BREXIT

Helios

Inventar
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Diese Idee passt wunderbar zu meinem letzten Beitrag:

Im Endeffekt will man also den Handel weiterlaufen lassen wie bisher, aber man hat natürlich die Kontrolle, denn man kann es auch einfach beenden. Das wird zwar in zwei Jahren genauso wenig Sinn ergeben wie heute - aber darum geht es schließlich nicht. Wichtig ist nur, dass der Schein gewahrt bleibt.
 

Andromeda

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im grünen Herz der Welt :-)
Verstehe ich das richtig? Es soll so weiterlaufen wie bisher, nur mit dem Unterschied, dass Großbritannien sich das Recht in die Vereinbarung schreiben lässt, sich quasi jederzeit von den EU-Regeln loslösen zu können, und die EU kriegt es dafür schriftlich, dass sie im Fall der Fälle auf Britische Waren Zölle verhängen darf?

ähm.... sorry.... aber was ist das denn für eine Idee? Damit hängt ja alles weiterhin in der Schwebe, und von jetzt auf gleich könnte damit Schluss sein... also für mich hört sich das total bescheuert an!
 

Helios

Inventar
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Im wesentlichen hast du es richtig verstanden. Die jeweiligen Fristen müssten natürlich noch festgelegt werden, "von jetzt auf gleich" wird es also nicht gehen, aber schon relativ kurzfristig.

Ich habe es ja schon zuvor erwähnt, das beste für beide Setien wäre aus wirtschaftlicher und sozialer Sicht eigentlich ein weiterer Verbleib in der EU, und je weiter sich die Vereinbarungen davon entfernen, umso drastischer werden die Auswirkungen für beide Seiten ausfallen, mit weiteren Nachteilen für das Vereinigte Königreich.
Das wissen auch alle Beteiligten, die EU kann das ohne Probleme auch zugeben, Johnson und seine Regierung aber nicht - weil sie damit gegen sich selbst argumentieren würden. Da die britische Verhandlungsposition allerdings schlechter ist als jene der EU können sie ihre Idealziele nicht erreichen. Damit ergeben sich zwei Möglichkeiten. Entweder versuchen sie es bis zu Schluss, nutzen das propagandistsich aus und schieben die Folgen der EU und dem Virus in die Schuhe. Oder sie versuchen eine Lösung zu verhandeln, die den Eindruck erweckt, die gewünschte Kontrolle widererlangt zu haben (das war ja einer der Slogans: "take back control"), ohne dass sich großartig was ändert.
Ein dauerhaftes Handelsabkommen nach EU-Regeln wäre ein Einständnis des eigenen Fehlers, und ein solches Abkommen mit kurzfristigen Ausstiegsmöglichkeiten - nunja, genau darum geht es eben. Man hat das Volk jetzt so häufig belogen, da kommt es darauf auch nicht mehr an.

Der tatsächliche Charme der Lösung besteht darin, dass sie an der grundsätzlichen Situation nichts ändert und es damit in Zukunft unwahrscheinlich ist, dass die Briten diese Vereinbarung einfach so aufkündigen. Denn dann würden genau die Probleme entstehen, die auch jetzt entstehen würden. Das Problem wird aber tatsächlich sein, ob die Wirtschaft vertrauen darin besitzt oder nicht.
 

Helios

Inventar
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Im Grunde gibt es nichts Neues von der Insel der Verdammten, allerdings werden die Warnungen von verschiedener Seite nun eindringlicher, bspw.:

In der Financial Times (leider hinter einer Paywall) gibt es einen Artikel über die Entwicklung der Unternehmen mit Blick auf den No-Deal in den letzten Monaten. Demnach sorgt die Corona-Situation nicht nur dafür, dass über 20% der Unternehmen schlechter auf den Brexit vorbereitet sind als noch Anfang des Jahres, sondern auch, dass die Wirtschaft viel stärker in der Fläche beeinträchtigt sein wird. Denn genau jene Branchen, die durch Corona nicht so stark getroffen wurden (bspw. Versorgungsbereich, Finanzen, etc.), werden beim Brexit im Mittelpunkt stehen.

Wie notwendig und dringend allerdings eine Einigung ist, zeigen die vielen kleinen großen Geschichten, etwa den zukünftigen Status des Eurotunnels:

So viel müsste im Fokus sein, so wenig ist es zur Zeit, weil andere momentan noch wichtiger erscheint. Es sieht so aus, als würden die schlimmsten Befürchtungen zum schlechtesten aller Zeitpunkte wahr werden - abwarten.

---

Losgelöst von den unmittelbaren und mittelbaren wirtschaftlichen und sozialen Folgen gibt es natürlich auch noch einen politischen Trugschluss:

Wer weiß, vielleicht wird das Königreich ja in ein paar Jahrzehnten ähnlich wie Puerto Rico ein Außengebiet der USA sein. Wenn es letztere dann noch gibt...
 

Helios

Inventar
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Vor einiger Zeit haben wir das ja mal gerade mit Blick auf Spanien, wo viele ältere Briten dauerhaft oder zumindest über eine längere Zeit leben, erwähnt (wenn ich mich nicht irre), inzwischen gibt es konkretere Zahlen wie sich die Situation entwickelt hat.

 

Helios

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Ein Kommentar zu den Verhandlungsbemühungen der Briten um bilaterale Freihandelsabkommen mit anderen Nationen; konnte ja keiner ahnen, dass eine schlechtere Ausgangsposition die Sache so viel schwieriger machen würde.

 

Helios

Inventar
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Ich weiß gar nicht, ob das hier überhaupt noch jemanden interessiert, aber das Thema "Brexit" gibt es noch immer. Aktuell wird der Ton wieder rauher:

 

Yvannus

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Man sollte es verfilmen.

Man darf auch gespannt sein, wie und ob und wann Schottland nochmal eine Unabhängigkeit anstrebt, verbunden mit einem Wiedereintritt in die EU. Dann wird vermutlich die Tragödie in den nächsten Akt gehen.
 

Helios

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Seit der Brexit-Entscheidung gab es ja immer wieder mal laute Gedanken über ein neues Referendum von schottischer Seite (vor allem von Seiten der SNP, muss man ja genauer sagen), in den letzten Wochen sind diese beflügelt von aktuellen Umfragen viel deutlicher und vor allem konkreter geworden. Allerdings ist die aktuelle Stimmung im Land auch sehr von Corona und dem Umgang mit dem Virus geprägt, da stellt sich natürlich die Frage, wie stark die Unabhängigkeitsbestrebungen von dem Missfallen gegenüber der englischen Politik und den positiven Eindrücken der schottischen Regierung in dieser Krise profitieren können. Die Parlamentswahl im nächsten Jahr wird ein sehr wichtiger Indikator sein, kann die SNP dabei deutlich auf Kosten der Unionisten zulegen, wird eine neue Abstimmung von schottischer Seite aus unausweichlich. Offen bleibt, ob und wie London sich dagegen wehren will - angekündigt ist es bereits jetzt.


Schottland will erneut über Unabhängigkeit abstimmen lassen
Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon will noch vor der Wahl im Mai 2021 ein neues Referendum auf den Weg bringen. Der Brexit habe die Umstände geändert.


Auch in den anderen Ländern der Union hat sich die Stimmung durch die sich verschärfende Brexit-Lage und die Coronakrise verschoben. Es bleibt abzuwarten, wie es dort weitergehen wird.
 

Yvannus

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Wenn es nächstes Jahr dann zum finalen Brexit Schritt kommt, erwartet man bis zu 2-tägige Staus/Wartezeiten, die LKW brauchen, um aus England Richtung Europa zu kommen.
ich gelobe: wenn ich das nächste mal ne halbe Stunde am Mittleren Ring stehe, bin ich demütig und bedanke mich, dass es keine 48 Stunden sind ^^

 
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