Telepathie, Seelenwanderung, Gedanken- und Gefühlsübertragungen

andraste

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So, eine Geschichte, die ca. vier Jahre zurück liegt.
Zu den Hintergründen: Hon ist mein bereits erwähnter einst bester Freund bzw. da war schon einiges mehr zwischen uns als Freundschaft, was auch kein Geheimnis zwischen uns eigentlich war, auch wenn wir es kaum aussprachen, so wirklich. Am Ende ist diese Freundschaft genau deshalb nun in die Brüche gegangen, weil wir uns einfach zu nah waren und diese Freundschaft die Tatsache, dass wir beide mit anderen zusammen kamen, nicht überlebte. Keine schöne Geschichte zum Ende. Schließlich mussten wir jeder einen Schritt zurück treten voneinander und das hat unsere Beziehung eben nicht ausgehalten. Vielleicht kann das der ein oder andere ja nachvollziehen.

Um genau zu sein, war ich zuvor nie einem Menschen so nah und vielleicht wäre es mir ohne das mit Hon nicht möglich gewesen, das bei Mark zuzulassen, was ein schweres Stück Arbeit war.

Nun denn, Hon muss circa alle zwei Jahre ins Krankenhaus und sich auf Grund eines künstlichen Gelenkes einer OP unterziehen, so also zu diesem Zeitpunkt der Erzählung. Ein großes Problem dabei ist, dass Hon viele Psychopharmaka/Neuroleptika nehmen muss, da er psychotisch ist, diese aber zur OP abgesetzt werden mussten wegen der Narkose. Als er operiert wurde, hatte er also seit, ich glaube, zwei Tagen absolut keine Medis mehr genommen und da diese sehr wichtig für ihn sind, werden sie auch schnell, nicht langsam, abgesetzt, was wieder dazu führt, dass er regelrechte Entzugserscheinungen hatte. Nach der OP dann, eben auch noch durch die hinzukommende Narkose, befand er sich mehr in einem Delirium, da die Medis ja auch nicht abrupt wieder angesetzt werden können, schon gar nicht nach einer OP.

So weit so gut. Es entzog sich zudem jeder Möglichkeit für uns, miteinander zu kommunizieren in dieser Zeit.
Natürlich dachte ich in dieser Zeit sehr viel an ihn, vor allem, wenn ich ins Bett gegangen war. Ich fragte mich halt, wie es ihm jetzt so ginge und wünschte mir, ich könnte bei ihm sein. Kaum war ich im Bett, fühlte ich mich selbst eher in einer Art Delirium. Nicht nur einfach, wie man sich fühlt, wenn man einschläft, davon abgesehen, dass der Übergang in diesen Zustand viel schneller kam, als es bei mir dauert, bis ich beginne einzuschlafen. Ich liege für gewöhnlich eine ganze Weile wach im Bett.

Es war wie eine Art Fallen, als fiele mein Bewusstsein endlos. Ich wehrte mich aber auch nicht dagegen. Der einzige Traum den ich hatte, der schon eher anmutete wie eine Halluzination, in den drei Nächten nach seiner OP war gewesen, dass ich an seinem Bett saß und seine Hand hielt. In der vierten Nacht dann war alles ganz normal, weder fühlte ich mich fallend, noch träumte ich von Hon, auch wenn ich natürlich immer noch beim Einschlafen an ihn dachte.

Als wir dann endlich wieder das erste Mal miteinander sprachen danach, erzählte Hon mir natürlich von der Zeit und wie schlecht es ihm ergangen ist, dass die ersten drei Tage die Hölle für ihn waren und er sich während dieser Zeit wie in einem Delir befand und Halluzinationen hatte, bis dann am dritten Tag die Nachwirkungen der Narkose verblasst waren und er seine Medikamente auch wieder voll angesetzt hatte. Er erzählte mir, bevor ich ihm von mir erzählte, dass er in den ersten drei Nächten immer ein und dieselbe Halluzination gehabt habe und zwar immer, wenn er „wach“ war, halluzinierte, dass ich an seinem Bett gesessen hätte und seine Hand gehalten - was er aber als eine positive Halluzination wahrnahm, die ihn sehr beruhigte in dieser Zeit.

Nun, das ist sie schon die Geschichte. Mit ihm hatte ich das sehr oft, dass ich spürte, ohne Anhaltspunkte zu haben, wie er ihm ging. Ein Traum, welchen ich ein anderes Mal hatte, ist da vielleicht noch hervorzuheben, wo ich davon träumte, dass ich ihn suchte. Es war sehr, sehr wichtig, dass ich ihn fand in diesem Traum, obwohl ich mir absolut bewusst darüber war, dass er sich in keiner Gefahr befand und dennoch erschien es mir so wichtig, ihn zu finden, als hinge sein Leben davon ab. Der Traum endete damit, dass ich ihn auf einem Grabstein sitzen fand und er, als er mich sah, mir wortlos die Hand entgegen streckte - nicht, weil ich ihn retten müsste oder mitnehmen oder so etwas, sondern einfach, weil ich sie nehmen und halten musste. In dem Moment, da ich sie ergriff, erwachte ich.

Und ich möchte wirklich betonen, es gab bei diesen Dingen keinen Grund für mich, irgendeine akute Gefühlslage von ihm zu vermuten. Ich konnte nicht vorher wissen, dass es ihm gerade besonders geht und unsere Kommunikation war zu 99% über E-Mail gewesen. Zudem die jeweiligen Stimmungen/Gefühle sich erst eingestellt hatten jeweils, nachdem wir das letzte Mal miteinander sprachen. Nicht deshalb, aber das dem so ist, ist allein daran zu sehen, dass wir einander wirklich alles erzählten und nicht erst, wenn der andere einen dazu aufforderte. In der Nacht dieses Traumes jedenfalls fühlte er sich verloren, einfach irgendwie verloren. Nicht einmal groß depressiv oder hadernd, sondern allein und von anderen nicht gesehen.


Ich selbst denke, dass das eben die geistige Verbindung zwischen uns war, die zweifelsohne sehr stark war. Ich schließe auch nicht aus, dass es als er im Krankenhaus lag sogar zu einer Art Seelenwanderung kam von mir. Wissen kann ich es natürlich nicht, aber an Zufall glaube ich nicht, auch nicht daran, dass ich aus den Mails irgendwas heraus gelesen haben soll, dessen ich mir nur nicht bewusst war.
Ich bin mit dieser Geschichte jedenfalls im Reinen und schreibe sie nur nieder, weil ich halt andere Interessierte daran teilhaben lassen möchte - was jetzt nicht heißen soll, es sei unerwünscht, wenn andere weitere Thesen hier auswerfen sollten, oder eher an Zufall glauben. Es ist auch vollkommen ok für mich, wenn man etwas anderes vertritt - zumal ich die Wahrheit sage, dass ich damit im Reinen bin. Ich glaube nur eben dies und es möge sich niemand wundern, wenn ich von keinem Gegenteil zu überzeugen bin. ;)

Davon abgesehen, es interessiert mich, was andere darüber denken, sei es zu dem hier oder allgemein zu dieser Thematik und begrüßte eure Beiträge von daher sehr.

Ach ja, Erfahrungen solcher Dinge habe ich auch mit anderen gemacht, aber dazu dann später mehr.
 

Chayan

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Grüß dich andraste =)

Irgendwie schon ein wenig rührend dein Erlebnis und seh das eher optimistisch. An eine Verbindung zwischen euch glaube ich in diesem Fall. Hon kann sich wirklich glücklich schätzen, dass du für ihn da bist/warst.

Schöne Geschichte jedenfalls, wenn man die unschöneren Stelle außer Acht lässt.

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andraste

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Oh ja, da bin ich deiner Meinung, also auch ich werte das als positiv. Für mich gibt es auch keinen Grund dementsprechend, damit nicht im Reinen zu sein. Viel mehr meine ich zudem damit, dass für mich keine Fragen dazu offen sind, nie gewesen sind, da es für mich eben einfach schon immer nur bedeutete, dass Hon und ich uns geistig/seelisch besonders nahe gewesen sind.

Aber du gibst mir zu viel der Ehre, wenn du sagst, er solle darum dankbar sein. Das klingt für mich irgendwie einseitig. Einseitig ist aber, meiner Meinung nach, eine solche Tiefe einer Beziehung nicht möglich.
Sein Draht zu mir war recht ähnlich. Er hat mir sehr viel gegeben, die Beziehung hat mir sehr viel gegeben und er ist auch für mich immer da gewesen. Ich habe ihm viel zu verdanken.
Auch musste er seinen Teil bei dieser Erzählung mit beitragen, denn wäre dem nicht so, dann hätte es ja weitergehen müssen als nur diese drei Tage, in denen er besonders empfänglich dafür war.

Hon ist für mich einer der wichtigsten Menschen meines Lebens. Sein Sein spielt in der Gegenwart keine Rolle mehr, aber ich sehe das hier dann eher in dem Kontext, das Zeit nur eine Illusion ist und deshalb sage ich das im Präsens. Sprich auf mein Leben an sich bezogen, ist er ein sehr wichtiger Mensch. Allein schon deshalb, weil sich Dinge daraus ergeben haben, die weiterhin präsent sind für mich.

Aktuell... nun ja, das ist schwierig. Da muss ich zugeben, ich bin mit ihm bzw. der Vergangenheit an sich nicht wirklich im Reinen. Ein Teil von mir liebt ihn immer noch. Sicher nicht in der Form wie damals, aber nicht minder. Ein anderer Teil von mir empfindet Wut über ihn, wenn ich an Dinge zum Ende hin denke.
Wir haben und gegenseitig sehr verletzt und das ist nicht komplett verheilt bei mir.

Aber es belastet mich nicht mehr wirklich. Wahrscheinlich ist es so am Besten und es hätte auch nicht anders kommen können. Ich glaube, eine solche Beziehung ist nur dann möglich, wenn es eben niemand anderen gibt, der einen ebenso wichtigen Stellenwert besitzt, auch nicht nur die Freundschaft. Für mich ist es aber eben auch nicht möglich, etwas einst so Tiefes auf eine normale Stufe dann zurückzusetzen. Es musste zwangsläufig zu Verletzungen kommen.

Nichts desto Trotz vermisse ich ihn manchmal, während ich aber auch wieder wütend bin. Dennoch wünsche ich ihn mir nicht zurück, weil jetzt eben ganz andere Bedingungen herrschen und es eben gar nicht möglich ist, dass diese Freundschaft je wieder so innig wäre. Und diese Bedingungen, sprich Mark, wäre ich ganz sicher nicht bereit, herzugeben. Da Mark aber eben auch seinen Platz eingenommen hat und noch mehr, ist es eben unmöglich, eine solche Freundschaft zu haben und das hat nicht einmal etwas mit der Entscheidung und irgendwelcher Moral zu tun, sondern es ist schlicht unmöglich, da das eine das andere ausschließt.
Wie es in seiner Beziehung aussieht, also was die Nähe anbelangt, das weiß ich nicht, aber das ist auch weder von Interesse noch Belang für mich.

Also ja, du hast Recht. Ich empfinde so etwas auch als schön, auch wenn es gleichzeitig immer mit Leid zu tun hat und damit meine ich nicht den Showdown, auf den das zugesteuert war. Manches ist eben so innig und schön, dass auch immer Leid dazu gehört, der gute alte liebliche Schmerz. ;) Außerdem war die Beziehung ohnehin stets auch mit Dramen durchzogen und weit von der Ruhe und Sicherheit, die ich jetzt habe, entfernt. Vom Mitleiden mal abgesehen.
 
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