Die Wiege der Menschheit

Zwirni

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Doch wie weit kann man der Fähigkeiten und der Fachkompetenz der Archeologen Glauben schenken?

Sie sind auf jeden Fall kompetenter als manch einer der nur in Foren unterwegs ist und seine Meinung aus Büchern bildet die in unterschiedlichen Kreisen mehr oder weniger gut bekannt sind.

Archäologen sind Wissenschaftler. Wie auch Physiker und Chemiker. Was sie entdecken basiert jedoch nicht nur auf Fakten. Es gehört auch einiges an Interpretation dazu. Nur sehr wenige zeigen sich dabei jedoch offen für neue Aspekte in der scheinbar bereits erforschten menschlichen Geschichte.

In dem Fall hier, hat Professor Avi Gopher endlich mal einen Schritt getan um eine der umstrittenden Theorien zu begehen: das die Menschheit doch älter ist als man annimmt. Ich würde nicht mit so einer simplen Frage direkt in Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung seine Meinung, seine Fachkompetenz und seine Integrität in Frage stellen. Er ist nicht umsonst Professor, auch wenn ihn keiner von uns bisher kennt. Was sind wir denn? :orolleyes:
 

Yvannus

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Rainscastle
Das Problem der Archäologie war und ist (noch), dass sich viele ältere Wissenschaftler ungern aus ihrem archäologischen Separee rauswagen. Datierung von Funden, Untersuchung von Böden und Pflanzenresten, Pollenanalysen etc. pp. sind vor allem naturwisschenaftliche Vorgänge. Gerade die, die zur alten Schule gehören, tun vieles als "neumodisch" ab, sitzen aber auf Grund ihres Alters und ihrer Erfahrung in wichtigen Positionen. Daran scheitern auch neue Interpretationsmodelle.

In 20 Jahren, wenn die Vergreisung der Archäologie ein natürliches Ende gefunden hat, wird hier wesentlich mehr interdisziplinär gearbeitet werden.

In Sachen der Einordnung muss aber auch gesagt werden, dass bereits heute viele alternative Theorien breit diskutiert werden. Da ist aber das Problem, dass die wenigsten hier Fachzeitschriften lesen und die Berichterstattung in den Medien mit dem Fund aufhört und die Rezeption innerhalb der einzelnen wissenschaftlichen Disziplinen nicht mehr betrachtet wird.

Um zum eigtl Thema zu kommen: Ob der homo sapiens 200.000 oder 400.000 Jahre alt ist, ist nämlich relativ unarchäologisch und eher biologisch interessant. Gerade im Hinblick auf die Evolution. Möglich ist es denke ich schon. Zumal man ja den homo sapiens nicht durch seine Kenntnis von seiner Umwelt beschreibt und von früheren Entwicklungsstufen abgrenzt, sondern auf Grund von körperlichen/genetischen Faktoren. Und da denke ich, sind 200.000 Jahre mehr doch eher gering. Mal schaun, was bei diesen Zähnen rauskommt.
 

Widar von Utgard

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Nach jüngsten genetischen Untersuchungen weist das Genom von Menschen nichtafrikanischer Herkunft zwischen einem und vier Prozent Neanderthalergene auf.
Knochenfragmente einer weiteren, relativ eigenständigen Population der Gattung Homo, wurden 2000, beziehungsweise 2008, in der Denisovahöhle (im Altaigebirge) entdeckt. 2010 wurde das Erbgut durch eine Forschergruppe um den namenhaften Svante Pääbo (Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie, Leipzig) soweit entschlüsselt, dass man, nach Auswertung der Ergebnisse, diesen Menschen weder dem Neanderthaler, noch dem Homo sapiens zuordnen konnte. Vieles sprach für eine genetisch entferntere Variante.
Doch ausgestorben scheint dieser Mensch nicht zu sein, denn Erbgutuntersuchungen zeigten, dass heutige Melanesier wohl zwischen vier und sechs Prozent ihrer Gene mit dem Denisovamenschen teilen. Insgesamt soll die Neanderthaler- und Denisovabeimischung in der melanesischen Bevölkerung bei ungefähr acht Prozent liegen.

http://en.wikipedia.org/wiki/Archaic_Homo_sapiens_admixture_with_modern_humans

http://en.wikipedia.org/wiki/Melanesians

http://de.wikipedia.org/wiki/Denisova-Mensch
http://en.wikipedia.org/wiki/Denisova_hominin#Interbreeding_with_modern_humans
 

Mr. Knoe

neugierig
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Zum Verständnis:
Damit ist gemeint, dass der sapiens an mehreren Orten "aufgetaucht" ist, oder wie muss ich das verstehen?
 

viennatourer

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Nö, es bedeutet,sie ( Aborigine) sind aus Ost-Afrika raus,am Sinai rechts abgebogen und runter bis Australien gewandert,
wie schon die -ersten-Auswanderer,die aber schon vor 160 000 Jahren ebenfalls diesen Verbreitungsweg nahmen.

Die früher verbreitete Ansicht, wonach Homo sapiens sich auf mehreren Kontinenten getrennt voneinander aus Homo erectus entwickelte -Multiregionaler Ursprung des modernen Menschen -, kann heute als widerlegt gelten.

siehe....http://de.wikipedia.org/w/index.php...h_Australien.png&filetimestamp=20101203210733 und http://de.wikipedia.org/wiki/Ausbreitung_des_Menschen

mfg.vt
 
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viennatourer

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:owink: "Sie" allerdings waren wiederum Mitglieder des-Homo erectus-,wie ich aus dem Artikel rauslesen konnte.

mfg.vt
 

Tian

neugierig
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Also auch soweit ich es verstanden habe ist der Homo Erectus vor 160.000 Jahren schon sogut wie überall rumgekommen, und es bildeten sich dann die verschiedenen Unterarten. Dann gab es vor 70.000 Jahren einen genetischen Flaschenhals mit dem man alle heutigen Menschen auf ca 10.000 "Überlebende" zurückführen kann, und die "Überlebenden" (von was auch immer) sind dann wieder rumgewandert (das waren dann aber schon Homo Sapiens).
Richtig so? Also hatten die vorher genausoviel Zeit wie wir jetzt ne Zivilisation aufzubauen...

Hm ich glaub irgendwie gar nix mehr was länger als 10 Jahre her ist. Und bei dem kann man sich schon nichtmal sicher sein. :oconfused:
 

viennatourer

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Tian

neugierig
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naja das mit dem umherwandern mussten "wir" ja auch erst wieder hinter uns bringen. Also seltsam find ich es auf alles Fälle die großen Zeitunterschiede.
In nem anderen Thread stand was von 1,8 Millionen Jahre alten Werkzeugen ... irgendwie verwirrt das alles noch mehr. :oconfused:
Man kann eigentlich nur wirklich behaupten das wir jetzt keine wirkliche Ahnung haben wie lange es schon Menschen(Hominiden) auf der Welt gibt. Da ja das alter der Erde so 4,3 (?) Milliarden Jahre ist und das letzte wirlich große Maßenaussterben vor 65 Millionen Jahren war, und davor auch schon min. 3 mal, glaub ich ist schon wirklich gar nicht mehr richtig nachvollziehbar was hier schon alles los war ;)

Was die Wiege der Menschheit angeht, oder den Garten Eden wie man so schön sagt, glaube ich das der mittlerweile unter der Wasseroberfläche liegt. ;) D.h. natürlich das er überhaupst auf dieser Dreckkugel zu finden ist =D
 

viennatourer

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seltsam find ich es auf alles Fälle die großen Zeitunterschiede.

Auch wenn du klimatische und geologische "Veränderungen" einberechnest ?

Die evolutionären Schübe kamen,ebenso wie die Massensterben mit Klimaveränderungen,wobei der "Auslöser" variabel war.

Der Homo e. war halt erst vor knapp 2Mio Jahren dran,weil die klimatischen Bedingungen,wie auch das Nahrungsangebot,
welches ab dieser Zeit verfügbar war, passten.
Vorstufe waren andere Säuger,die ihr Dasein und ihren Aufstieg unter anderem auch der höheren O2 Konzentration in der Atmo verdankten.
siehe.... Säugetiere: Evolutionärer Aufschwung durch Sauerstoff

:owink:Ich denke nicht,dass wir den Planeten auf -ewig-für uns Menschen gepachtet haben,denn wir sind
sicher auch nur -eine-Stufe der Evolution.
Wäre es nicht so,würde die Evolutionstheorie ja.... "fail";-)
In ?Mio Jahren,werden -die-vielleicht über uns so"auf welcher Ebene auch immer" diskutieren,wie wir es gerade über den H.erectus tun;-)

siehe....http://de.wikipedia.org/wiki/Paläo/Geologische_Zeitskala

mfg.vt
 
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Zwirni

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pitfisch

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Mittlerweile finden sich quer durch Europa die verrücktesten Frühmenschenfunde. So einfach wie wir es gerne hätten ist unser Stammbaum nicht. Frisches Futter für die Zweifler und Leugner. Ach, hätte es doch Hirn vom Himmel gegeben.....

nothing is real john lennon
 

ceae

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Menschwerdung

hellow again,

bin gerade über thread gestolpert und da ich vor kurzen darüber gelesen habe, zitiere ich doch mal:
Autoren: Lesch, Harald & Kamphausen, Klaus 2018 - Die Menschheit schafft sich ab. Die Erde im Griff des Anthropozän. Knaur.

menschwerdung, seite 102

vor 6 millionen jahren soll die geschichte der menschenartigen begonnen haben, durch die trennung der hominini von den schimpansen. danach kamen dann verschiedene menschenartige- austalopithecinen, die ganz frühen menschen, homo habilis, homo erectus, homo neanderthalensis und homo sapiens. moderner homo sapiens siedelt der autor bei ca. 200.000 jahre v.C. an.

und die wiege sei afrika. genauer der ostafrikanische grabenbruch, aufgrund des klimas setzte sich die spezies dort durch. und die genetik lässt schlussfolgern, dass wir von 7 urmüttern abstammen, die da eben damals in aftika rumchillten.

soviel aus genanntem buch.
adieu
ceae
 

infosammler

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Hab auch was gehört die Tage, das der Homo sapiens die anderen Menschenarten einfach, nett gesagt, verdrängt hat. :omad: Vielleicht sogar bekriegt?
Aber sie hatten auch Sex miteinander.

Kann man sich das heute vorstellen? Das der jetzige Mensch sich nicht teilweise vermischt hätte oder es noch mehr Menschenarten geben würde, sprich der Neandertaler noch immer lebt Seite an Seite mit dem modernen Mensch. Das wär so unglaublich. Interessant und beängstigend.


Was ist mit 7 Urmüttern genau gemeint?
 

ceae

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Huhu. So schreibt er es. Die dna lässt sich wohl auf 7 individuen zurückführen. Also die dna der menschheit. Und da väter wohl viele sein können werden die mütter genommen? Also laut ihnen stammen wir von 7 müttern ab.

Lg
 

infosammler

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Wäre wirklich interessant, wie er auf diese Insel kam.
Wenn er Merkmale aufweist, welche man auch in Afrika fand.
Vorallem das es mehrere Menschengattungen gab finde ich persönlich schon fast unglaublich, weil in weiteren (@vt) 50.000 Jahren, wer weiß da stehen wir in den Geschichtsbüchern und andere Gattungen oder eine andere Gattung lebt auf der Erde.
 
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