Mond

Astun

Inventar
Mitglied seit
22. Oktober 2014
Beiträge
1.733
Punkte für Reaktionen
47
Ort
Rohrbach bei Mattersburg
@viennatourer

Warum rumdümpeln?
Es kommt doch immer darauf an, für was man die Basis braucht.
🔸Soll es eine Forschungsstation sein, welche vom Mond aus die Sterne viel besser beobachten kann, als zum Beispiel ein erdgebundenes Teleskop!?
🔸Soll es eine Zwischenbasis für die Reise zum Mars werden!?
🔸Sollen dort Laserstationen für die Starshot-Projekte aufgebaut werden!?
🔸Sollen dort hydroponische Gärten entstehen, für die Versorgung der Stationsbesatzung!?
Die Anforderungen ändern sich mit dem jeweiligen Einsatzzweck!
Laserstationen für die Starshot-Projekte kann man auch aus der Ferne via Satellitenkommunikation bedienen.
Die Chinesen steuern ihre Rover auf der Mondrückseite auch via Satellit.
Hydroponische Gärten kann man sehr wohl bei den vermuteten Eishöhlen betreiben.
Man muss nur eine Reihe von Spiegelsatelliten stationierten, welche die Sonnenstrahlen dorthin umleiten, wo sie gebraucht werden.
So frei nach dem Prinzip des Sonnenofen von Odeillo (Frankreich).
Wenn man dort oben was aufbauen will, dann darf man nicht nach den Kosten fragen, denn dann kann man es genauso gut sein lassen.
Kennedy hat beim Apollo-Programm auch nicht nach den Kosten gefragt.
Er hat eine Direktive herausgegeben, und diese wurde durchgezogen, koste es, was es wolle.
Was hat die ISS bisher gekostet?
Mehr als 100 Milliarden Dollar!
Aber die Investitionen in die Raumfahrt waren nicht umsonst.
Vieles, was wir heute benutzen, hat seinen Ursprung in der Raumfahrttechnik.
Der Technologie-Transfer von der Raumfahrt in die Privatwirtschaft war der Zündfunke für neue Innovationen.
Es könnte auch diesmal ähnlich sein.
Kosten-Nutzen-Rechnungen gehen meist von sehr kurzen Zeiträumen aus.
Aber das macht die Verantwortlichen blind gegenüber den längerfristigen Vorteilen einer Investition.
Ein Beispiel:
Ein Orbitalring rund um den Äquator wird kostenmäßig auf ca. 60 Milliarden Dollar geschätzt.
Das ist eine ganz schön gewaltige Summe, aber weniger, als die ISS bisher gekostet hat.
Doch würde das ein gemeinsames Projekt aller Staaten dieser Erde, wären die Kosten für die einzelnen Staaten eher gering.
Die Vorteile wären:
🔸Der Orbitalring könnte wesentlich näher an der Erdoberfläche gebaut werden, was die Anforderungen an die Spacelifts in bereits jetzt bewältigbare Dimensionen absinken ließe!
🔸Der Preis für ein Kilogramm Fracht zum Orbitalring würde auf 5¢ abstürzen. Aktuell liegt er bei 1200 Dollar.
🔸Reisen würden über den Orbitalring wesentlich kürzer sein, als mit herkömmlichen Transportmitteln auf der Erde. Für den Orbitalring wäre eine Magnetschwebebahn vorgesehen.
🔸Da viele Warentransporte so viel schneller und günstiger an ihr Ziel kommen würden, würde dies auch die Umwelt auf der Erde entlasten.
🔸Auch Durchschnittsverdiener könnten es sich leisten in einem Restaurant des Orbitalrings zu speißen, oder in eine andere Weltgegend auf Urlaub zu fahren.
🔸Man hat sogar schon Konzepte angedacht, wo der Mond einen eigenen Orbitalring hat, und mit dem Orbitalring der Erde durch ein flexibles System verbunden werden könnte. Die Frachtkosten auf den Mond würden dadurch wahrscheinlich ebenfalls abstürzen.
 

Helios

Inventar
Mitglied seit
5. Mai 2003
Beiträge
1.689
Punkte für Reaktionen
161
Was die grundsätzliche Betrachtung angeht stimme ich dir durchaus zu. Gerade aufgrund der Langfristigkeit und der Basisforschung ist daher auch eine staatliche Finanzierung extrem wichtig, das allerdings ist keine neue Erkenntnis und gilt auch nicht nur für die Raumfahrt. Es braucht auch große Visionen, weil auch die mit kleinen Schritten beginnen. Was allerdings die Kosten angeht:

Ein Orbitalring rund um den Äquator wird kostenmäßig auf ca. 60 Milliarden Dollar geschätzt.
Aktuell völlig unrealistisch. Schon der reine Materialtransport würde ein vielfaches davon kosten, vom Unterhalt mal abgesehen. Zudem wäre der Nutzen doch deutlich eingeschränkt, Waren- oder Personentransporte in relevanten Größenordnungen könnten dadurch nicht ersetzt werden. Das ist ein nettes Science-Fiction-Thema, mehr auf absehbare Zeit definitiv nicht mehr als Ressourcenverschwendung.
 

Astun

Inventar
Mitglied seit
22. Oktober 2014
Beiträge
1.733
Punkte für Reaktionen
47
Ort
Rohrbach bei Mattersburg
@Helios

Soso, Du denkst also, das wäre nur Science-Fiction!?
Dann schau dir mal das Video an:

Ich würde mit einer Spacelift-Station beginnen und dort auch die ersten Materialien hochtransportieren.
Du kannst dir auf YouTube auch die Videos von Isaac Arthur anschauen.
Auch er hat zu dem Thema Videos gemacht.
 

viennatourer

Administrator, Global Researcher
Teammitglied
Mitglied seit
24. Februar 2006
Beiträge
13.588
Punkte für Reaktionen
364
Ort
wien
Kosten-Nutzen-Rechnungen gehen meist von sehr kurzen Zeiträumen aus.
Diese harte Erkenntnis hatte ja auch schon die NASA lernen müssen.
Wurden die Shuttleflüge in der ursprünglichen "Planung" mit 10 Mio je Start angepreist,entpuppten sie sich schließlich als Milliardengrab,
mit Kosten von bis zu 500 Mio USD je Start.
Von daher würde ich die div. Low-Budget Berechnungen für zukünftige Projekte doch sehr skeptisch werten.
In der Simulation,oder auf´m Papier wirkt ja manches vielleicht gut und man darf und soll durchaus Visionen haben,aber im Endeffekt
gehts um´s Buisness und da wird man an der Kosten/Nutzenrechnung nicht vorbeikommen.
Zumal ja wie ich schon mal anmerkte,die großen Zeiten des -koste es, was es wolle-(Stichwort Kennedy) der staatlichen, aus Steuergeldern finanzierten Raumfahrt vorbei sind und die Privaten, die in den Markt drängen,ihren Investoren,Aktionären verpflichtet sind.
 

Helios

Inventar
Mitglied seit
5. Mai 2003
Beiträge
1.689
Punkte für Reaktionen
161
Man muss die staatliche Raumfahrt und die private Raumfahrt da schon voneinander trennen. Für letztere gelten natürlich andere ökonomische Aspekte, gerade hinsichtlich der Kurzzeitrendite (die im Weltraumbereich aber auch schon deutlich länger ist als in vielen anderen Wirtschaftszweigen). Umgekehrt lässt sich für die staatliche Raumfahrt gar keine klare Kosten-Nutzen-Rechnung aufstellen, weil Grundlagenforschung sich in der Regel nicht direkt monetarisieren lässt.
Das ist ja ein ewiges Problem, mit dem sich nicht nur die NASA herumschlagen muss (finanziell waren die sechziger Jahre im übrigen eine Anomalie, seitdem hat sich gar nicht so viel geändert), sondern die Wissenschaft im Allgemeinen, und auch nicht erst seit gestern, sondern schon seit Jahrhunderten. Erst diese häufig staatlich finanzierte Expeditionen und Forschungen ermöglichten eine spätere kommerzielle Nutzung, sind also elementar wichtig für die Entwicklung eines Wirtschaftszweiges, während sie von vielen Kritikern gleichzeitig immer mit dem Nimbus der Geldverschwendung versehen werden. Ohne die staatlich finanzierte Raumfahrt gäbe es mit hoher Wahrscheinlichkeit keinen zivilen Satellitenmarkt, und ohne staatlich finanzierte Satelliten keinen zivilen Trägerraketenmarkt (der sich in den letzten Jahren entwickelt hat). Egal welche Pläne private Unternehmen aktuell vorstellen, sei es der Mond oder der Mars oder der Weltraumtourismus in der Erdumlaufbahn, Vorreiter sind weiterhin NASA, ESA und Co..
 
Oben