolle auf dieser Konferenz spielt
die Debatte ueber einen Finanzierungsmechanismus zum Schutz der Waelder.
Nach Schaetzungen der Weltnaturschutzunion (IUCN) werden fuer den Erhalt
der Urwaelder 30 Milliarden Euro jaehrlich benoetigt. Greenpeace fordert
die Einrichtung eines internationalen Urwaldschutzfonds der von den
Industrienationen gespeist werden soll. Auf der Konvention zur
biologischen Vielfalt (CBD) in Bonn im Mai 2008 versprach Bundeskanzlerin
Merkel, bis 2012 zusaetzlich 500 Millionen Euro fuer den Urwaldschutz
bereitzustellen.

Quelle: http://www.greenpeace.de/
 
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